Die 2012/13-Pläne für die TAG-Bühne

11. September 2012, 12:49

Neuinterpretationen als Schwerpunkt: Von Schillers "Räubern" über Hitchcocks "Psycho" bis zu Defoes "Robinson Crusoe"

Wien -  Margit Mezgolich und Ferdinand Urbach, die Leiter des Wiener Theaters an der Gumpendorfer Straße, kurz TAG, konntenten am Dienstag  sehr gute Zahlen für ihr Haus präsentieren und kündigten an, dem Konzept, literarische Vorlagen in handgemachte Eigenstücke zu verwandeln, in der kommenden Saison treu zu bleiben. "Alle Theatermacher werden sich mit Kernthemen berühmter Stoffe auseinandersetzen", so Mezgolich. Am Spielplan stehen unter anderem Neuinterpretationen von Schillers "Die Räuber", Hofmannsthals "Jedermann", Hitchcocks "Psycho" und Defoes "Robinson Crusoe".

"Plot-Plastinationen"

Eröffnet wird die neue Saison jedoch am 3. Oktober mit dem größten Erfolg des Hauses, der Wiederaufnahme der Shakespeare-Überschreibung "Hamlet sein" von Gernot Plass. "Die Kartennachfrage ist ungebrochen", erklärte Mezgolich. Plass, beim Pressegespräch mit dem Spitznamen "Plot-Plastinator" versehen, soll dann auch am 1. Dezember mit seiner Schiller-Neuschreibung und der zweiten Uraufführung der Saison das Jahr gebührend ausklingen lassen. "Moorland - eine gottverdammte Terroristenbande" nennt sich der Klassiker in seinem neuen Mantel, der nicht weniger rasant zu werden verspricht als sein Vorgänger.

"Alle werden Geschichten vom Leben im Ausnahmezustand erzählen", so Mezgolich. Als erste Uraufführung wird in Kooperation mit den Wiener Wortstätten "Kill Hill" von Viliam Klimacek auf die Bühne kommen, ab 23. Jänner verwandelt Christian Himmelbauer Hofmannsthals dramatische Vorlage in die Komödie "Letzter Aufruf Jedermann", ab 13. Februar wagt sich Dominik Oley mit "Plotting Psycho" an Hitchcock, und am 25. April lädt Christian Suchy zum Robinson-Crusoe-Projekt "Zwaa auf ana Insl". Als zweite Wiederaufnahme (ab 12. Oktober) wurde "Bentley fahren" von Bruno Pellandini angekündigt.

"Das TAG hat sich in den letzten Jahren hervorragend entwickelt", freute sich Geschäftsführer Urbach. Die letzte Saison habe man mit einer Auslastung von 87 Prozent und 12.500 Besuchern (plus 13 Prozent) beendet. Diese Zahlen dürften im Kalenderjahr 2012 noch getoppt werden, hält man doch bereits jetzt vor Saisonbeginn bei ebenso vielen Besuchern wie im gesamten Jahre 2011. Die finanzielle Situation sei weiterhin nicht rosig, die Förderung der Stadt Wien beträgt 735.000 Euro, die Ergebnisse der Theaterjury hinsichtlich Projektförderungen sollen im Jänner vorliegen.   (APA, 11.9.2012)

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