Mariahilfer Straße in Wien: Abschnitt für Fußgängerzone nun fix

10. September 2012, 15:37
  • Ein Teil der Wiener Mariahilfer Straße soll nun definitiv zur Fußgängerzone werden.
    foto: heribert corn

    Ein Teil der Wiener Mariahilfer Straße soll nun definitiv zur Fußgängerzone werden.

Laut Vassilakou zwischen Andreas- und Kirchengasse: "Überall sonst Garageneinfahrten"

Wien - Die Pläne für die Umgestaltung der Mariahilfer Straße in Wien werden immer konkreter. Nun steht fest, welcher Abschnitt von Österreichs größter Shoppingmeile künftig gänzlich autofrei sein soll. "Fix ist: Der Abschnitt zwischen Andreas- und Kirchengasse soll zur Fußgängerzone werden", wurde die Mariahilfer Bezirksvorsteherin Renate Kaufmann (SPÖ) in der Tageszeitung "Kurier" zitiert. Die zuständige Verkehrsstadträtin Maria Vassilakou (Grüne) begründete im APA-Gespräch, warum die Wahl auf diesen Bereich gefallen ist: "Das ergibt sich sehr einfach: Überall sonst gibt es Garageneinfahrten."

Die Ressortchefin betonte, dass sie zum gegenwärtigen Zeitpunkt davon ausgehe, dass der Abschnitt zwischen Kirchen- und Andreasgasse zur Fußgängerzone werde, fügte aber hinzu: "Es müssen beide Bezirksvertretungen darüber abstimmen und ich kann jetzt keinen Vorgriff auf die Entscheidungen machen." Laut "Kurier" gibt es in Mariahilf eine rot-grüne Mehrheit für das Projekt. Im Bezirk Neubau führe der grüne Bezirkschef Thomas Blimlinger noch Gespräche mit der SPÖ. Vor allem bei den Querungen der Mariahilfer Straße spieße es sich noch.

Vassilakou bestätigt Überlegungen

Die Abschnitte vor und nach der geplanten Fußgängerzone in der Mariahilfer Straße sollen verkehrsberuhigt werden. Laut Zeitungsbericht könnte das mit einem Chipsystem erfolgen, das Anrainern den ganzen Tag und Lieferanten bis 10.30 Uhr die Zufahrt gewährt. Vassilakou bestätigte Überlegungen zu einem Chipmodell und berichtete, dass sie ein derartiges System prüfen lässt.

Weitere Details zur Umgestaltung wollte sie nicht bekanntgeben. Sie habe versprochen, aus Fairness den Bezirken gegenüber erst einmal abzuwarten, "bis ich von allen Beteiligten das Okay habe". Dann werde sie das Gesamtkonzept kommunizieren. Laut Zeitungsbricht ist jedenfalls fix, dass zahlreiche Querstraßen zu Sackgasse erklärt werden und auf Teilstücken der Webgasse und der Schottenfeldgasse die Einbahnregelung umgedreht wird.

"Damit ist hier eine durchgängige Querung nicht mehr möglich. Die Bezirke werden verkehrsberuhigt", wird Kaufmann zitiert. Auf der Gumpendorfer Straße werde die Querung vom Gürtel bis zum Ring ebenfalls unterbunden. Am Getreidemarkt werde es ein Rechtsabbiegegebot geben. Eine Lösung gibt es offensichtlich auch für die betroffenen Öffi-Buslinien: Dem Vernehmen nach soll die Linienführung des 13A beibehalten werden, hieß es im "Kurier"-Bericht. Bei der künftigen Strecke des 2A sollen die Anrainer mitbestimmen.

"Spannende Arbeit"

Über den weiteren Fahrplan zur Umgestaltung sagte Vassilakou: "Der nächste logische Schritt wäre, dass bis Jahresende der Grundsatzbeschluss in den Bezirksvertretungen fällt." Dann werde die "spannende Arbeit" erst anfangen. So müsse ein Bürgerbeteiligungsverfahren organisiert werden, um Gestaltungs- und verkehrsorganisatorische Fragen zu klären. Zu Letzteren zählt etwa die künftige Route des 2A.

Wenn die Rahmenbedingungen für das Gestaltungskonzept geklärt seien, werde in die Detailplanung übergegangen. Dazu gehöre auch, einen Gestaltungswettbewerb zu machen. Gibt es ein abschließendes Konzept, müsse erneut die Zustimmung der Bezirke eingeholt werden, betonte Vassilakou.

Finanzierung gesichert

Wann nun konkret mit den Arbeiten auf der Mariahilfer Straße begonnen wird, konnte die Stadträtin heute nicht sagen: "Mir ist wichtig und ich bin sehr froh, dass sich jetzt die grundsätzliche Einigung abzeichnet. Danach werden wir uns für die verschiedenen Etappen die Zeit nehmen, die es braucht. Ich ersuche um Verständnis, dass ich jetzt nicht exakt berechnen kann, wie lange jede Etappe dauern wird. Aber was ich versichern kann, ist, dass ich zügig die verschiedenen Etappen ansetzen und absolvieren lassen möchte." Sie betonte außerdem, dass die Finanzierung gesichert sei.

Kritik zur geplanten Neugestaltung der Mariahilfer Straße kam vom FP-Verkehrssprecher Toni Mahdalik. In einer Aussendung am Montag warnte er erneut vor einer "Katastrophe" für Geschäftsleute, Kunden und Anrainer. Durch den "Fußgänger-, Einbahn- und Sackgassenzirkus" würden die Menschen noch mehr in Einkaufszentren vertrieben werden. Bewohner im Bereich der Gumpendorfer Straße bzw. Westbahnstraße, Siebensterngasse oder Neubaugasse wären mit einer massiven Verkehrslawine konfrontiert, hieß es. (APA, 10.9.2012)

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Jetzt wurde mit Vereinten Kräften eine Befragung erwirkt!

An die Verantwortlichen wurde von mir seit 2011 Kritik geübt,ohne Antwort bis vor kurzem. Es wurde jetzt aber mit vereinten Kräften eine verpflichtende Befragung erwirkt. Die kommt bald, wenn Sie Interesse daran haben nehmen sie am Tweet teil. Twitterkonto mit Namen und Email und Passwort eröffnen oder per Google https://twitter.com/MariahilfstrNeu eingeben und sofort ohne Login mitlesen,was ein Vorteil von Twitter ist. Dieses Medium ist frei zugänglich.

Radweg vs. shared Space

Was ist besser:
Radfahrer, die sich zwischen Fußgänger durchschlängeln?
Oder eine räumlich getrennte Fahrradspur?

Zweiteres kommt mir sicherer vor, und auch schneller für Radfahrer. Kommt natürlich auch auf die Menge der Radfahrer an. Und natürlich braucht es dann wieder Bereiche, in denen Fußgänger der Radweg sicher kreuzen können.

ev. Schwellen auf der Fahrradspur?
an exponierten Stellen.

quasi wie am kreuzungspunkt vorm burgtheater richtung rathaus .. nur statt kfz (die im übrigen ständig mitten auf der radspur stehen bleiben, um sich nach kreuzenden kfz umzusehen) gegen rad ists dann halt rad .. "gegen" fußgeher. farblich markiert / schwelle .. + one

*perfekt*

dann kann ich meinen Dauerparkplatz in der Garage in der Kirchengasse kündigen - weil die Zufahrt vom 5. kommend unzumutbar wird ......

weiß jemand wo ich ein gutes altes Leiterwagerl herbekomme?

Und ich hab mich schon gefragt, was ich von der Fußgängerzone auf der Mariahilfer hab.

Juppieee! Ein Teil des Durchzugsverkehrs im Fünften fällt dann weg! Danke!

Leiterwagerln gibts bei "Heavy Pedals"

Sie wohnen im 5. und Parken im 7.?

Ja, sicher.

natürlich wohne ich nicht im 5.,.....

aber ich komme vom Süden ins Büro (durch den 5. quasi)

steht die halbe gumpendorfer immer noch leer?

war schon lang nimmer dort, weil man nicht parken kann. drum kann man auch nix kaufen, wo früher möbelgeschäfte, ausrüstung, grossgreissler, bettware, geschirr und sonstiger haushalt wunderbar sortiert wohlfeil geboten war.
die MaHü wird ein einziger schanigarten, mit edelboutiquen, maßschneidern, und immobilienbüros.
und was sonst noch die 1% lieben.

"weil man nicht parken kann"

Parken können sie deswegen nicht, weil es einfach zuviele Autos und zuwenig Platz gibt.

Außerdem ware die Gumpendorferstraße schon tot, da gab's noch nicht einmal ein Parkpickerl ...

Unsinn - und sie wissen das auch

Stückwerk

Eine FuZo zwischen Andreas- und Kirchengasse ist im Prinzip nur eine halbe Sache. Somit ist der große Sinn und schöne Nutzen für mich nicht erkennbar.

Zudem finde ich, dass die Gehsteige auf der MaHü ohnedies breit genug sind, eine FuZo sehen ich deshalb insgesamt nicht als notwendig an. Auch an den Einkaufssamstagen im Dezember zeigt sich, dass kaum Menschen abseits der Gehsteige unterwegs sind. Diese ganze Umplanung ist für mich daher entbehrlich.

Schön ist auch die Aussage, die Bezirke 6 und 7 werden "beruhigt" auch durch Maßnahmen auf der "wunderschönen" Gumpendorfer - der Verkehr wird sich verlagern, Burggasse, neustiftgasse, Lerchenfelder usw. - dafür steht man dort dann länger im Stau.

Beruhigung?

also wer wie ich stets alles erneuern will, sollte hier ja dafür stimmen, aber sorry, in diesem fall heißt es: ever change a running system. was ist das wichtigste am verkehr? dass er nicht staut, dass er keine unnötigen KM notwendig macht. also was das da sein soll, wenn man die gumpendorfer nicht mal mehr queren kann? ich bitte Sie, das ist ein rohrkrepierer. Wenn zwanghafte ideologie über Vernunft und Kreativität siegt, dann scheint es hier so zu sein. wir sind im zentrum einer großstadt und es ist als ob sie alle arterien mit eienr kluppe zusammenzwicken, wo bitte soll man denn "fließen". das ist kein projekt FÜR, sondern gegen das volk, und zwar unabhängig avon, ob man autofahrer ist oder nicht. es wird den megastau produzieren +frust

Wie wäre es, wenn Sie mit Füssen, Bus und Bim "fließen"?

Kein Stau auf der Mariahilferstraße?

Hat sich eine Zeitfalte aufgetan und der User des biblischen Flehens spricht zu uns aus dem 19. Jahrhundert?

Btw: Wer "das Volk" ist, hast du hier nicht zu bestimmen!

"Das Volk" sind die Autofahrer.

Anscheinend.

In Wien sind es die "Radfahrer"!

hallo hiaslbua

wir sind nicht per Du. Das war erstens. Zweitens: das Volk sind "alle". Im günstigsten Fall hat es mitzureden, das Volk: wir alle. Da gehör ich dazu, guter Herr Hias, ufff, sorry, guter Bua Hias! Und betroffen ist nunmal das gesamte Volk, uff, Völkchen, das diese Gegend in der einen oder anderen Weise belebt.

Aber, aber, nicht so förmlich,

wir sind hier jenseits der tausend digitalen Höhenmeter, da sind alle per Du!

Deine Argumente sind seit den 1970er Jahren widerlegt: Dass "der Verkehr fließen" solle, ist Stuss; das sieht man beispielsweise daran, wie leise es auf einmal wird, wenn es sich staut: kaum Motorengeräusche, keine Abrollgeräusche mehr.

Die von dir getrommelte These führt auch nur dazu, dass immer mehr Verkehr angezogen wird – und wer will das schon in einer Stadt, in der Menschen leben und nicht nur ihre Zeit im Auto verschwenden wollen.

schöne zeiten..

die theorie ist insofern käse, als man aus den vergangenen zeiten hauptsächlich lernen kann, dass die einzige methode, sie zurückzuholen, eine verteuerung des individualverkehrs ist, wonach eben nur mehr so viele mit dem auto fahren können, dass sie bequem durch kommen und überall einen parkplatz finden, wie vor 60-100 jahren.

"wenn man die gumpendorfer nicht mal mehr queren kann"

Erstens geht es um die Mariahilfer Straße und zweitens kann man die nach wie vor queren. Auf den Rest einzugehen erspare ich mir jetzt.

des lesens mächtig???

Auf der Gumpendorfer Straße werde die Querung vom Gürtel bis zum Ring ebenfalls unterbunden. also was bitte heißt das denn nun?

vllt wird man die gumpi nicht mehr voll durchfahren können, verkehrsberuhigung allerorten. man wird wieder ewig für irgendwelche termine brauchen.

Posting 1 bis 25 von 1218

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