Blau, so blau - ohne Pigmente

Farbe einer afrikanischen Frucht resultiert aus der Interaktion von Licht mit Nano-Strukturen

In der Natur ist kaum eine intensivere Farbe zu finden als jene der Frucht der afrikanischen Pollia condensata. Forscher der Universität Cambridge entdeckten laut Fachblatt "PNAS", dass die blaue Frucht keine blauen Farbpigmente enthält. Die Farbe resultiert vielmehr aus der Interaktion von Licht mit Nano-Strukturen - winzige Faser-artige Zellulose-Fäden, in den Zellwänden der Fruchthaut geschichtet. Der Abstand zwischen diesen Schichten variiert geringfügig von Zelle zu Zelle, was die reflektierte Farbe von Punkt zu Punkt ändert und der Frucht nicht nur eine glänzende Qualität verleiht, sondern auch eine beachtliche blaue Erscheinung.


Foto: Silvia Vignolini

Den Studienautoren zufolge reflektiert das Licht von jeder Zelle der Frucht entweder in eine linke oder eine rechte Richtung. Die Farbe der Frucht könnte samenverteilende Arten in die Irre führen, indem sie sie zwar anzieht, aber keine Belohnung in Form von Nahrung anbietet; oder die Farbe zieht Vögel oder andere Tiere an, die ihr Nest zu Paarungszwecken verhübschen wollen. (red, DER STANDARD/derStandard.at, 11.9.2012)

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