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Die Welt war still. "Sie besaß ihr eigenes Leben, und sie kümmerte sich nicht im geringsten darum, ob ich zu diesem oder jenem Zeitpunkt vorbeifuhr", schrieb Pulitzer-Preisträger Mark Strand über die Abgeschlossenheit in Edward Hoppers Bildern. Strands Miniaturen über die Werke des amerikanischen Realisten waren Ideengeber für das Projekt "Ganymed Boarding", ein performatives Kunstvermittlungsprojekt 2010 im Kunsthistorischen Museum.
Ursprünglich vor Originalen stattfindend, spielen die neuen Produktionen nun im nackten Theseustempel - so auch "Ground Swell", die nach einem Hopper-Gemälde betitelte Hommage an Strand. Die Kunst hat man grob gepixelt auf Plane reproduziert und auf Rahmen getackert: eine brutale Absage an im Museum verwahrte Originale.
Strands Hinweis, jedes Bild enthielte auch die Aufforderung, dazu Geschichten zu erfinden, ignoriert die Gruppe "wenn es soweit ist" jedoch. Hatte man 2010 Autoren zu Gemäldemotiven Texte entwickeln lassen, folgt man nun eng Beschreibungen und Interpretationen Strands.
Mit fortschreitendem Abend werden jedoch immer kleinere Bruchstücke zitiert. Immer hastiger werden die Türen in die in Einsamkeit ertrinkende Melancholie Hoppers geöffnet, während die Schauspieler (Andrea Jonasson, Katrin Grumeth, Peter Wolf) zur überflüssigen Bebilderung dessen verkommen, was ohnehin zu sehen ist. Immer mehr tritt die gestelzte Performance hinter dem Happening einer Auktion zurück.
Eine animierte Persiflage (Martina Stilp) mit Cent-Preisen, über die einzig die real eingespielten 1.666 Euro für Ärzte ohne Grenzen hinwegtrösten. (kafe, DER STANDARD, 11.9.2012)
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