Zivildienst-Jobs könnten vom AMS vermittelt werden

10. September 2012, 20:48

Hundstorfer: "Eine Variante"

Wien - Die SPÖ denkt daran, im Falle eines (von ihr angestrebten) Endes der Wehrpflicht und dem damit einhergehenden Aus für den Zivildienst die fehlenden Jobs im Sozialbereich über das AMS vermitteln zu lassen. "Eine Variante ist, dass diese neuen Jobs auch vom Arbeitsmarktservice angeboten werden, im Rahmen der üblichen Vermittlungstätigkeit", sagte Sozialminister Rudolf Hundstorfer (S) gegenüber dem "Kurier" (Dienstag-Ausgabe).

Das Modell des Ressortchefs sieht ja vor, dass die im Falle eines Endes des Zivildienst wegfallenden Jobs durch ein "freiwilliges Sozialjahr" kompensiert werden. Nach den Berechnungen des Sozialministeriums sind für diese Arbeiten 6.500 Arbeitsplätze notwendig, schreibt der "Kurier". "Das werden reguläre Jobs mit regulärer Bezahlung sein. Der Unterschied ist, dass das Arbeitsverhältnis auf ein Jahr befristet ist", so Hundstorfer.

Zwingen könne man natürlich niemanden zu einem freiwilligen Sozialjahr, aber: "Man kann Arbeitslose auf das Sozialjahr hinweisen, sie informieren und es anbieten", so der Minister. Schon länger bekannt ist das geplante Gehalt; dieses soll 1.300 Euro im Monat betragen - ob nun zwölfmal oder doch 14 mal pro Jahr ist offen - laut "Presse" ist aber derzeit letzteres im Gespräch. (APA, 10.9.2012)

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Lange Zeit wurden Zivis von der Zivildienstverwaltungs Gesmbh verwaltet...die praktisch dem Roten Kreuz gehörte.

Zum einen war das schweineteuer(das RK schnitt ordentlich mit) und zum andern bekamen RK stellen immer mehr Zivis als zB der ASBÖ.

Ganz abgesehn davon, dass das freiwillige soziale Jahr sehr gut bezahlt sein wird(so es kommt)...was ist der Nachteil gegenüber dem derzeitigen Modell, bei dem jeder männliche Jugendliche Zwangsarbeit leisten muss?

Ich finde das Modell gut-fast schon zu gut(viele Facharbeiter verdienen in Österreich weniger).

Langzeitarbeitslose übernehmen Zivi-Jobs

Ich lach mich krumm

Vermittlung übers AMS? Das ist verkappter Zwangsdienst. Nicht weit weg vom Arbeitsdienst früherer Zeiten. Warum schreien da jetzt nicht alle auf? Alle jene, die so heftig gegen Zwangsdienst sind?

Systemerhaltung

Ich finde das militante Verhalten der Regierung und des Rotes Kreuzes einfach zum kotzen. Am liebsten würden die jeden Bürger zum Sani ausbildungen, weil es is ja eh eine Sache, die jeder machen kann und soll.. bah

Rettungsdienst gehört in professionelle Hände, auch wenn sich das mit dem Grundsatz "Freiwilligkeit" des RK überschneidet. Soll ihn halt wer anderer machen, is auch problem los zu privatisieren!

Keine Person kann mit 260h Ausbildung eine Tätigkeit ausführen, für die viel Erfahrung und Fachwissen notwendig ist, alles andere is Hobby-Erste Hilfe - Rettung. 3-4 Jahre Ausbildung wären wünschenswert und sollten auch umgesetzt werden. Letztendlich rechnet es sich durch das weitaus bessere Patientenoutcome!

"..Soll ihn halt wer anderer machen, is auch problem los zu privatisieren! .."

..genau diese "na dann soll ma halt....." - Mentalität finde ich echt zum Reiern!

...dieses na dann soll ma halt, "muss man halt" auch finanzieren...

...und da reden wir echt über ein 100 - 200 Mio (nach eigenen Angaben der Organisationen)...

...ich wüßte nicht, dass wir einen Budgetüberschuss hätten, also...sagen SIe mir doch wer die Zeche zahlen soll...hmm?

...daher erst denken, dann fordern!

Seh ich nicht so...

3-4 Jahre Ausbildung für einen Sanitäter?

Ob 1 Monat wirklich für einen Zivi reicht, ist diskussionwürdig, aber laut meiner eigenen Erfahrung tut es das für den überwiegenden Teil der Einsätze auf jeden Fall. Hier am Land waren 95% der Fahrten Transporte, und mit der Liege und den verschiedenen Griffen kam ich nach einer Woche zurecht...

Zumal man als Freiwilliger/Zivi/... immer einen Berufssani (mit genug Erfahrung) dabei hat.

Spätestens nach 15 Minuten ist ein Notarzt mit noch viel spezieller geschulten Notfallsanis vor Ort, ich persönlich sehe hier wirklich keinen Bedarf nach mehr Professionalisierung zulasten der Breitenwirkung.

Zwangsverpflichtung von Arbeitslosen ?

Jetzt ist das Freiwilligen-Märchen entgültig in sich zusammengebrochen ...

1) Freiwillig könnten schon heute Arbeitslose in den Sozialberufen arbeit finden, dazu müssen wir nicht extra das Zivildienst-System zerstören.
2) Ist man also laut SPÖ als Arbeitsloser automatisch für einen Sozialberuf qualifiziert ?
--> So ein Schwachsinn !

...ein "schwarzer Schachzug" vermittelt von einem Roten..geil!;-)

Damit die SP nahen Organisationen

unter irgendeinen Vorwand mitschneiden können?
js

Und wer bezahlt das dann? Beim Heer wird kein Geld übrig bleiben, weil ein Berufsheer keinen Peso weniger kostet, eher sogar mehr.

Woher kommt eigentlich die wilde These, dass ein über das AMS vermittelter, bezahlter Angestellter ein "Freiwilliger" sei? Ich verstehe da was anderes drunter.
Die Mehrzahl der echten Freiwilligen (keinen Verdienst aus der Tätigkeit in ihrer Freizeit) in Hilfsorganisationen wie dem roten Kreuz sind ehemalige Zivildiener. Das fällt mal fix weg, wenn der Zivildienst wegfällt. Ob aus dem Topf der hier genannten "Freiwilligen" auch so viele kommen, wage ich mal zu bezweifeln. Es stellt sich mir die Frage, warum jemand nach dem Jahr unbezahlt mitwirken sollte, wenn er zuvor dafür € 1.300,-- verdient hat.

bisher hat ja die spö in dieser debatte vernünftiger agiert als die övp, aber dieser vorschlag ist jenseits von gut und böse.

Sie können ruhig deutlicher werden

Das ist Zwangsdienst ums Eck. Und der riecht heftig nach dem, was man da in früheren Zeiten schon einmal hatte.

seit wann ist es ungewöhnlich jobs übers ams zu vermitteln? zum ams gehen nicht nur assis die man zur arbeit zwingen muss. ab und zu gehen da auch leute hin die wirklich einen job suchen. und mit ca 1050 Netto lässts sich immer noch besser als mit sozialhilfe leben...dazu werden echte und keine ausbeuterarbeitsplätze geschaffen. ein 13tes gehalt sollte aber schon drin sein...

Weil das AMS fast keine Jobs vemittelt, wer einen Job will, muss ihn selber suchen und findet ihn auf anderen Wegen.

Hundsdorfer meint: Arbeitslose ins "freiwillige" Sozialjahr zwingen ansonsten, § 17 Sperre des AMS Geldes

Was über das AMS vermittelt wird ist nicht freiwillig

jedenfalls nicht, wenn man ALG oder Sozialhilfe bezieht.
Das AMS ist eigentlich ein Zwangsarbeitsvermittler.

Lustig, solche Vorschläge kommen von Parteien die bislang den "freiwilligen" Zivildienst für Frauen abgelehnt haben.

1300 brutto = ca. 1070 netto

wenn, dann schon 14x pro Jahr

mit diesem Gehalt kann heute niemand mehr normal leben.

das ist doch alles bullshit, dass das wegfallen der wehrpflicht mit dem ende des zivildienstes zwangsläufig verbunden ist. wo ein politischer wille, da auch ein weg. alles andere ist erpressung.

sie informieren und es anbieten

nach den regeln des ams

möglichst unqualifizierte bewerber für möglichst aussichtslose jobs

das wäre dann im sinne des "staus quo" erhalten

"Zwingen könne man natürlich niemanden zu einem freiwilligen Sozialjahr"

ach, beim zwingen sind sie nicht so zimperlich beim AMS, wartets nur ab, da wird gezwungen werden, auf österreichisch, versteht sich, wenn sich die Kunden nicht "freiwillig" dazu bereit erklären, wird halt der Bezug unter einem der vielen Vorwände dieses asozialen Amtes gestrichen, das immer mehr den Charakter einer Strafanstalt annimmt

Retourkutsche

Wenn die ÖVP mit dem Thema Zivildienst punkten möchte, - und das ist eine Chuzpe sondergleichen, man erinnere sich nur an Lichal und die Angriffe auf Jesionek - dann überlegt sich die SPÖ im Gegenzug, wie sie nun das Schikanieren der Zivildiener perfektionieren könnte:
Soll sich wirklich jemand, der freiwillig etwas sozial sinnvolles machen möchte, vom AMS beamtshandeln lassen? Womöglich schicken die ihn auch gleich in einen supertollen Kurs, wo sie lernen, einen Computer einzuschalten.

Vorsicht

Dass es Zivildienst gibt ist nach wie vor diskutierbar.

Dass es vom Arbeitsamt Zwang zu einer nie erlerneten, ungewollten Tätigkeit gibt, ist hingegen neu. Also, ganz neu nicht. Gabs bei uns schon. Ist aber sehr lang her.

Katze aus dem Sack

Hier also sollen die Invaliditätspensionisten in Zukunft hin: in den freiwilligen Sozialdienst der SPÖ. Demnächsten schieben in Österreich Fußkranke Gehbehinderte, Burn-outs füttern Lahme und Halbblinde lotsen die Kinder über die Straße. Was bitte ist denn noch sozial an Sozialminster Hundstorfer?

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