Verkauf von StudiVZ könnte negative Folgen für Xing haben

  • Bei wann-stirbt-studivz.de gab es lange Zeit einen Countdown, der die schwindenden Besuchszahlen von StudiVZ dokumentierte
    screenshot: derstandard.at

    Bei wann-stirbt-studivz.de gab es lange Zeit einen Countdown, der die schwindenden Besuchszahlen von StudiVZ dokumentierte

Bei weniger Vertrauen von Anlegern in das deutsche Netzwerk könnte es Xing bald ähnlich wie StudiVZ gehen

Am Dienstag wurde bekannt, dass der Medienkonzern Holtzbrinck die VZ-Netzwerke verkauft hat - der WebStandard berichtete. Der Kaufpreis, den die Investmentgesellschaft Vert Capital Corp. an Holtzbrinck gezahlt hat, ist nicht bekannt. Meedia schreibt, dass der Holtzbrinck-Verlag den Ballast somit "endlich los sei".

Nur kurze Zeit schwarze Zahlen

Interessant sei vor allem auch der Käufer der VZ-Netzwerke. Vert Capital ist kein Unternehmen, das man vom Hörensagen kennt. Die Investmentfirma steht laut Pressemitteilung auch hinter Bebo, das jetzt auch in Mitteleuropa starten soll. Wieviel Vert Capital auf den Tisch gelegt hat, um die Netzwerke zu kaufen, ist nicht klar, 85 Millionen Euro werden es allerdings nicht gewesen sein. Soviel gab Holtzbrinck laut Meedia damals dafür nämlich aus. Schwarze Zahlen wurden nur ein paar Monate geschrieben.

100 Millionen Euro Kosten

Das lässt natürlich die Frage aufkommen, warum Holtzbrinck die Netzwerke nicht schon früher verkauft hat. Insgesamt sollen StudiVZ & Co Holtzbrinck 100 Millionen Euro gekostet haben. Der Gewinn liegt jetzt laut Alexander Becker von Meedia vor allem für den Verlag darin, die qualvolle Misserfolgsstory endlich abhaken zu können.

Vertrauensverlust in Xing

Neben den Netzwerken hatte Holtzbrinck aber noch weitere Investments getätigt, die fast alle durchaus erfolgreich laufen: Zalando, BrandsforFriends, Groupon oder Parship. Becker glaubt auch, dass der VZ-Deal "unschöne Auswirkungen auf die Bewertung anderer Netz-Investments" hätte und bezieht sich dabei auf den Einstieg von Burda bei Xing. Dieser habe für 48 Millionen Euro 25,1 Prozent von Xing gekauft, Xing kämpft im Moment allerdings mit einem Abwärtstrend. Anleger könnten motiviert vom Verkauf der VZ-Netzwerke das Vertrauen in Xing verlieren, der sich nur schwer gegen LinkedIn durchzusetzen scheint. (red, derStandard.at, 12.9.2012)

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