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vergrößern 500x356Mesut Özil stellt die 2:0-Fürhung her.

Marko Arnautovic vergibt den Ausgleich.
Wien - Die Deutschen sind eben eine humorlose Mannschaft. In der 44. Minute umkurvte der Dortmunder Marco Reus den österreichischen Verteidiger György Garics und schoss flach in die kurze Ecke zum 1:0. Tormann Robert Almer hatte nicht wirklich brillant reagiert. Der Spielverlauf ward auf den berühmten Kopf gestellt, aber so sind sie halt, die Deutschen. Bundestrainer Joachim Löw hat aber prinzipiell schon Recht behalten. Er erwartete ein "Match auf Augenhöhe" und einen "aggressiven Abnützungskampf". Beides ist eingetreten. Der Respekt vor den Einheimischen war groß, Löw lobte sie quasi in den Himmel. Vielleicht wollte er auch nur charmant sein.
Teamchef Marcel Koller nominierte elf Legionäre, es musste erst ein Schweizer kommen, um für dieses Novum in der Landesgeschichte zu sorgen. Neun verdienen ihr Geld in der deutschen Bundesliga, damit konnte der Gegner nicht mithalten. Er schaffte es nur auf acht. Dafür kicken zwei bei Real Madrid (Özil, Khedira), damit konnte wiederum Koller nicht dienen.
Die Stimmung im Happel-Stadion war euphorisch, ein paar Deppen haben bei der deutschen Hymne gepfiffen, aber es war gerade noch erträglich. 47.000 rot-weiß-rote Fähnchen wurden geschwenkt, beim "Radetzky-Marsch" zuckte die Schar förmlich aus. Und die Mannschaft begann überaus engagiert und selbstbewusst. Emanuel Pogatetz setzte bereits in der ersten Minute ein Zeichen, er mähte Miroslav Klose um.
Das ÖFB-Team war von der ersten Sekunde an lästig, es betrieb einen enormen Aufwand, störte den Weltranglistenzweiten im Fußball früh. Das Pressing war beeindruckend, es wurden viele Bälle erobert. 4. Minute: Julian Baumgartlinger schickt Martin Harnik, Holger Badstuber rettet gerade noch. 10. Minute: Chance für Deutschland, Almer wehrt den Schuss von Thomas Müller ab. Die Heimischen hielten das Tempo hoch, Solospitze Harnik war die personifizierte Gefahr, auch Andreas Ivanschitz hatte an der linken Seite sehr starke Szenen. Wirklich nahe ist die Mannschaft einem Treffer nicht gekommen, aber Deutschland konnte sich überhaupt nicht entfalten. Bis zur 44. Minute.
Nach der Pause ersetzte Mario Götze den angeschlagenen Reus. Und die Deutschen wollten es wissen. 51. Minute: Veli Kavlak stößt im Strafraum Müller nieder, das war patschert. Mesut Özil stellte per Elfer auf 2:0. Der niederländische Schiedsrichter Björn Kuipers hatte vor dem Foul eine Abseitsstellung übersehen. Pech.
Guido Burgstaller ersetzte wenig später Harnik, der Käse oder auch das Wiener Schnitzel schien trotzdem gegessen zu sein. Der Schein trog. 57. Minute: Starke Szene des bis dahin eher unauffälligen Marko Arnautovic. Er lässt zwei Verteidiger spektakulär aussteigen, sein flaches Zuspiel findet Zlatko Junuzovic, der verkürzt auf 1:2. Und da war sie wieder, die Hoffnung, die Moral, die Willenskraft. Die Österreicher rangen um die zweite Luft, sie versuchten zu kombinieren, aber es stellte sich doch hin und wieder eine gewisse Müdigkeit ein. Jakob Jantscher wurde für Ivanschitz eingewechselt, Lukas Podolski kam für den farblosen Klose (75.).
Sechs Minuten vor Schluss durfte Marc Janko stürmen, Koller opferte den defensiven Baumgartlinger. Arnautovic vergab eine große Chance auf den Ausgleich (87.). Die humorlosen Deutschen sehnten den Abpfiff herbei, nach einer vierminütigen Nachspielzeit kam er auch. Das zufriedene Publikum feierte Marcel Koller und das Team. Die Spieler sahen traurig drein, mit letzter Kraft haben sie sich verabschiedet. Knapp daneben ist eindeutig vorbei.
Es war die achte Niederlage in Serie gegen Deutschland, Cordoba hat auch diese Partie überlebt. 2028 feiert es den 50. Geburtstag. Für die WM-Quali dürfte die Niederlage keine gröberen Auswirkungen haben, denn Deutschland wird die Gruppe C gewinnen. Weiter geht es am 12. Oktober in Kasachstan. Mit Deutschland gibt es ein Wiedersehen am 6. September 2013. Cordoba lächelt schon. (Christian Hackl, DER STANDARD, 12.9.2012)
Fußball-WM-Qualifikation (Gruppe C):
Österreich - Deutschland 1:2 (0:1)
Wien, Ernst-Happel-Stadion, 47.000 (ausverkauft), SR Björn Kuipers/NED
Tore: 0:1 (44.) Reus, 0:2 (52.) Özil (Foulelfmeter), 1:2 (57.) Junuzovic
Österreich: Almer - Garics, Prödl, Pogatetz, Fuchs - Baumgartlinger (85. Janko), Kavlak - Arnautovic, Junuzovic, Ivanschitz (75. Jantscher) - Harnik (55. Burgstaller)
Deutschland: Neuer - Lahm, Hummels, Badstuber, Schmelzer - Khedira, Kroos - Müller, Özil, Reus (46. Götze) - Klose (75. Podolski)
Gelbe Karten: Prödl, Fuchs, Kavlak bzw. Lahm
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Ich halte es für einigermaßen vermessen zu glauben, dass es ausschließlich am Spiel der Österreicher lag, dass Deutschland so schlecht war. Die Gäste hatten den ersehnten, schlechten Abend erwischt! Und trotzdem verliert man.
Spitzenmannschaften gewinnen auch dann wenn sie mal mies spielen.
österreich ist aber keine spitzenmannschaft, das ist unser problem, bzw. unser manko...nur weil ein paar BL-legionäre dabei sind, heisst das noch lange nicht, dass unsere mannschaft klasse hat und deshalb schau ich beim fussball lieber den bayern und deutschen zu als mich jedesmal zu tode zu ärgern.... schuster bleib bei deinem leisten, also beim schifahren und schispringen....
Ich glaube ich hab ein Deja vu : Hatten wir nicht die gleiche Diskussion nach dem verlorenen Deutschlandspiel bei der EM Quali? 'Besser gespielt und mit Pech verloren? Aber wenn wir so gegen die anderen spielen packen wir das?' Nichts wurde draus, und das macht mir Angst. Warum sollte es jetzt anders sein?
Koller - und eine spürbar reiferes, entschlosseneres, zielstrebigeres Auftreten, das endlich von taktischem Sachverstand geleitet wird. Deutschland ist ohnehin nicht der Gegner, den es für euch zu schlagen gilt. Ein Punkt aus dem gestrigen Spiel wäre ein willkommenere Bonus gewesen. Für euch gilt, Schweden und Irland auf Distanz zu halten. Und ganz egal wie madig ihr euch selbst macht, haben eure Jungs absolut die Möglichkeit, dieses Ziel zu erreichen.
Spiele gesehen? Wenn Ihnen dabei die gravierenden Unterschiede und die konsequent positive Entwicklungstendenz der neuen Tugenden des NT nicht auffielen, dann wäre Mikado für Sie vielleicht besser? Oder aber zumindest die Lektüre von Analysen, wie zB der hier auf standard.at - da werden Sie geholfen! ;-)
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