Schweiz dürfte Euro-Mindestkurs halten

Die Schweizerische Notenbank dürfte den Mindestkurs von 1,20 Franken durchsetzen und an der Nullzinspolitik festhalten

Zürich - Die Schweizerische Nationalbank (SNB) dürfte nach Ansicht von Wirtschaftsexperten den Euro-Mindestkurs von 1,20 Franken auch künftig durchsetzen können. Auch falls Griechenland oder ein anderer Staat aus der Eurozone ausscheiden sollte, dürfte die von der SNB vor einem Jahr zum Schutz der heimischen Wirtschaft festgesetzte Kursuntergrenze halten, erwarten 18 von 20 Ökonomen in einer am Mittwoch veröffentlichten Reuters-Umfrage im Vorfeld der SNB-Sitzung.

"Die Grenze aufzugeben wäre mit beträchtlichen Kosten für die Wirtschaft und auch für die SNB selbst verbunden", erklärte Evelyn Herrmann von BNP Paribas. "Und das zu einem Zeitpunkt, wenn die Unsicherheit am größten ist und die SNB das größte Interesse daran hätte, das Vertrauen zu bewahren oder wiederherzustellen."

Keine Abweichung von der Nullzinspolitik

Dass die Währungshüter auf ihrer vierteljährlichen Notenbanksitzung am Donnerstag von ihrer Nullzinspolitik abweichen, erwartet keiner der insgesamt 37 befragten Volkswirte. Das Zielband für den SNB-Referenzzins Dreimonats-Libor wird unverändert mit null bis 0,25 Prozent prognostiziert. Im Schnitt gehen die Experten davon aus, dass die Notenbank bis ins erste Quartal 2014 nicht an der Zinsschraube drehen wird.

Dagegen wird nach dem überraschenden BIP-Rückgang im zweiten Quartal damit gerechnet, dass die SNB ihre Wachstumsprognose für das laufende Jahr auf ein Prozent zurücknimmt von bisher 1,5 Prozent. Im Sog der Eurokrise und des starken Frankens schrumpfte die Schweizer Wirtschaft von April bis Juni gegenüber dem ersten Quartal um 0,1 Prozent. In den beiden vorangegangenen Quartalen hatte das Bruttoinlandsprodukt (BIP) der lahmenden europäischen Wirtschaft noch getrotzt. Rückläufig waren insbesondere die Dienstleistungs- und Warenexporte sowie die Ausrüstungsinvestitionen.

Die SNB dürfte nach Ansicht der Volkswirte weiterhin von sinkenden Verbraucherpreisen in diesem Jahr ausgehen. (APA, 12.9.2012)

Share if you care
12 Postings

Die Banken drängen zur Zeit extrem auf eine Konvertierung.
Wozu wird das wohl gemacht ?
Sicherlich nicht, damit die Kreditnehmer günstig davon kommen...

Toll die SNB hat doch bereits Wärungsreserven von 80% des Bips in Euro. Normal wären so 20%. Die Zinsen können's auch nicht erhöhen, sonst müssen's noch mehr und schneller Euro kaufen.
Derweil bläst sich dort halt eine gewaltige Immobilienblase auf.
Eine sagen wir mal beeindruckende Operation an der lebenden Volkswirtschaft. Bis vor zwei Jahren hätte ich noch gesagt das kann niemals funktionieren, mit der Bindung an den Euro. Ich sag's noch immer, irgendwie wird unser Geld immer lustiger, dabei sollte es doch seriös sein, sonst wär's ja kein Geld und man könnte statt ehrbaren und verdienten Personen, oder beeindruckenden Gebäuden, Geldscheinen mit Smilies oder Vollhonzos drauf drucken.

Dann wird es interessant werden

ob die Europäische Zentralbank auch an der Nullzinspolitik festhält. Wenn nicht könnte es sein dass man für einen Euro Kredit in 2 Jahren 10 Prozent zahlt und für einen SFR Kredit immer noch nur 1,5 Prozent.

CHF

Es lebe der Frankenkredit :-)

Zur Zeit passts noch. Null Zinsen.. beim Zurückblechen soll der Kurs ein wenig besser sein.

wieso?
wenn sie mit 1,2 aufnehmen und mit 1,2 zurückzahlen passt das doch?

Wo bekommen Sie jetzt einen Frankenkredit?

In der Schweiz ;-)

Nicht noch, sondern wieder. Es sind ja nicht wenige eingefahren. Endfälliger Frankenkredit, der sich kursbedingt deutlich verteuert hat, mit Rückzahlung durch einen Tilgungsträger, der am Kapitalmarkt baden gegangen ist. Diese Kredite wurde oft an Leute vergeben, deren Bonität für einen klassischen Kredit nicht gereicht hat. Aber offenbar waren es doch zu wenige, um die Krise hierzulande zu verschärfen.

Hab ja noch ein wenig Zeit, so 15 Jahre.

.. meinen Sie im Ernst?

na die sind gescheit

der euro wird wohl erstmal nicht fallen wenn eine heisse kartoffel fallengelassen wird...........

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.