Die unsichtbaren Menschen Belgrads

Reportage |
  • Die meisten Roma in Serbien gelten als "legally invisible". Vor allem Kinder sind zusätzlich von Menschenhandel betroffen.
    vergrößern 645x450
    foto: derstandard.at/blei

    Die meisten Roma in Serbien gelten als "legally invisible". Vor allem Kinder sind zusätzlich von Menschenhandel betroffen.

  • Nach einer Zwangsumsiedlung müssen bis zu sechs Menschen  in einem 16 Quadratmeter großen Container Platz finden.
    vergrößern 645x450
    foto: derstandard.at/blei

    Nach einer Zwangsumsiedlung müssen bis zu sechs Menschen in einem 16 Quadratmeter großen Container Platz finden.

  • Die Leitungen der Sanitärcontainer in einem der Lager sind bereits seit zwei Jahren undicht.
    vergrößern 645x450
    foto: derstandard.at/blei

    Die Leitungen der Sanitärcontainer in einem der Lager sind bereits seit zwei Jahren undicht.

  • Eine der Containersiedlungen rund um Belgrad wurde auf einer ehemaligen Mülldeponie errichtet.
    vergrößern 645x450
    foto: praxis serbia

    Eine der Containersiedlungen rund um Belgrad wurde auf einer ehemaligen Mülldeponie errichtet.

  • Nach den Umsiedlungen wird alles dem Erdboden gleichgemacht.
    vergrößern 645x450
    foto: praxis serbia

    Nach den Umsiedlungen wird alles dem Erdboden gleichgemacht.

  • Zenja von der NGO "Praxis" sucht das Gespräch mit einer Familie in einer illegalen Siedlung.
    vergrößern 645x450
    foto: derstandard.at/blei

    Zenja von der NGO "Praxis" sucht das Gespräch mit einer Familie in einer illegalen Siedlung.

  • Die Hütten werden inmitten von Müll errichtet, Strom und Wasser gibt es nicht.
    vergrößern 645x450
    foto: derstandard.at/blei

    Die Hütten werden inmitten von Müll errichtet, Strom und Wasser gibt es nicht.

Sie leben in Slums, werden delogiert, und die meisten von ihnen müssen die eigene Geburt vor Gericht beweisen: Roma kämpfen um ihre Rechte

Es macht fast kein Geräusch, als die Frau und der Mann die große Kartonbox falten. Nur nicht die Aufmerksamkeit der Passanten gegenüber dem Bahnhof von Belgrad erregen. Unsichtbar zu bleiben scheint die Absicht der beiden zu sein. Und es dreht sich tatsächlich niemand nach den zwei bloßfüßigen Menschen mit den zerrissenen Kleidern und dem demolierten Einkaufswagen um, in dem sie die Box schließlich verschwinden lassen.

Der Mann und die Frau gehören zur Volksgruppe der Roma. Sie sammeln Papier, Plastik und Metall und verkaufen es an die Recyclingunternehmen des Landes. Eine Tonne Papier bringt etwa 5.000 serbische Dinar (ca. 50 Euro). Für ihr Schicksal interessiert sich in Serbiens Hauptstadt fast niemand. Sie geraten nur dann in den Fokus der Öffentlichkeit, wenn sie als Sinnbild für soziale Missstände und Politikversagen herhalten müssen.

"Roma? Ach, Sie meinen die Zigeuner! Ja, die bekommen alles, was sie wollen, und sind damit nicht zufrieden", antwortet ein junger Serbe auf die Frage nach seiner Einstellung zu der Volksgruppe. Auch in Belgrads Fußgängerzone wird beim Thema Roma oft genug von "Sozialschmarotzern", "nicht integrationswillig" und "schmutzig" gesprochen.

Unsichtbare Menschen

Deshalb leben die Roma oft außerhalb der öffentlichen Wahrnehmung in Siedlungen, die an Slums in Südamerika oder Asien erinnern. Viele von ihnen kamen während des Kosovo-Konflikts Ende der 90er Jahre als Binnenflüchtlinge in die serbische Hauptstadt. Sie waren auf der Suche nach Schutz und besseren Lebenschancen. Die Realität sieht mehr als zehn Jahre später anders aus. Fast die Hälfte von ihnen lebt unterhalb der Armutsgrenze.

Nach Schätzungen der serbischen NGO "Praxis" leben in Serbien mindestens 6.500 "Legally Invisible Persons" (rechtlich unsichtbare Personen). Das bedeutet, dass sie zwar im Land geboren, aber nie im Geburtenregister erfasst wurden. Dadurch haben sie auch keinen Anspruch auf Sozialgelder und Ausbildungsmöglichkeiten. Es gibt sie de facto nicht, und sie müssen ihre Existenz erst vor dem Staat beweisen. Zudem sind ihre Kinder stark von Menschenhandel bedroht.

150 illegale Siedlungen in Belgrad

Ihre Heimat sind die etwa 150 großteils illegalen Siedlungen in und rund um die Stadt. Die Hütten aus Spanplatten, Metallabfällen oder Autoersatzteilen lassen sich nur schwer zwischen den Müllbergen ausmachen. Es ist erstaunlich still in dem Lager in einem der Außenbezirke Belgrads. Nur das Brummen eines Stromaggregats ist zu hören - der einzigen Elektrizitätsquelle. Zerrissene Kleidung, zerbrochenes Spielzeug und tote Tiere wurden oft bereits in den erdigen Boden hineingetrampelt. Der Geruch von gärenden Flüssigkeiten und Exkrementen liegt in der Luft.

"Wie geht es euch? Besitzt jeder von euch Papiere?", fragt Zenja, Menschenrechtsaktivist bei "Praxis", die Bewohner. Manche von ihnen drehen sich weg, verschwinden in ihren Hütten und spähen durch die zerkratzten Fensterscheiben nach draußen. Die meisten bleiben allerdings neben Zenja stehen und wollen mit ihm reden. Etwa einmal im Monat kommt ein Vertreter der NGO vorbei, um nach dem Rechten zu sehen. Viele Bewohner haben bereits Papiere, manche erkundigen sich nach dem Aufwand. Die meisten haben keine Ahnung, was ihnen ein Ausweis bringen soll.

Neues Gesetz erleichtert legalen Status

Bis dato war es ein kompliziertes und nicht geregeltes Prozedere, dem Staat Serbien die eigene Geburt zu beweisen. Waren etwa die Eltern "legally invisible" und nicht im Geburtenregister verzeichnet, hatte man selbst keine Chance auf einen Eintrag. Zudem musste die Mutter vor der Behörde die Geburt des Kindes bezeugen. Hatte man keinen Kontakt mehr zu den Eltern oder waren diese bereits tot, erlosch auch die Möglichkeit auf einen legalen Status. 

Am 8. September 2012 trat in Serbien allerdings ein neues Gesetz in Kraft, das zum ersten Mal einen Amtsweg zur Erlangung der Geburtsurkunde festlegt. So muss jene Person, die ins Geburtenregister eingetragen werden möchte, ein Formular ausfüllen, das so viele Informationen wie möglich zu ihrer Geburt enthält. Das Gericht überprüft dann mit Hilfe der Polizei und Behörden die Angaben. Ist das nicht möglich, muss die Person zwei Zeugen stellen, die ihre Existenz bestätigen können. Ist es nicht möglich, ein genaues Geburtsdatum festzustellen, gilt der 1. Jänner des am ehesten passenden Jahres. Das Prozedere ist kostenlos und muss vom Gericht innerhalb von 90 Tagen abgeschlossen werden.

Delogierung ins Nirgendwo

Doch trotz der damit vereinfachten Möglichkeit, den legalen Status zu erhalten, bleibt es für die "Legally Invisibles" schwer, die Staatsbürgerschaft zu bekommen. Dafür benötigt man eine feste Wohnadresse, die nahezu niemand von ihnen besitzt.

Die fehlende Bereitschaft der Regierung zu Änderungen auf diesem Gebiet kritisiert Zenjas "Praxis"-Kollege Danilo Curcic. Für ihn ist vor allem die Vorgehensweise der Belgrader Stadtregierung unverantwortlich: "Statt Sozialarbeiter in die bestehenden Siedlungen zu schicken und die Probleme der 'Legally Invisibles' an der Wurzel zu packen und zu bekämpfen, übersiedelt man hunderte Familien ins Nirgendwo. Dort haben sie noch weniger Chancen, in die Gesellschaft integriert zu werden." 

Seit dem Jahr 2009 wurden 17 illegale Roma-Siedlungen in Belgrad zwangsgeräumt. Die Hütten wurden dem Erdboden gleichgemacht und Bauprojekte auf dem Grund realisiert. Die Betroffenen wurden oft erst zwei Tage zuvor von der Entscheidung der Stadt informiert. Damit blieb ihnen kaum Zeit, persönliche Gegenstände vor den Baggern zu retten, die ihre Häuser dem Erdboden gleichmachten.

Höfliches Verhalten verpflichtend

Am Tag der Umsiedlung werden Polizisten, Sicherheitsleute und Busse in Position gebracht, um die Menschen aus der Stadt zu karren. Für Personen ohne Papiere bedeutet das Obdachlosigkeit, für Personen mit Papieren heißt die Endstation Containersiedlung. In 16 Quadratmeter kleine Baucontainer werden bis zu sechs Personen gesteckt. Möbel gibt es keine. 

Zusätzlich müssen die Bewohner der Siedlungen bei ihrem Einzug einen Vertrag mit der Stadt Belgrad unterzeichnen, der sie unter anderem zu "höflichem Verhalten gegenüber den Behörden" verpflichtet. Laut "Praxis"-Mitarbeiter Curcic wird dieses Verhalten aber nirgendwo definiert: "Das öffnet Tür und Tor für Behördenwillkür." Bricht ein Bewohner den Vertrag, muss er die Containersiedlung verlassen. "Dadurch landen die Roma wieder auf der Straße, gehen in illegale Lager und kommen schließlich wieder in die Container. Das ist ein Teufelskreis", sagt Curcic.

16 Quadratmeter für sechs Personen

In einem dieser Containerlager, rund 40 Autominuten außerhalb der Stadt, leben 17 delogierte Familien. Laut Zenja handelt es sich um eine der besseren Siedlungen: Die Kinder gehen zur Schule, viele Männer haben Arbeit und es kommt immer wieder vor, dass Familien in Sozialwohnungen umziehen. Rund um die Wohncontainer liegt Wald, das einzige Zeichen von Zivilisation ist eine heruntergekommene Tankstelle am Grundstück nebenan. Aus den Boxen in einem der Container dröhnt "Gasolina" von Daddy Yankee, die Kinder bewegen sich barfuß zur Musik. Als der weiße Jeep mit den "Praxis"-Mitarbeitern vorfährt, unterbrechen sie ihren Tanz für einen Moment, um den Besuch zu begutachten. Zenja erkundigt sich auch hier bei den Bewohnern nach ihrem Befinden und bietet Hilfe an. 

Sofort ziehen ihn zwei Burschen zu den Toilettencontainern. Obwohl es mehr als 30 Grad Celsius hat und seit Tagen kein Regen mehr gefallen ist, ist die Erde rund um die Sanitäranlagen matschig. Seit zwei Jahren schon, seit der Eröffnung der Siedlung, sind die Abwasserschläuche undicht. Die Menschen waten in ihren eigenen Ausscheidungen. Zudem frieren im Winter die Wasserleitungen so schnell ein, dass sie das Wasser rund um die Uhr laufen lassen müssen. Das führt wiederum dazu, dass sich zwischen den Containern eine spiegelglatte Eisfläche bildet. Im Sommer verwandeln sich die Wohncontainer durch die fehlende Isolierung und die Metalloberfläche hingegen in Backöfen.

Dauerhafte Unterkünfte wären billiger

Andere Lager sind in einem noch schlimmeren Zustand. So lässt sich auf Fotos von "Praxis" erkennen, dass manche Containersiedlungen auf ehemaligen Müllhalden errichtet wurden und der Abfall erst wenige Tage vor der Umsiedlung weggeschafft wurde. Ein anderes Lager liegt mitten im Sumpf, die Wohncontainer wurden nur auf ein paar Ziegelsteine gestellt, damit der Innenraum trocken bleibt.

Dabei wäre es laut Berechnungen des Belgrade Centre for Human Rights viel günstiger, den delogierten Familien Sozialwohnungen zur Verfügung zu stellen. Für 100 Familien würden diese laut Berechnungen rund eine halbe Million Euro kosten. Die Container für die gleiche Anzahl kosteten das Doppelte und müssen zudem in ein paar Jahren erneuert werden.

EU bietet Hilfe an

Da sich Serbien um einen Beitritt zur Europäischen Union bemüht, beschäftigen die Zwangsräumungen auch die Beamten in Brüssel. So waren bei den vergangenen Umsiedlungen in Belgrad neben Vertretern von UNO, Amnesty International und lokalen NGOs auch Abgeordnete des EU-Büros in Serbien anwesend. Sie überwachten die Einhaltung der Menschenrechte während und nach der Umsiedlung. 

Peter Stano, der Sprecher der Europäischen Kommission, stellt den Belgrader Behörden gegenüber derStandard.at ein gutes Zeugnis aus und lobt die Zusammenarbeit. Laut Stano wurde eine Arbeitsgruppe installiert, die sich um nachhaltige Lösungen für die delogierten Familien kümmern soll. "Die Europäische Kommission hat Spendengelder angeboten, um Unterkünfte und soziale Lösungen für die umgesiedelten Familien zu finanzieren", sagt Stano. Noch werde aber über die "Definition der Maßnahmen" mit den serbischen Behörden verhandelt. Bis dato sei deshalb noch kein Geld von Brüssel nach Belgrad geflossen.

Hilfe und Erschwernisse

Finanzielle Unterstützung für die Integration der Roma gibt es allerdings von der Weltgesundheitsorganisation (WHO). Vor zwei Jahren wurde das Projekt SWIFT ins Leben gerufen, das die Expertise der Roma im Bereich Recycling würdigt und ausbaut. In Mülltrennungszentren erhalten sie Ausbildung, eine Arbeitsstätte und bekommen so Zugang zum serbischen Sozial- und Gesundheitssystem. 

Den Müllsammlern, die auf eigene Faust für die Recyclingunternehmen des Landes arbeiten, wird das Leben aber erschwert. So schaffte die Stadt Belgrad neue Mülltonnen an, die sich in der Straße versenken lassen. Das macht es den Roma unmöglich, den nicht getrennten Abfall aus den Containern zu holen und getrennt an die Unternehmen weiterzuverkaufen. Mit den Mülltonnen werden auch die beiden Roma gegenüber dem Bahnhof samt ihrem Einkaufswagen aus dem Stadtbild verschwinden, ihre Probleme allerdings nicht. (Bianca Blei, derStandard.at, 12.9.2012)

Dieser Artikel entstand im Rahmen eines JournalistInnen-Austausches zwischen dem Balkan Investigative Reporting Network (BIRN) und derStandard.at. Dabei stellen die Partnermedien einander Infrastruktur wie Büroräumlichkeiten und Computer zur Verfügung. Die Reisekosten werden von der Erste Stiftung übernommen.

Share if you care
Posting 1 bis 25 von 108
1 2 3
eine doku

über die Zigeuner in der Slovakei jeder kann isch drüber dann eine Meinung bilden
http://www.youtube.com/watch?v=wGfJqCQZxOU

Und noch etwas interessantes ist der Doku zu entnehmen

Die Menschen dort bezeichnen sich selbst nicht als Roma, sondern als entgegen der political correctness als tzigani.

Ausführlichere Informationen finden sich hier:

http://diepresse.com/home/mein... h-Zigeuner

Das drüberfahrende Umbenamsen schadet den Umbenamsten und hat auch nicht das Geringste mit Respekt zu tun. Man will damit nur erreichen, dass man an bestimmte Menschen nur mit Schuldgefühlen denken kann, damit man sie nicht korrekt wahrnimmt. Grad von den Zigeunern könnten wir uns nämlich viel abschauen, wenn nicht Vorschrift wäre, sie als arme Hascherl zu sehen.

Richtig!

Und ich sch**sse auf die Vorschriften, die uns von selbsternannten "Experten" gemacht werden, die nicht einmal demokratisch gewählt sind und wahrscheinlich nicht einmal eine Mehrheit repräsentieren. Im Kern sind diese Weltverbesserer nichts anderes als miese Faschisten, die nichts anderes zu tun haben, als ihren Mitmenschen vorzuschreiben, was sie sagen dürfen und was nicht.

Ich denke, man wird die Probleme erst lindern können,...

...wenn man die schwarz/weiß-Brille ablegt, beide Seiten sieht und ALLE Ursachen hinterfragt und nachhaltig bekämpft.

Der Rassismus, der gegenüber den Roma tief verwurzelt ist, ist sicher das Kernproblem. Aber es wird schwer sein, den zur verringern, wenn sich bestehende rassistische Vorurteile leider auch bestätigen.

Es wird nicht reichen, vernünftige Siedlungen zu errichten, wenn die aus vorherigen Projekten binnen kurzem völlig devastiert wurden.
Es wird keine Integration möglich sein, wenn die Regeln des engen Zusammenlebens in Europa nicht eingehalten werden.
Man wird die Armut nicht überwinden können, wenn die Kinder nicht in die Schule geschickt werden.

Primär ist das eine social-engineering Aufgabe, keine technisch-finanzielle.

ich lebe in der slowakei

und war mit einem Pfarrer, der sich sehr für die Roma engagiert in so einer Roma Siedlung. Was ich dort gesehen habe war unfassbar. Dort wurden wunderschöne Gebäude hingestellt für ca. 500 Leute. Pro Familie eine Wohnung. Tolle Anlage, toller Garten mit Kinderspielplatz und so weiter. Stolz präsentierte mir der Geistliche, was er mit Hilfe von EU-Geldern realisieren konnte. Ein Jahr später, waren keine Fenster mehr da, Türen wurden verkauft, die Anlage war komplett verschmutzt. Sogar Wasserzähler wurden ausgebaut und verkauft! In seiner Enttäuschung plant dieser Pfarrer aber wieder Siedlungen.

Meiner Meinung hilft nur Bildung und viel Sozialarbeit!

ein tendenziöser Bericht

nach 2 Jahren die Leitungen kaputt. Kenne ich, da ruft man den Elektriker bzw. den netten Nachbarn und das WE ist verplant.

40 Minuten von Belgrad entfernt: Wow, und wie lange fährt man von Wien nach Mödling an einem stark frequentierten Tag?

Die Helfer von Praxis fahren im Jeep vor und erkundigen sich. Ist dieser Job noch zu haben?

Die Kinder unterbrechen ihren Tanz. Ja, so sind´s die Zig... Ups die Roma.

Finanzielle Unterstützung für die Roma von WHO... usw. usf. Wurde eigentlich schon mal zusammen gezählt was bis dato gespendet wurde und welche Ergebnisse das hatte? Nur mal so gefragt.

Im 16m großen Container werden bis zu 6 Leuten ...
Also wieviel jetzt wirklich? Köpfe div. durch Container könnte Aufschluß geben.

Toll geschrieben

solange einer der grundsäulen des europäischen denkens die seßhaftigkeit ist, wird es für die roma und sinti keine akzeptanz geben.
tolerant ist der europäer schon lange nicht mehr. war er es denn jäh? manchmal kommen mir zweifel. immer öfter.

Die Roma/Sinti wurden erst zum "fahrenden Volk", als sie überall verjagt wurden.

Dann kamen zwei "Katastrophen": Industrialisierung und Nazis.
Die Industrialisierung machte mit einem Schlag alle Berufe unnötig: Löffelschnitzer, Messerschleifer, Kesselflicker waren davor unverzichtbar, plötzlich sinnlos und überteuert. Da blieben nur Bettlerei, Gaukelei, und Musik - es gab Tausende kleine Kapellen, die für Kost und Logis in Wirtshäusern aufspielten.

Dann kamen die Nazis und beschlossen das Radio zu nutzen, um Führerreden landesweit auszustrahlen -- dazu mussten jedoch erst die Wirtshausmusiker weg. Prompt wurden alle Fahrenden, viele davon "weiß" oder "arisch", wegen ihrer frechen Lieder zu Feinden des Regimes und massenwese ermordet.

wo sind denn sie schon herumgefahren?

ausser in den magic life club?

schon mal in albanien, russland oder bulgarien gewesen?
und da red ich nicht von hauptstadt-all inclusive- nepp.

daheim im schönen österreich ists am schönsten hinterm laptop in der warmen wohnung.

sie können mal mit mir auf montage fahren nach südosteuropa. da werden ihnen die augen aus dem kopf kullern wenn die männer vom normalen leben dort erzählen .-)

Teil 2: (Nach dem Motto: Da gab es mal einen Roma, der hat das und das gemacht, und dann hab ich noch gesehen… Aber kennen, nein, persönlich kennen tu ich ansonsten keinen.) Schauen sie sich nur die vielen Kommentare in diesem Forum an.

Hier wird mit Beschimpfungen um sich geworfen, und andere Meinungen werden sofort mit dem Totschlagargument, „du bist ja nur ein Gutmensch“, diskreditiert. Und dann wollen sie mir allen Ernstes weiß machen, dass Poster wie „xander cage“ noch dazu in der Lage wären, ihre eigene Meinung kritisch zu hinterfragen. Denn ich kenne genauso viele Berichte aus solchen Gegenden, in denen man sich nicht nur über die Roma beschwert, sondern diesen ganz andere Sachen an den Hals wünscht, die weit über die übliche Kritik hinausgehen. So verlieren auch Erlebnisberichte, die sich mit rassistischen Ressentiments vermischen, ihren Wert, und können nur noch schwer ernst genommen werden. Zu einer Lösung tragen sie auf jeden Fall nicht bei.

Teil 1: Das viele Roma in Süd- u. Osteuropa alles tun, um die Vorurteile, die die Gegenseite von ihnen hat noch zu bestätigen, ist nicht unbedingt neu. Auch sind viele Vorwürfe, die hier im Forum ausgetauscht werden, ...

insofern realistisch, indem die meisten Probleme ansprechen, die es wirklich gibt. Aber sie werden sich kein Bild von der Lebensrealität dieser Menschen machen können, wenn sie sich nicht intensiv mit ihnen beschäftigt haben. Viele Osteuropäer haben sicher Gründe für ihre Aversionen gegen die Roma, doch ist der immer mehr um sich greifende Rassismus der Gegenseite genauso Realität. Und kommen sie mir nicht damit, dass die Leute dafür ihre Gründe hätten. Viele haben Gründe (genauso wie die Roma), viele kennen die Roma aber nur vom sehen, oder von den Erzählungen ihrer Mitmenschen, und haben dennoch kein Problem mit groben Verallgemeinerungen.

dann schon lieber die Türkei in der EU, ohne Frage!

an xander cage

Wenn man Menschen bzw. Menschengruppen vom normalen Leben ausschließt und stigmatisiert, ihnen (wie Sie selbst schreiben) nur Putzen und Prostitution als legale Einkommensquelle überlässt und nichts unversucht lässt, um diese Menschen in der Bevölkerung verächtlich machen, darf man sich nicht wundern, wenn das passiert, was Sie geschildert haben. Aber eine Frage habe ich schon an Sie: Was versprechen Sie sich von diesem Pamphlet gegen die Roma in Belgrad? Was wollen Sie damit erreichen?

Er ist Rassist und schreibt sich seinen Hass vom Hals

Es gibt genügend österreichische Roma, die genauso wie andere Österreicher leben, einer geregelten Arbeit nachgehen, teilweise studiert haben und am üblichen sozialen Leben teilnehmen. Die Zugehörigkeit zu einer ethnischen Gruppe bedeutet nicht automatisch Ausschluss aus der Gesellschaft. Es hängt immer davon ab, wie man sich selbst verhält und ob man sich selbst ausgrenzt. Es ist auch nicht notwendig, seine ethnischen Wurzeln bei jeder Gelegenheit herauszustellen.
Ich kann es- in Österreich- von keinem dunkelhaarigen Menschen nur durch einen Blick feststellen, ob er bzw. seine Vorfahren Italiener, Türkei oder Roma sind/waren.

Soziale Probleme im Ausland sollten von den jeweiligen Ländern gelöst werden!

sie leben in einer kuschelwelt .. süss.

guten morgen in der realität:
diese bevölkerungsgruppe schei.st auf liebe worte. die nehmen was sie kriegen können ,und wenn nicht, stehlen sie es. die häuptlinge der familien wollen nix arbeiten, die leben von diebstählen der kinder. googeln sie mal wieviele frauen zur prostitution gezwungen werden und wieviele zwangsverheiratet

Das ist ein soziales Problem; die tiefste Unterschicht ist überall so.
Das war mit den "Ziegelbehm" nicht anders, und mit in bitterster Armut lebenden Österreichern, und in den Slums in Irland, usw.

"Wenn man Menschen bzw. Menschengruppen vom normalen Leben ausschließt und stigmatisiert,...darf man sich nicht wundern, wenn das passiert"

Das kann man natürlich so sehen. Man könnte aber genauso gut auch umgekehrt fragen:

"Wenn man sich gegenüber dem Rest der Bevölkerung asozial verhält, muss man sich dann wundern, wenn man ausgegrenzt und stigmatisiert wird?"

Das ist ein typisches Henne-Ei-Problem.

Nicht alle Roma sind unsichtbar,manche sind auf YouTube

Nicht alle Roma in Serbien sind Arm
Arm sind sicher diese Kosovo Flüchtlinge
Danke Nato,danke EU,danke Österreich
Andere Roma die nicht Kosovo Flüchtlinge sind geht es einbisien besser.

http://www.youtube.com/watch?v=S... re=related

sanitärcontainer

zu der sache mit den undichten leitungen muss man aber schon bemerken, dass DAS problem mit dem feuchten erdreich zumindest provisorisch SELBST lösbar ist: entweder man schickt die herumlungernden jungs steine oder betonplatten sammeln, um einen trockenen gehweg zu verlegen, oder man legt bretter darüber.

dieses gejeiere ist einfach unglaubwürdig. immer über müll klagen, aber wenn man ihnen neue wohnblocks hinstellt - wie im kosovo - werfen sie den müll vom balkon!

"Die Hütten werden inmitten von Müll errichtet, Strom und Wasser gibt es nicht."

vlt wurde der Müll erst nach Errichtung der Hütten angehäuft

Bei der Zigeunersiedlung in der Stadt, die ich kenne, sind die Hütten nicht auf Müll errichtet, vielmehr gewinnt man den Eindruck, dass die Hütten der Müll sind. Daran ändert auch das Security-Häuschen nix.

"So lässt sich auf Fotos von "Praxis" erkennen, dass manche Containersiedlungen auf ehemaligen Müllhalden errichtet wurden und der Abfall erst wenige Tage vor der Umsiedlung weggeschafft wurde."

Posting 1 bis 25 von 108
1 2 3

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.