Mittelalterliche Stierquälerei löst Proteste aus

Polizei vertrieb Gruppe von protestierenden Tierschützern

Madrid - Ungeachtet nationaler und internationaler Proteste ist in einem spanischen Dorf wieder ein Stier nach einer mittelalterlichen Tradition auf grausame Weise getötet worden. Bei dem alljährlichen Spektakel in der Ortschaft Tordesillas stechen Menschen zu Fuß oder zu Pferd mit Lanzen solange auf einen Stier ein, bis das Tier qualvoll stirbt. Die Polizei vertrieb eine Gruppe von 50 protestierenden Tierschützern.

40.000 Schaulustige

Nach Angaben des Gemeinderates des 6.500-Seelen-Ortes Tordesillas sahen etwa 40.000 Schaulustige zu. Das "Toro de la Vega"-Turnier findet alljährlich am ersten Dienstag nach dem Fest der allerheiligsten Jungfrau Maria (8. September) statt. Eine "Barbarei" und eine "Gräueltat", die nicht zu einer zivilisierten Gesellschaft des 21. Jahrhunderts passe, urteilte die spanische Tierschutzpartei Pacma.

Auch Vertreter der US-Tierschutzorganisation Humane Society International nahmen an dem Protest in Tordesillas teil. Dabei kam es zu Auseinandersetzungen mit Einwohnern des Dorfes. Diese beschimpften die Tierschützer als "Terroristen" und "Abtreibungsbefürworter". Die Regierung der autonomen Region Kastilien und Leon bekräftigte am Dienstag, dass sie das umstrittene Spektakel nicht verbieten werde. (APA, 11.9.2012)

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