Freiwilligenmesse: Eine Bühne für die Willigen

Oliver Mark, 10. September 2012, 17:13
  • ORF-Moderatorin Barbara Stöckl will sich engagieren.
    foto: wiener freiwilligenmesse

    ORF-Moderatorin Barbara Stöckl will sich engagieren.

Mitte Oktober startet erstmals eine Freiwilligenmesse in Wien - Über 60 Organisationen und einige Prominente sind involviert

"Ich will helfen!", sagt Toni Faber. "Ich will mich engagieren", meint Barbara Stöckl. Der Dompfarrer und die ORF-Moderatorin gehören zu den knapp drei Millionen Österreichern, die sich der Freiwilligenarbeit verschreiben. Im Gegensatz zu den vielen anderen sind Faber und Stöckl Testimonials der 1. Wiener Freiwilligenmesse, die am 12. und 13. Oktober im Künstlerhaus Wien über die Bühne geht. Der Eintritt ist frei.

Allerding ist nicht die Rekrutierung von ein paar Prominenten das Ziel der Veranstaltung, sondern möglichst viele für ehrenamtliches Engagement zu motivieren. Potenzial gibt es genug, denn schon jetzt sind 44 Prozent der österreichischen Bevölkerung ab 15 Jahren in irgendeiner Form mit Freiwilligenarbeit beschäftigt.

Wien soll München werden

Initiator der Wiener Freiwilligenmesse ist Michael Walk. Die Inspiration hat er sich in Deutschland geholt. "Auf einem Transparent in München habe ich gesehen, dass es so etwas wie eine Freiwilligenmesse gibt", erzählte Walk am Freitag beim Kick-Off zur Veranstaltung. Was in München bereits institutionalisiert ist, im Jänner fand die Messe zum sechsten Mal statt, soll auch im Wiener Veranstaltungskalender fix verankert werden. Für heuer haben Walk und sein Team eine Projektförderung in der Tasche, immerhin sind bei der Messe über 60 soziale Organisationen vor Ort. Von der Heilsarmee über die Lebenshilfe bis zur Kriminalitätsopferhilfe "Weißer Ring". So unterschiedlich diese Einrichtungen auch sind, sie alle verbindet die Abhängigkeit von externen Unterstützern.

Hospiz: Ausbildung vor Einsatz

"Im Hospizbereich hat ehrenamtliche Arbeit einen besonders hohen Stellenwert", sagt Sabine Reisinger, Obfrau von "Kinderhospiz Netz", "je mehr dabei sind, desto besser". Der Verein begleitet lebensbegrenzend und chronisch fortschreitend erkrankte Kinder. Eine Begleitung, die sich oft über Jahre erstreckt. In der Organisation selbst gibt es mehrere Arten von Ehrenamtlichen, berichtet sie im Gespräch mit derStandard.at. Vom Bürojob bis zur direkten Betreuung. Jene, die Familien unterstützen, müssen vorher eine dreimonatige Ausbildung absolvieren. Ohne Befähigungsnachweis kein Einsatz.

Derzeit kann der Verein auf die Unterstützung von 15 bis 20 Freiwilligen zählen, so Reisinger. "Die Tätigkeit ist nicht etwas, das man einfach so macht. Man hat das Bedürfnis oder den Bezug dazu." Ihre Organisation werde meist gezielt kontaktiert. Gefragt sei Kontinuität: "Im Idealfall bleiben die Leute Jahre bei uns."

Zusätzliche Stütze für "wieder wohnen"

Die "wieder wohnen" GmbH, die zum Fonds Soziales Wien gehört, widmet sich der Wohnungslosenhilfe. Rekrutiert werden Freiwillige für zusätzliche Angebote, die abseits des Regelbetriebs angesiedelt sind. Etwa für Deutschkurse oder Lern- und Freizeitaktivitäten. Auf die Hilfe von Ehrenamtlichen angewiesen ist die Organisation nicht, dennoch sind sie eine wichtige Unterstützung, wie Nora Kobermann, Koordinatorin für Freiwilligenarbeit zu derStandard.at sagt. Momentan sind zwölf bis 15 Freiwillige in unterschiedlichen Funktionen tätig. "In erster Linie junge Menschen", so Kobermann.

Nur Inlandsarbeit bei "Licht für die Welt"

Hauptsächlich Mitarbeit im administrativen Bereich bietet "Licht für die Welt", wie Stephan Spatt, Personalverantwortlicher der Organisation gegenüber derStandard.at erläutert. "Licht für die Welt" kümmert sich um blinde, augenkranke und anders behinderte Menschen in Armutsgebieten. Einsatzmöglichkeiten direkt in den Projektländern gibt es nicht. Auf der einen Seite melden sich pro Woche "vier bis fünf" Leute, die initiativ werden wollen, so Spatt. Auf der anderen Seite wird gezielt angeworben: "Wenn in einem bestimmten Bereich Bedarf besteht." Das Prozedere: Kennenlernen, Probe arbeiten, Vereinbarung abschließen. Je nach Qualifikation und Zeit, die zur Verfügung stehe. Im Schnitt sind 15 bis 20 Ehrenamtliche beschäftigt. Und zwar hauptsächliche Junge und Ältere, meint Spatt. Also entweder Studenten, die einen Fuß in eine NGO bekommen wollen, oder Pensionisten, die ihre Zeit sinnvoll nützen möchten. 

Unterschiede nach Alter

Das Engagement nach Altersgruppen bei "Licht für die Welt" ist nicht repräsentativ für die restliche Bevölkerung. Besonders aktiv in der Freiwilligenarbeit sind nämlich die 40- bis 59-Jährigen, von denen fast die Hälfte angibt, sich für andere Personen zu engagieren. Die Zahlen sind das Resultat einer Untersuchung, die im Jahr 2006 über die Statistik Austria im Auftrag des Sozialministeriums abgewickelt wurde. Auch die 20- bis 24-Jährigen und 30- bis 39-Jährigen weisen mit je 47 Prozent hohe Werte in puncto Engagement auf. Deutlich unter dem Durchschnitt liegt der Anteil der freiwillig Tätigen bei den Personen ab 70 Jahren. Das soll sich ändern - durch Informationsarbeit, wie sie bei der Freiwilligemesse geleistet wird. (om, derStandard.at, 10.9.2012)

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12 Postings
Wer sichs leisten kann

engagiert sich. Und die Stöckl hat es sicherlich nicht umsonst gemacht. Und wie heißt es in Österreich? Haben Sie einen Nachweis, habens gedient? Spreche aus eigenen Erfahrungen - sprich Nachhilfeunterricht - ohne Bezug.

also ich finds gut, werd ich mir wahrscheinlich anschauen, vielleicht ist ja was interessantes dabei.

ICH will mich engagieren in Verbindung mit dem Namen Stöckl,...

...na, ich weiß nicht ob das jetzt aktuell so gut ankommt.

wie wäre es mit angemessener bezahlung laut kollektiv?

Darum geht es ja!

Da werden für Arbeit, für die keiner zahlen will (meist Sozialarbeit), "Freiwillige" gesucht. Gab es da nicht vor Kurzem eine Meldung (TV-Nachrichten? At oder DE?), daß Arbeitslose zu Sozialdiensten vergattert werden sollen? So stiehlt sich der Staat aus seiner Verantwortung - klar daß die "paar Prozent" stark dafür sind

Ehrenamt ist wichtig, aber leben kann man davon nicht...

Wird eh schon Zeit, dass etwas machen, die Promis.

Aber blöd in die Kamera grinsen reicht leider nicht.

Freudscher Verleser

'WER will mich engagieren'

hob i jetzt unter der Stöckl glesn

na geh,

die stöckl als testimonial, wer soll sich denn da angesprochen fühlen?

Na besser als die Schwester...

pensionisten?

ich engagiere mich auch

...fürs eigene geldbörsel.

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