Kroes: Europas Copyrightgesetze sind überaltet

EU-Kommissarin fordert rasche Reform mit einem "pragmatischen Blick"

Neelie Kroes, für die digitale Entwicklung zuständige EU-Kommissarin, hält die geltenden europäischen Urheberrechtsbestimmungen für überaltet und hinderlich für Forschung, Wirtschaft und Nutzer. Deshalb sei jeder Tag, an dem die Politik nicht auf den technologischen Wandel mit einer umfassenden Copyright-Reform antworte, ein verlorener Tag, sagte sie auf einer Innovationskonferenz der Denkfabrik "The Lison Council" in Brüssel.

1998

Der ursprüngliche Vorschlag für die 2001 in Kraft getretene Copyright-Richtlinie stamme aus dem Jahr 1998 und damit aus einer Zeit, in der es noch kein Facebook oder Youtube gegeben habe und die meisten Menschen Musik im Radio oder von ihren CDs gehört hätten. Mit dem Aufkommen digitaler Techniken hätte sich vieles geändert, das Recht aber noch nicht, führte Kroes aus.

Das Copyright dürfe nicht mehr nur sich allein betrachtet werden, sondern müsse im Kontext einer vernetzten Welt gesehen werden, deren Menschen sich austauschen wollen. Auch wissenschaftliche Entdeckungen stammten nicht mehr nur aus Experimenten, sondern seien zunehmend das Ergebnis der Zusammenführung bestehender Datenbestände. Wolle man nicht, dass die USA weiter am alten Kontinent vorbeizögen, brauche es für die rasche Reform der Urheberrechtsbestimmungen einen "pragmatischen Blick". (red)

 

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