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ORF-Moderatorin Barbara Stöckl will sich engagieren.
"Ich will helfen!", sagt Toni Faber. "Ich will mich engagieren", meint Barbara Stöckl. Der Dompfarrer und die ORF-Moderatorin gehören zu den knapp drei Millionen Österreichern, die sich der Freiwilligenarbeit verschreiben. Im Gegensatz zu den vielen anderen sind Faber und Stöckl Testimonials der 1. Wiener Freiwilligenmesse, die am 12. und 13. Oktober im Künstlerhaus Wien über die Bühne geht. Der Eintritt ist frei.
Allerding ist nicht die Rekrutierung von ein paar Prominenten das Ziel der Veranstaltung, sondern möglichst viele für ehrenamtliches Engagement zu motivieren. Potenzial gibt es genug, denn schon jetzt sind 44 Prozent der österreichischen Bevölkerung ab 15 Jahren in irgendeiner Form mit Freiwilligenarbeit beschäftigt.
Initiator der Wiener Freiwilligenmesse ist Michael Walk. Die Inspiration hat er sich in Deutschland geholt. "Auf einem Transparent in München habe ich gesehen, dass es so etwas wie eine Freiwilligenmesse gibt", erzählte Walk am Freitag beim Kick-Off zur Veranstaltung. Was in München bereits institutionalisiert ist, im Jänner fand die Messe zum sechsten Mal statt, soll auch im Wiener Veranstaltungskalender fix verankert werden. Für heuer haben Walk und sein Team eine Projektförderung in der Tasche, immerhin sind bei der Messe über 60 soziale Organisationen vor Ort. Von der Heilsarmee über die Lebenshilfe bis zur Kriminalitätsopferhilfe "Weißer Ring". So unterschiedlich diese Einrichtungen auch sind, sie alle verbindet die Abhängigkeit von externen Unterstützern.
"Im Hospizbereich hat ehrenamtliche Arbeit einen besonders hohen Stellenwert", sagt Sabine Reisinger, Obfrau von "Kinderhospiz Netz", "je mehr dabei sind, desto besser". Der Verein begleitet lebensbegrenzend und chronisch fortschreitend erkrankte Kinder. Eine Begleitung, die sich oft über Jahre erstreckt. In der Organisation selbst gibt es mehrere Arten von Ehrenamtlichen, berichtet sie im Gespräch mit derStandard.at. Vom Bürojob bis zur direkten Betreuung. Jene, die Familien unterstützen, müssen vorher eine dreimonatige Ausbildung absolvieren. Ohne Befähigungsnachweis kein Einsatz.
Derzeit kann der Verein auf die Unterstützung von 15 bis 20 Freiwilligen zählen, so Reisinger. "Die Tätigkeit ist nicht etwas, das man einfach so macht. Man hat das Bedürfnis oder den Bezug dazu." Ihre Organisation werde meist gezielt kontaktiert. Gefragt sei Kontinuität: "Im Idealfall bleiben die Leute Jahre bei uns."
Die "wieder wohnen" GmbH, die zum Fonds Soziales Wien gehört, widmet sich der Wohnungslosenhilfe. Rekrutiert werden Freiwillige für zusätzliche Angebote, die abseits des Regelbetriebs angesiedelt sind. Etwa für Deutschkurse oder Lern- und Freizeitaktivitäten. Auf die Hilfe von Ehrenamtlichen angewiesen ist die Organisation nicht, dennoch sind sie eine wichtige Unterstützung, wie Nora Kobermann, Koordinatorin für Freiwilligenarbeit zu derStandard.at sagt. Momentan sind zwölf bis 15 Freiwillige in unterschiedlichen Funktionen tätig. "In erster Linie junge Menschen", so Kobermann.
Hauptsächlich Mitarbeit im administrativen Bereich bietet "Licht für die Welt", wie Stephan Spatt, Personalverantwortlicher der Organisation gegenüber derStandard.at erläutert. "Licht für die Welt" kümmert sich um blinde, augenkranke und anders behinderte Menschen in Armutsgebieten. Einsatzmöglichkeiten direkt in den Projektländern gibt es nicht. Auf der einen Seite melden sich pro Woche "vier bis fünf" Leute, die initiativ werden wollen, so Spatt. Auf der anderen Seite wird gezielt angeworben: "Wenn in einem bestimmten Bereich Bedarf besteht." Das Prozedere: Kennenlernen, Probe arbeiten, Vereinbarung abschließen. Je nach Qualifikation und Zeit, die zur Verfügung stehe. Im Schnitt sind 15 bis 20 Ehrenamtliche beschäftigt. Und zwar hauptsächliche Junge und Ältere, meint Spatt. Also entweder Studenten, die einen Fuß in eine NGO bekommen wollen, oder Pensionisten, die ihre Zeit sinnvoll nützen möchten.
Das Engagement nach Altersgruppen bei "Licht für die Welt" ist nicht repräsentativ für die restliche Bevölkerung. Besonders aktiv in der Freiwilligenarbeit sind nämlich die 40- bis 59-Jährigen, von denen fast die Hälfte angibt, sich für andere Personen zu engagieren. Die Zahlen sind das Resultat einer Untersuchung, die im Jahr 2006 über die Statistik Austria im Auftrag des Sozialministeriums abgewickelt wurde. Auch die 20- bis 24-Jährigen und 30- bis 39-Jährigen weisen mit je 47 Prozent hohe Werte in puncto Engagement auf. Deutlich unter dem Durchschnitt liegt der Anteil der freiwillig Tätigen bei den Personen ab 70 Jahren. Das soll sich ändern - durch Informationsarbeit, wie sie bei der Freiwilligemesse geleistet wird. (om, derStandard.at, 10.9.2012)
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