Nachsendeauftrag oder: Die Post kam trotzdem nicht

  • Ein Nachsendeauftrag heißt nicht, dass alle Postsendungen unmittelbar weitergeleitet werden - mitverantwortlich seien auch "die Urlaubsersatzkräfte", so ein Post-Sprecher.
    foto: dapd/jens-ulrich koch

    Ein Nachsendeauftrag heißt nicht, dass alle Postsendungen unmittelbar weitergeleitet werden - mitverantwortlich seien auch "die Urlaubsersatzkräfte", so ein Post-Sprecher.

Wenn vier Wochen keine Briefe kommen, stellt sich nicht immer Urlaubsstimmung ein

Wien/Reichenau - Die klassische Sommerfrische hat ihre Vorteile: Man macht Urlaub und bleibt im Land, ist für Rechnungsleger und Briefeschreiber also nicht aus der Welt. Das will mancher Postkunde nutzen - mittels eines Nachsendeauftrags.

So auch Frau Z.: Vor ihrer Abreise nach Reichenau, dem Kurort an der Rax, erteilte sie der Post in Wien eine solche Order. Nachzusenden seien "Briefe, Info-Mails, Zeitungen, Geldbeträge, Kleinpakete, Pakete und EMS", stand auf dem Formular.

Beruhigt machte sie sich auf den Weg. Vier Wochen wollte sie bleiben - und war vorerst erleichtert, dass sie per Nachsendung überhaupt nichts zugestellt bekam. Postkästchen leer, Urlaubsstimmung pur.

"Keine Sorgen machen"

Zweifel kamen ihr erst in der zweiten Woche: Das konnte doch nicht wahr sein! Anruf bei der heimatlichen Postfiliale: "Da müssen S' Ihnen keine Sorgen machen, im Sommer wird wenig versendet", beschied ihr ein Mitarbeiter. Ähnliches wiederholte ein Kollege eine Woche später - und noch einer, nach weiteren Tagen.

"Und dann, zu Beginn der vierten Woche, habe ich auf einmal vier prall gefüllte Umschläge bekommen", schildert Frau Z. Zum Glück seien keine befristeten Rechnungen dabei gewesen - aber dafür eine Handvoll Sendungen an andere, ihr wildfremde Menschen.

Bei der Post meint ein Sprecher, das Problem seien wohl "die Urlaubsersatzkräfte" gewesen. Aber, rein prinzipiell: "Ein Nachsendeauftrag erfolgt täglich." (bri, DER STANDARD, 11.9.2012)

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