Auer-Welsbach kassiert für Steuerdelikt Geldstrafe

  • Wolfgang Auer-Welsbach hat sich selbst angezeigt.
    foto: apa/eggenberger

    Wolfgang Auer-Welsbach hat sich selbst angezeigt.

Der Kärntner Finanzjongleur bekommt eine Geldstrafe von 300.000 Euro aufgebrummt. Angezeigt hat er sich selbst

Klagenfurt - Der Kärntner Finanzjongleur Wolfgang Auer-Welsbach, der in der Haftanstalt Graz-Karlau wegen Betrugs, Untreue und betrügerischer Krida eine Haftstrafe von acht Jahren verbüßt, ist am Dienstag am Landesgericht Klagenfurt auch wegen eines Finanzvergehens schuldig gesprochen worden. Ein Schöffensenat unter dem Vorsitz von Richterin Sabine Roßmann verurteilte ihn zu einer Geldstrafe von 300.000 Euro und bei Nichteinbringung zu einer Ersatzhaftstrafe von 270 Tagen. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.

Auer-Welsbach, der laut eigenen Aussagen in Graz-Karlau der Krankenabteilung zugeteilt wurde und als Zahnarzt-Assistent derzeit rund 50 Euro im Monat verdient, hatte im April 2010 Selbstanzeige erstattet, weil er Einkommen von Liechtensteinischen Stiftungen in Österreich nicht versteuert hat. Konkret geht es um mehr als 600.000 Euro an Einkommens- sowie an Körperschaftssteuer. Am Dienstag stand Auer-Welsbach deshalb wegen gewerbsmäßiger Abgabenhinterziehung vor Gericht.

Die Einsicht des Beschuldigten

Zum Zeitpunkt der Selbstanzeige gab es Diskussionen über eine CD mit Namen von Steuersündern, die das österreichische Finanzministerium in Liechtenstein gekauft hatte. Diese CD sei aber nicht der Grund für die Selbstanzeige gewesen, sagte Verteidiger Franz Großmann in seinem Plädoyer, sondern "es war die Einsicht des Beschuldigten". Er habe die Schuld mittels eines Finanzplans zurückzahlen wollen, habe aber nicht mehr die Möglichkeit dazu gehabt. Der Finanzjongleur war kurz darauf in Untersuchungshaft genommen worden, seine Unternehmen schlitterten in den Konkurs.

Diese Einsicht werteten sowohl Staatsanwalt Helmut Jamnig und der Vertreter des Finanzamtes, Manfred Pressler, als mildernd und bestanden nicht auf einer primären Haftstrafe. So sah es auch die Richterin, die die mehrfache Tat-Wiederholung und das Zusammenkommen von zwei Steuern über einen längeren Zeitraum als erschwerend beurteilte. (APA, 11.9.2012)

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19 Postings

Da muss man nur aufpassen, dass der nicht im Knast ein Pyramiden-Spiel aufzieht, und den anderen Häftlingen die 50 Euro verspekuliert.

Genau diesen Artikel würde ich gerne öfters mit

jeweils einen anderen Namen lesen.

Wenn wir doch nur nicht in einer Bananenrepublik leben würden.

50 €?

und wieviele minuten arbeitet er dafür?

einen job um 50€ macht in ganz in ganz österreich kein mensch - für diese verarschung gönn ich ihm eine noch höhere strafe

öh, der man arbeitet in der gefangenen-krankenanstalt, jeder, der im gefängnis arbeitet kriegt einen "lohn", damit er sich in der kantine bzw. dem shop was kaufen kann. was wollen's einem häftling zahlen? kollektivvertrag?

Warum sollte ein Häftling nicht einen der Arbeit angemessenen Lohn bekommen?

Die Produkte werden ja nicht billiger dadurch, dass die nicht bezahlt und nicht sozialversichert werden.

der häftling bekommt einen angemessenen lohn. dass er nicht kollektivvertraglich entlohnt wird liegt hauptsächlich daran dass er weder kost noch logie zahlen muss, das übernimmt ja der staat zu diesem zeitpunkt.

Der Häftling bekommt ein einseitig festgesetztes Entgelt, ohne Pensionsversicherung.

Der Punkt ist, dass Häftlinge aus dem Zwangsarbeitsverbot der EMRK ausgenommen sind.

es bleiben ihm vom job 50 € taschengeld ok

ich gebe aber zu meiner schande zu, daß ich nicht wußte, daß der typ im gefängis sitzt - das passiert ja höchst selten, daß so ein windhund auch bestraft wird.

Wieder einer, der nicht einmal den Artikel liest, auf den er reagiert.

Hier steht gleich im ersten Satz: "Klagenfurt - Der Kärntner Finanzjongleur Wolfgang Auer-Welsbach, der in der Haftanstalt Graz-Karlau wegen Betrugs, Untreue und betrügerischer Krida eine Haftstrafe von acht Jahren verbüßt ..."

und ein paar Zeilen tiefer: "Auer-Welsbach, der laut eigenen Aussagen in Graz-Karlau der Krankenabteilung zugeteilt wurde und als Zahnarzt-Assistent derzeit rund 50 Euro im Monat verdient, ..."

Deutlicher gehts ja gar nicht.

ja das war ziemlich blöd von mir

wer lesen kann ...

... "...der in der Haftanstalt Graz-Karlau wegen Betrugs, Untreue und betrügerischer Krida eine Haftstrafe von acht Jahren verbüßt,..."

wenn sie damit meinen dass das taschengeld sein gesamter lohn ist, ja. aber mehr als 50€ kriegt er gesamt eben nicht, er ist häftling. sozialversichert ist er auch woanders als bei der gkk ;-)

ist das überhaupt der wert seiner riesengoldmünze, oder wurde die eh schon eingezogen?

"mittels eines Finanzplans zurückzahlen wollen"

"aber nicht mehr die Möglichkeit dazu gehabt". lange nicht mehr so gelacht.

Zahnarzt-Assistent

Next Stop Bundesparteiobmann oder Minister. Mit der Ausbildung zum Zahnarztassistent hat man momentan die höchste Chance auf eine steile politische Karriere. Mit Vorstrafe dazu auch noch - besser geht´s nicht, gleich bewerben.

Beim Auer-Welsbach wäre ich mir nicht sicher, ob er einem nicht die Goldplomben fladert...

zaharztassistent in karlau. sachen gibts. :-)

Das Ende einer schillernden Karriere!

warum soll ein gelernter Zahnarztassistent nicht eine Mundhygiene bei den schweren Jungs in der Karlau machen?

die Einsicht des Angeklagten....

wird wohl auch nur dann dermassen gerne beim Strafmaß berücksichtigt, wenn es sich um einen gewerbsmässigen Hinterzieher im großen Stil handelt...

wie immer: den Großen wird nachgesehen, wofür man "Kleine" kompromisslos aufhängt....

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