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100.000 Wohnungen könnten heuer in Deutschland noch verkauft werden, schätzen Marktbeobachter - und viele davon werden sich in den ansonsten eher schlecht beleumundeten ostdeutschen Plattenbauten befinden. Internationale Immobilieninvestoren haben nämlich bis zum Jahr 2008, als die US-Immobilienkrise sich zu einer globalen Wirtschafts- und Finanzkrise auswuchs, viele Immobilienkredite aufgenommen, die per Ende 2014 fällig werden. Die Rückzahlung soll in vielen Fällen mit den Erlösen aus Verkäufen finanziert werden, berichten mehrere deutsche Medien.
Zigtausende Wohnungen sind heuer ohnehin schon gehandelt worden. Im Mai übernahm beispielsweise Bawag-Mutter Cerberus - wie damals berichtet - 22.000 Wohnungen von der insolventen Speymill Deutsche Immobilien. Das überwiegend westdeutsche Portfolio enthielt auch einige Plattenbauten.
Der hochverschuldete Immobilienkonzern Gagfah, hinter der US-Finanzinvestor Fortress steht, nimmt gerade noch Angebote für seine 38.000 "Woba"-Wohnungen in Dresden entgegen, die bis Jahresende verkauft werden sollen. Es handelt sich dabei großteils um Einheiten in Plattenbauten. Mehrere US-Unternehmen haben ihr Interesse bekundet. Gagfah will die Wohnungen mindestens zum Buchwert von 1,8 Milliarden Euro verkaufen, um damit einen Teil der Schulden von 3,1 Milliarden Euro zu bezahlen.
Schon im März hatte sich der US-Konzern Blackstone mit dem insolventen Investor Level One auf die Übernahme von 8.000 Wohnungen geeinigt, von denen ebenfalls viele in ostdeutschen Plattenbausiedlungen liegen. Level One wurde von dem Österreicher Cevdet Caner gegründet, der mit der fremdfinanzierten Übernahme von Plattenbau-Wohnungen das große Geld machen wollte. (Seine Story ist in diesem Spiegel-Artikel von 2009 ausführlich beschrieben.)
"Plattenbauten sind sehr effizient", begründete Christian Schulz-Wulkow, Partner bei der Ernst & Young Real Estate GmbH in Berlin, den Trend zur "Platte" jüngst gegenüber der Tageszeitung "Die Welt". "Man kann viele davon an einem Standort kaufen und hat dann tausend Wohnungen, die alle sehr ähnlich sind und auf dieselbe Art verwaltet werden können."
Ganz generell mangelt es am deutschen Immobilienmarkt derzeit nicht an Abnehmern. Die Angst vor dem Euro-Kollaps, die historisch niedrigen Zinsen, der Mangel an Anlage-Alternativen: Das alles drängt auch deutsche Privatanleger weiterhin zur Immobilie. "In Städten wie München, Hamburg oder Düsseldorf ist der Markt schon fast leer gefegt", schrieb die Tageszeitung "Die Welt" vor wenigen Tagen. Für Wohnungen und Häuser in guter Lage werden mitunter absurd hohe Preise verlangt - beispielsweise mehr als eine Million Euro "für eine zwölf Jahre alte Doppelhaushälfte am Münchner Westpark".
So mancher Marktbeobachter warnt aber immer lauter davor, dass die jüngsten enormen Preissteigerungen auch den Beginn einer Blase markieren könnten. "Investitionen in den deutschen Wohnungsmarkt haben im Moment einen sehr spekulativen Charakter, und das macht sie risikoreich", sagt Steffen Sebastian, Leiter des Instituts für Immobilienwirtschaft an der Universität Regensburg. "Vor allem ausländische Investoren betrachten Deutschland als sicheren Hafen. Aber der deutsche Immobilienmarkt ist nicht unabhängig vom Rest Europas", so Sebastian gegenüber der "Welt". (red, derStandard.at, 11.9.2012)
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Der Markt weist aber immer noch nur rund ein Viertel des Volumens von 2005 auf
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2012 wurde von Ausländern in Deutschland mehr verkauft als gekauft. Die Bundesbank hält aber fest, dass sie bei weitem nicht alle Geschäfte erfasst
Die Vermietungsleistung liegt weiterhin weit über dem Neuflächenangebot, nach wie vor bestimmen Umzüge den Markt. Dank vieler Umnutzungen steigt der Leerstand nur leicht
der Mieter ist das eigentliche Spekulationsobjekt.
Von dem was er sich erhackelt muss er viele Steuern für den Systemerhalt - von dem er kaum was hat - zahlen.
Der Rest wird ihm dann durch Miete abgepresst.
Na, ob man das ohne Zweitjob und Samstagarbeit (zur Gewinnmehrung des Kapitals) schafft?
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