Zwangsarbeit von Studierenden: Foxconn weist Verantwortung von sich

11. September 2012, 09:01

Chinesische Arbeitervereinigungen üben heftige Kritik an Foxconn

Foxconn geriet vor einigen Tagen heftig in die Kritik, nachdem bekannt geworden war, dass chinesische Studenten zu Beginn des Semesters zur Arbeit am iPhone 5 gezwungen werden - der WebStandard berichtete

Keine Stellungnahme von Apple

Mittlerweile gibt es laut New York Times eine Bestätigung von Foxconn, dass in dem Unternehmen Praktikanten arbeiten würden, diese aber jederzeit gehen können. Von Apple gibt es noch keine offizielle Stellungnahmen zu den Vorwürfen. Zwei Interessensvertretungen von Arbeitern haben sich der Sache angenommen und mit den betroffenen Studenten gesprochen. 

10 von 87 sind Studenten

Li Qiang, Gründer der China Labor Watch, sagt gegenüber der New York Times, dass die Studenten von den Lehrenden zu Arbeit in der Foxconn-Fabrik gezwungen wurden. Li, der immer wieder die Zustände bei Foxconn kritisiert, sagt weiter, dass zehn von 87 Arbeitern, die mit dem iPhone 5 beschäftigt sind, Studierende seien. Der Wille der Studenten, an Kabeln für das neue Apple-Smartphone zu arbeiten, sei nicht sehr groß. Den Studierenden wird allerdings damit gedroht, keinen Abschluss zu bekommen, falls sich diese weigern weiterzumachen. 

Foxconn verweist auf Behörden und Unis

Laut Foxconn sind 2,7 Prozent der 1,2 Millionen Arbeiter Studenten, das sind etwa 32.000. Während des "Praktikums" würden die Studenten von ihren Universitäten und von den Lehrenden beobachtet werden. Alles erfolge alles in Absprache mit lokalen Behörden und den Universitäten. 

Zehntausende Arbeiter fehlen

Bereits vor Monaten hat Apple eine Überprüfung der Arbeitsbedingungen durch die Fair Labor Association bei Foxconn beantragt. Die Untersuchungen haben dazu geführt, dass Foxconn versprach Löhne zu erhöhen und Arbeitszeiten zu verringern. Dies hatte für Foxconn allerdings einen Mangel an Arbeitskräften zur Folge, laut Foxconn handelte es sich um Zehntausende. Die Fair Labor Association berichtete auch über Vereinbarungen zwischen Apple und Foxconn, in denen Foxconn versicherte, Studenten können jederzeit das Unternehmen verlassen und würden auch ihren Studienrichtungen entsprechende Arbeitsplätze bekommen. 

Auch Nokia und Samsung mit harten Arbeitsbedingungen

Die Organisation Scholars Against Corporate Misbehaviour sieht allerdings, dass die Studierenden nicht so frei seien, wie Foxconn behauptet. Ganze Universitäten wurden geschlossen, um Studenten bei Foxconn arbeiten zu lassen. Experten meinen allerdings, dass auch bei Produktionsstätten von Nokia und Samsung unzureichende Sicherheit am Arbeitsplatz und harte Arbeitsbedingungen herrschen. Auch Samsung, das aufgrund seines Umgangs mit Arbeitskräften immer wieder heftig kritisiert wird, hat letzte Woche Verbesserungen angekündigt, nachdem bekannt wurde, dass Minderjährige für das Unternehmen arbeiten, die das gesetzliche Arbeits-Mindestalter noch nicht erreicht haben.

Aufruf lokaler Behörden

In der Zwischenzeit haben auch aufgrund der internationalen Presse chinesische Behörden die Universitäten dazu aufgerufen sich an die Gesetze zu halten und bestätigt, dass mittlerweile viele Studierende Foxconn wieder verlassen hätten. Nichtsdestotrotz halten viele Hochschulen immer noch daran fest und drohen Studierenden mit dem Ausscheiden aus der Universität. (red, derStandard.at, 11.9.2012)

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informationen aus erster hand

aus perspektive der arbeiterInnen: http://www.gongchao.org/de/starts... /FrontPage

na dann

ist ja alles super.

sooo erleichtert..... denn foxconn sagt ja nur die wahrheit, die haben ja absolut keinen grund was schönzufärben.

dann können 10 mio lemminge ja mit gutem gewissen am campinghocker in der warteschlange vorm ei-schopp ausharren

die welt ist wunderschön

da geht's ja zu wie bei den kommunisten - als naechstes

gruenden die arbeiter auch noch einen betriebsrat.

nach der Logik des Foxconn-Verbrechers sind wahrscheinlich die Studenten schuld, weil sie studieren - die könnten sich ja auch als Arbeiter in den Werken ganz freiwillig ausbeuten lassen!

Apple ist wieder einmal nur "Opfer" anderer

Rechtsanwälte sind alles andere als billig, das kann schon mehrere hundert Dollar pro Stunde ausmachen. Bei den Heerscharen von Anwälten, die zur Verteidigung abgerundeter Ecken und ähnlich wertvollen "intellektuellen" Eigentums aufgeboten werden, ist es doch nachvollziehbar, dass sich Apple durch ein wenig Zwangsarbeit den einen oder anderen Dollar erspart?
Ausserdem lese ich in diesem Forum, dass das alle anderen Hersteller es noch viel schlimmer treiben würden, also steht Apple noch immer ethisch mit völlig sauberer Weste da. Deshalb verstehe ich auch, dass Apple zu kleinliche Vorwürfen wie den der Zwangsarbeit gar nicht Stellung beziehen will.

Was sollen sie auch sagen, sie sind nur auftragsgeber!
Foxconn ist der Hersteller und angeblich arbeiten dort eine halbe million menschen an apple geräten !
unmöglich das zu kontollieren.. sie versuchen es aber, auf der apple homepage steht dazu mehr..

Der arme Auftraggeber ... stets nur der Willkür des Auftragnehmers ausgeliefert :) .

Und auch unmöglich in Aufträgen das Verbot von Kinder- und Zwangsarbeit festzuhalten (mit entsprechend hohen Pönalen bei Verstössen). Da solche Verträge stets bekannt kurz und einfach gehalten sind :) .

"Chinesische Arbeitervereinigungen"

sowas gibts da wirklich? und die mucken sogar auf?

Unbezahltes Praktikum ist auch in Österreich üblich (Habe ich auch schon hinter mir, und hatte kein Problem damit) weiß nicht was da so besonders schlimmes sein soll.

unbezahlte praktika sind auch in Ö eine sauerei. Diese werden aber im Studienplan festgelegt und sind im zukünftigen Berufsfeld angesiedelt.
Im Fall der chinesischen Studenten gehts um eine ZangsRekrutierung billigster Arbeitskräfte. Und das unabhängig die Fertigung in Auftrag gebenden Firmen. Wer das verteidigt, um sein Spielzeug rechtzeitig zu haben, disqualifiziert sich selbst.

Ich habe mich eigentlich mit diesen Praktikum gut Qualifiziert und habe dadurch einen gute Job. Laut Foxcon sind die Studenten freiwillig, wenn ja, sehe ich kein Problem, wenn nein ist es eine Schweinerei.

naja, kommt drauf an. Ich halte die 9 monate kostenlose Arbeit um die nicht wenig zu bezahlende ausbildung zum klinischen psychologen beenden zu können für einen Grund warum weniger klinische Psychologen angestellt werden (müssen). Wozu bezahlen, wenns ohne auch geht. Wieviele der chinesichen Studenten studieren etwas technisches?

Experten?

die würden wissen, oder müssten wissen, dass FOXCONN in den selben fabriken nicht nur für apple produziert, sondern für nahezu alle

wissen eh alle, nur steht im artikel, dass die studenten speziell für die iphone 5´s angestellt wurden.

sei es wies ist, diese praktika sind zu verurteilen, oder nicht?

"zehntausende arbeiter fehlen"

einfach mal das gehalt verdoppeln und die arbeitszeit auf 10 stunden reduzieren?

"Auch Nokia und Samsung mit harten Arbeitsbedingungen"

das glaube ich nicht - stimmt nicht!

Nur Apple ist Böse!

Sehen Sie auf ihre Hose, Schuhe, Hemd und überlegen Sie

unter welchen Bedingungen diese hergestellt wurden.

Schon mal was von Sarkasmus gehoert?

Ein wilder vergleich

Sklaventreiber foxconn mit dem friseur oder auch lehrlingsausbildner ums eck zu vergleichen

Ich habe nichts verglichen. Ich habe festgestellt, dass diese Aussage

auch auf viele bekannte und seriöse Unternehmen zutrifft.

"dass Minderjährige für das Unternehmen arbeiten." Das gilt ebenso

für Siemens und den Friseur am Eck so er Lehrlinge ausbildet.

Siemens hat eine der besten Ausbildungen österreichweit. Die ersten zwei Jahre bist du nur in der Top ausgestatteten Lehrwerkstätte und dann hast du anderthalb Jahre zeit, dich im betrieb zu beweisen.

Zusätzlich fährst du (bei entsprechendem verhalten und Leistungen) insgesamt 5 Wochen auf "Urlaub" und zwar auf firmenkosten. Also von ausnutzen von minderjährigen kann keine rede sein ;)

Zwischen Lehre, und stundenlanger Arbeit für wenig Geld, gibt es abgesehen vom wenigen Geld, doch noch einen kleinen aber feinen Unterschied. ;)

In der Praxis oft nicht...

"Minderjährige für das Unternehmen arbeiten, die das gesetzliche Arbeits-Mindestalter noch nicht erreicht haben"

vollständigen Satz lesen hilft...

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