Akupunktur bei chronischen Schmerzen wirksamer als Placebo

11. September 2012, 11:20
  • Die Studienergebnisse zur Wirksamkeit der Akupunktur sollen von erheblicher Bedeutung für weitere Diskussionen sein.
    foto: apa/karin zehetleitner

    Die Studienergebnisse zur Wirksamkeit der Akupunktur sollen von erheblicher Bedeutung für weitere Diskussionen sein.

Die Unterschiede im Vergleich zur Scheinakupunktur sind zwar klein, aber konsistent

Eine große internationale Untersuchung, die online in der Fachzeitschrift Archives of Internal Medicine veröffentlicht wurde, zeigt, dass Akupunktur bei chronischen Rücken-, Schulter-, Kniegelenks- und Kopfschmerzen nicht nur wirksamer als eine Routinebehandlung ist, sondern auch besser hilft als eine so genannte Scheinakupunktur.

Für die so genannte "individual patient data" Meta-Analyse unter der Federführung von Andrew Vickers vom Memorial Sloan Kettering Cancer Centre in New York wurden die individuellen Daten von 17.922 Patienten aus insgesamt 29 Studien in einer großen Datenbank zusammengeführt. Berücksichtigt wurden ausschließlich Studien, in denen die Patienten in angemessener Weise strikt zufällig einer Akupunktur- oder einer oder zwei Kontrollgruppen zugeteilt worden waren. 

Akupunktur schneidet gut ab

In einem Teil der Studien wurde Akupunktur mit Scheinakupunktur verglichen. Letztere wurde in Form einer oberflächlichen Nadelung außerhalb bekannter Akupunkturpunkte vorgenommen. In anderen Studien wurden die mit Akupunktur behandelten Patienten mit Patienten, die keine Akupunktur erhielt, verglichen. Manche Studien verglichen alle drei Optionen miteinander. Bei allen vier untersuchten Indikationen schnitt die Akupunktur statistisch signifikant besser ab als die Kontrollgruppen.

Laut Studienautor Klaus Linde vom Klinikum rechts der Isar sind die Ergebnisse zur Wirksamkeit der Akupunktur von erheblicher Bedeutung für weitere Diskussionen: "Bisherige Untersuchungen haben wiederholt gezeigt, dass die Gesamteffekte einer Akupunkturbehandlung klinisch relevant sind; ob die richtige Wahl der Punkte eine Rolle spielt, war jedoch bisher umstritten. Unsere Analyse zeigt nun, dass die Punktwahl ebenfalls eine Rolle spielt. Die Unterschiede im Vergleich zur Scheinakupunktur sind zwar klein, aber sehr konsistent, das heißt die Studienergebnisse passen gut zusammen."

Die vorhandenen Daten sprechen dafür, dass eine Scheinakupunkturbehandlung, zumindest in der Schmerztherapie, häufig mit erheblichen Effekten einherzugehen scheint und somit entweder gar nicht als Placebo oder als besonders potentes Placebo zu interpretieren ist. (red, derStandard.at, 11.9.2012)

Original-Publikation:

Archives of Internal Medicine: Acupunture for Chronic Pain. Individual Patient Data Meta-analysis. Published online: Sept 10, 2012.
doi: 10/1001/archinternmed.2012.3654

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Das ist der Unterschied!

Es ist und bleibt ein Glaubensgebäude, je mündiger die Menscheit wird desto weniger werden diese esoterischen Praktiken ausgeübt werden - übrigens, das mit den Jahrtausenden könnens abhakeln, die TCM inkl. Akupunktur hat der Mao wieder salonfähig gemacht - in Anbetracht der leeren Geldsäckeln aufgrund derer keine moderne Medizin möglich war...

glaubt irgendwer wirklich noch im ernst, dass eine jahrtausende alte behandlungsmethode wirkungslos sein soll?

die akupunktur wird es noch geben, da hat man den aderlass, das trinken von quecksilber und das impfen schon lange aufgehört....

Scheinakupunktur

Es gibt viele Studien, die zeigen, dass es völlig egal ist wo eingestochen wird. Meridiane und spezielle Akupunktur Punkte sind reine pseudoreligiöse Fiktion. Mit Metaanalysen kann alles und nichts "bewiesen" werden. Die meisten Metaanalysen sind eine Zusammenfassung von einzelnen wenig aussagerkräfigen Einzelstudien, wobei das Ergebnis von der Qualität der Einzelstudien abhängt und nur einen Trend angibt.

Exakt.

Für Metaanalysen gilt: Garbage in, garbage out.

marty fink hat weiter unten einen hilfreichen Link gepostet, ich erlaub mir den einfach zu kopieren:
http://scienceblogs.com/insolence... 2-edition/

Die Hoffnung wäre auch aus der Medizin zu verbannen

http://diepresse.com/home/scie... ssenschaft

Man muss allen Patienten konsequent Schmerzen suggerieren, Hoffnungen nehmen - so steigert man effektiv den Absatz der einzig wahren Medikamente, und behält die Patienten unter der Kontrolle der einzig wahren Medizin.

Ich weiß von einem Heilpraktiker, der seinen Patienten erstmal die Nebenwirkungen der Medikamente vorlesen lässt, die sie nehmen. Anschließend preist er dann seine garantiert nebenwirkungsfreien (und wirkungsfreien) Methoden an.
DAS ist Suggestion. Das ist auch kein Einzelfall, sondern das Branchenprinzip der Alternativen. Nichts anderes machen Sie hier. Die Alternativen funktionieren, weil die Medizin so böse ist. Ein immerwährendes Argument der Argumentlosen.

Vorsicht, er wird Sie auch gleich als blöd bezeichnen!!

Ich könnte ihn auch nach Beweisen fragen. Anekdoten gelten nichts.

Sie verwechseln da was. ich habe ein Beispiel genannt für das Argument das folgte.

Mein Argument:
Die Alternativen liefern keine belastbaren Belege für die Wirksamkeit der eigenen Methoden, sondern definieren sich darüber, dass die Medizin angeblich schlecht ist.

Als Beleg habe ich ihr eigenes Verhalten hier im Forum genannt. Sie dürfen sich aber auch so gut wie jeden anderen Verteidiger der Alternativen hier bemühen, früher oder später kommt irgendwas über die "Pharmamafia" oder die raffgierigen, bösen Ärzte.

Komplementaritätsprinzip

MEIN Argument:
Die Alternativen-Gegner liefern keine belastbaren Belege für die Nicht-Wirksamkeit der alternativen Methoden, sondern definieren sich darüber, dass die Wirkung der alternativen Medizin angeblich schlecht belegt ist.

Als Beleg nenne ich das Verhalten der Alternativen-Gegner hier im Forum, insbesondere ChristophB(*). Sie dürfen sich aber auch so gut wie jeder anderen Gegner der Alternativen hier bemühen, früher oder später kommt irgendwas über die "Alternativen-Mafia" oder die unwirksame, betrügerische Alternativmedizin.

*) http://derstandard.at/plink/134... 5/27993030

Ganz ihrer Meinung!

1. Wer behauptet eine alternative Methode wirkt, hat zunächst einmal zu belegen, dass sie wirkt und nicht den anderen vorzuschreiben, sie hätten gefälligst zu beweisen, dass sie nicht wirkt.

2. Dennoch haben Wissenschaftler z.B. klar bewiesen, dass die Homöopathie keine spezifische Wirkung hat. Das ist in dutzenden Studien belegt. Wenn man die vorlegt, ist das meistens der Punkt in einer Diskussion, an dem die Alternativen ihre Mistkübel über Wissenschaft und Medizin ausschütten.

3. Ich finde die rational denkenden Menschen hier (inkl. CB) haben recht klar gemacht WARUM die Alternativen unwirksam und betrügerisch sind. Sie dagegen konnten das Gegenteil nicht belegen, indem Sie z.B. einen Beweis für die Wirksamkeit gebracht hätten.

Nach den regeln der Wissenschaft wird 'falsifiziert', falls sie den Ausdruck kennen.

Was genau wollen Sie mir mit dieser unnötigen Bemerkung sagen?

1. Wer behauptet eine alternative Methode wirkt NICHT, hat zunächst einmal zu belegen, dass sie NICHT wirkt.

2. Das ist ganz offensichtlich abhängig von der Auswahl der wissenschaftlichen Studien die man trifft. Selektive Fakten, selektives Ergebnis.

3. Ich muss nicht beweisen dass die Alternativen funktionieren, denn ich lehne nur das "geht nicht"-Vorurteil ab. Wer an mir vorbei kommen will, muss beweisen dass die Alternativen nicht funktionieren.

Blödsinn.

Die Behauptung, dass es nicht funktioniert fußt ja auf der ersten Behauptung, dass es funktioniert. Deswegen muss diese erste Behauptung zuerst mal belegt werden.

Beispiel?
"Sie sind mir 1000€ schuldig. Was, das glauben Sie nicht? Dann beweisen Sie mir mal das Gegenteil davon!"
Würde man von Ihnen mit so einer 'Argumentation' etwa Geld bekommen?

Nö. Wenn ich, für mich, zur Akupunktur gehe, und Sie behaupten dass das nicht funktioniert, dann ist das Ihre Behauptung. Ich kann trotzdem hin gehen. Sie können Behaupten was Sie wollen, wenn ich es nicht *glaube*, reden Sie für mich nur blöd herum. Denn *beweisen* können Sie mir Ihre Behauptung nicht. Und ich gehe weiterhin zur Akupunktur. Und wenn Sie dann wieder stören, und behaupten dass Sie nix beweisen müssen, und dass es trotzdem nicht funktioniert... dann finde ich Sie extrem lächerlich, ein Nörgler der eh nix weiß, aber meint man soll ihm *glauben* weil er ja so super nörgeln kann... Sie sind genauso lästig wie diese Strassenprediger die irgendwas daher labern und meinen man müsste ihnen zuhören, nur weil sie laut reden.

Damit sind Sie weder auf mein Beispiel eingegagen noch konnten Sie ein Argument hervorbringen, Sie liefern immer denselben Brei.

Sie haben mir noch nichts bewiesen, und Sie wollen mir auch nichts beweisen. Sie meinen nur, dass ich Ihnen glauben soll. Tut mir leid, aber jemand wie Sie finde ich nicht glaubwürdig.

CB wird damit leben können.

Sie erkennen einen Beleg pauschal nicht an, sie schreiben selbst in Bezug auf die Vielzahl an Studien, die eindeutig die Unwirksamkeit der Homöopathie erwiesen haben:

"Das ist ganz offensichtlich abhängig von der Auswahl der wissenschaftlichen Studien die man trifft. Selektive Fakten, selektives Ergebnis."

Es fällt alles auf Sie zurück, Ihnen kann man nichts beweisen, weil Sie gar nicht in der Lage sind eine objektive Bewertung durchzuführen. Das zeigt auch ihre Aussage "Willkommen bei den möchtegern-wissenschaftlichen Vorurteilern" gegenüber den "Wissenschaftlern hier.

Welchen Beleg bitte? Den von dem Artikel da oben, wo Akupunktur als wirksamer als Placebo beschrieben wird? Oder den von der Studie die CB gepostet hat, wo drinn steht dass es unklar ist ob es ein Placebo ist oder doch was anderes? Oder haben Sie noch andere zur Auswahl? Die müssten aber besser sein als die beiden genannten.

Tatsache ist: CB hat keine klaren Belege für die Nichtwirksamkeit, Sie haben keine, es ist alles in einem Bereich wo man gut streiten aber schlecht objektiv entscheiden kann ob dies oder jenes. Natürlich kann man auch einfach auf Basis der unklaren Belege entscheiden. Das liegt in der individuellen Meinungsfreiheit. Die haben aber alle anderen auch. Objektiv ist nur die unklare Beweislage.

Das Problem an diesen Studien ist, dass zwei Variablen verändert wurden.

Bei der "richtigen" Akupunktur wird an der "richtigen" Stelle "richtig" gestochen. Bei der Sham-Akupunktur wird an der "falschen" Stelle "falsch" gestochen, nämlich nur oberflächlich.

Das ist unsauber bis schlichtweg unwissenschaftlich.
Man müsste vergleichen:
1. "Richtige Stelle", "richtig" eingestochen.
2. "Richtge Stelle", "falsch" eingestochen.
3. "Falsche Stelle", "richtig" eingestochen.
4. "Falsche Stelle", "falsch" eingestochen.

Dann käme heraus (und das kam auch in korrekten Studien heraus), dass 1 + 3 sowie 2 + 4 gleiche Ergebnisse liefern.
Das bedeutet also das, was immer gesagt wird: das einstechen ist entscheidend und nicht der Ort.

Naja in der vor mir verlinkten Studie wurde ja gar nicht gestochen und die Ergebnisse lagen gleichauf mit der "richtigen" Akupunktur...

Und hierbei handelte es sich ja nicht um eine Einzelstudie, sondern eine Meta-Analyse aus vielen Studien (teilweise mit Sham-Akupunktur und teilweise ohne) wobei es nur schwer möglich ist solche Studien zu kombinieren ohne das Endergebnis zu verzerren.

Also sind Sie mir 1000€ schuldig. Schön! Soll ich Ihnen meine Kontodaten übermitteln oder wollen Sie die Summe in bar begleichen?

Bin ich nicht. Das weiß ich, und Sie haben auch keinerlei Beweis für die vorgebliche Schuld. Sie können aber gerne einen Gerichtsprozess starten, und dann die Kosten zahlen.

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