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Wenn Sorgen krank machen

8. Oktober 2012, 00:00

„Don’t worry, be happy“ – klingt so leicht, ist es aber nicht immer: Wer unter einer Generalisierten Angststörung leidet, hat permanent Sorgen und weiß nicht, warum…

Daniela ist Mitte 30, hat zwei quietschlebendige Kinder und eine gut funktionierende Ehe. Dennoch sorgt sie sich permanent um die Gesundheit ihrer beiden Jungs, fürchtet ständig, dass ihrem Mann auf seinen häufigen Dienstreisen etwas Schlimmes zustößt, und hat laufend Geldsorgen. Überdies kann sie seit Monaten nicht mehr richtig schlafen, hat massive Nackenschmerzen und neigt dazu, Dinge zu vergessen, was ihr zusätzlich Angst macht. Vor allem, wo sie doch Mitten in den Urlaubsvorbereitungen steckt, die sich als der blanke Horror erweisen, weil sie nicht weiß, wie und wo sie anfangen soll, um nicht zu viel Gepäck zu haben, und trotzdem das richtige Gewand für alle Fälle einzupacken...

So, oder so ähnlich, geht es Menschen, die an einer Generalisierten Angststörung (engl. Gneralized Anxiety Disorder, kurz GAD) erkrankt sind. Betroffen sind sowohl Frauen als auch Männer aller Altersgruppen. Eine GAD kann sich schon in sehr jungen Jahren (noch in den späten Teenager Jahren) entwickeln, ist aber gleichzeitig die häufigste Angststörung im hohen Lebensalter. Häufig sind die Betroffenen alleinstehend (geschieden, getrennt, verwitwet), ohne Arbeitsverhältnis (arbeitslos, Hausfrau), sind belastenden Lebensbedingungen ausgesetzt, körperlich krank oder familiär belastet und leiden an Angst- und depressiven Störungen. Laut epidemiologischen Studien sind 3 - 5 % der Bevölkerung von dieser Krankheit betroffen, die Tendenz ist sogar steigend.

„Angsterkrankungen sind generell im Zunehmen", sagt O.Univ.Prof. Dr.h.c.mult. Dr. Siegfried Kasper, Vorstand der Universitätsklinik für Psychiatrie und Psychotherapie in Wien, „was mit Sicherheit auch mit unserem Lebensstil zu tun hat". Zwei gesellschaftliche Faktoren hebt der Experte besonders hervor: Einerseits die immer weiter um sich greifende Vereinsamung, und andererseits die Schnelligkeit der Kommunikation. „Ich nenne das immer Informationsvergiftung", so Prof. Kasper. „Man wird heute ununterbrochen mit Informationen bombardiert - da kann das Gehirn einfach nicht mehr zur Ruhe kommen". Konzepte wie den ‚E-Mail-freien Freitag‘, die in den USA schon praktiziert werden, hält er für sinnvoll, um Angsterkrankungen gegen zu steuern.

Symptome der Generalisierten Angststörung

Hauptsymptom der GAD ist, wie weiter oben beschrieben, das sich ständige, vielfältige und übertriebene Sorgen, Grübeln und Ängstigen wegen alltäglicher Kleinigkeiten. Diese Befürchtungen können von den Patienten nicht kontrolliert oder abgestellt werden. Zusätzlich zeigen sich eine Reihe körperlicher Symptome: Ruhelosigkeit und Schlafstörungen, Konzentrationsschwächen, Reizbarkeit, Verspannungen, Schwitzen und Herzrasen, Übelkeit und Magenbeschwerden bis hin zu Erstickungsgefühlen und Schwindel können bei den Betroffenen auftreten.

Grund dafür ist, dass GAD eine Erkrankung des vegetativen, autonomen Nervensystems ist, zu dem sämtliche Organe wie Herz, Gefäße oder Darm gehören. „Dieses System können wir nicht durch unseren Willen beeinflussen", erklärt Prof. Kasper, „und so kann es in diesen ganzen Organen zu Folgebeschwerden kommen, wie irritiertem Darm oder Blase, chronischen Kopfschmerzen, und so weiter". Diese Störungen versucht man bei einer Behandlung der GAD rasch auszuschließen um weitere Begleiterkrankungen zu vermeiden.

Wie man eine GAD erkennt

„Die Patienten merken diese Zustände sehr schnell", sagt Prof. Kasper. „Allerdings sind Angsterkrankungen so schambesetzt, das die Patienten nicht darüber reden wollen". Im Gegenteil: Die Patienten wollen sogar vermeiden, dass der Arzt herausfindet, welch ‚peinliche‘ Symptome sie haben. „Lieber lassen sie sich den Blutdruck messen oder Blut abnehmen, damit der Arzt ja nicht auf diese ‚Nonsens-Probleme‘ drauf kommt." so der Mediziner. Die Angst wird häufig verleugnet.

Die Diagnose einer GAD beschreibt Prof. Kasper als grundsätzlich ganz einfach: Die Faktoren ‚Sorgen‘ (Worrying), frei flottierende Ängste (Anxiety) und Anspannungszustände (Tension) ergeben die WAT-Formel, die jeder Arzt bei Verdacht auf eine Generalisierte Angststörung erfassen muss. Wichtig dabei ist, sich dem/der PatientIn verständnisvoll zu zeigen, um ihm/ihr die Angst vor der Angst zu nehmen. Hilfreich ist es, persönliche Lebensumstände der Patienten anzusprechen (wie Familie oder Beruf), um sich so an die Diagnose heranzutasten. Insbesondere bei Männern ist verstärkt die körperliche Symptomatik einzubeziehen, da es ihnen oft noch schwerer fällt als Frauen, emotionale Probleme zuzugeben.

Aufklärend hervorzuheben ist: GAD ist eine Krankheit wie Bluthochdruck oder Diabetes - keine Charaktereigenschaft oder gar Geisteskrankheit. Bleibt sie unerkannt, kann sie immer wiederkehren und chronisch werden. Erkennt und behandelt man sie, kann sie gut therapiert werden!

 


Könnte ich eine Generalisierte Angststörung haben?

  1. Leiden Sie schon seit vielen Wochen unter immer wiederkehrenden Angstgefühlen, Sorgen oder Befürchtungen?
  2. Haben Sie oft starke Sorgen und Befürchtungen bezüglich alltäglicher Dingen (Familien- und Privatleben oder Berufsleben, Arbeitsplatz, Finanzen) oder bezüglich Ihrer psychischen Gesundheit oder körperlicher Erkrankung?
  3. Seit Sie diese Ängste und Sorgen haben, leiden Sie da oft unter mehreren der folgenden Probleme?: Ruhelosigkeit und Nervosität, Schreckhaftigkeit und ein Gefühl, ständig auf dem Sprung zu sein; Erschöpfung und leichte Ermüdbarkeit; Hitzegefühle, Kälteschauer oder Kribbelgefühle; Muskelverspannung und seelische Anspannung; Unruhe und Reizbarkeit; Konzentrationsschwierigkeiten; Einschlafschwierigkeiten wegen der Sorgen
  4. Belasten Sie diese Beschwerden und beeinträchtigen Sie diese Sorgen und Ängste stark im Alltag?
  5. Fühlen Sie sich diesen Gefühlen ausgeliefert und können Sie die Sorgen und Ängste nicht mehr kontrollieren?

Wenn Sie all diese Fragen mit „ja" beantworten können, leiden Sie vielleicht an einer Generalisierten Angststörung. In diesem Fall sollten Sie mit Ihrem Arzt/Ihrer Ärztin sprechen - er/sie kann Ihnen weiterhelfen.

 

LYR-042-12/1/14.09.2012, Pfizer Corp. Austria GesmbH

  • Artikelbild
    foto: dan race - fotolia.com
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