DLR-Chef würde Krabbelroboter zum Mond schicken

  • Das Archivfoto zeigt das ESA-Frachtschiff "Johannes Kepler" (ATV-2) kurz vor dem Andocken an die ISS - DLR-Chef Wörner setzt sich dafür ein, den europäischen Weltraumfrachter ATV als 
Servicemodul in das neue US-Raumschiff Orion zu integrieren.
    foto: esa

    Das Archivfoto zeigt das ESA-Frachtschiff "Johannes Kepler" (ATV-2) kurz vor dem Andocken an die ISS - DLR-Chef Wörner setzt sich dafür ein, den europäischen Weltraumfrachter ATV als Servicemodul in das neue US-Raumschiff Orion zu integrieren.

Wörner zudem für Annahme des NASA-Angebots, den ATV-Raumfrachter in das Orion-Raumschiff zu integrieren

Hamburg/Köln - Den ersten Einsatz von Krabbelrobotern bei einer europäischen Mondmission hat der Chef des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR), Johann-Dietrich Wörner, vorgeschlagen. "Ich bin dafür, etwas ganz Neues zu wagen", sagte Wörner im Interview mit dem Nachrichtenmagazin "Der Spiegel".

"Ein Krabbler oder gleich ein Schwarm davon" könnte einen kilometertiefen Einschlagkrater hinabsteigen, um dort nach Wassereis zu suchen. "Das ist das zentrale Ziel - und würde auch zur Vorbereitung einer möglichen bemannten Mondstation dienen."

ATV als Orion-Servicemodul

Wörner setzt sich auch dafür ein, den europäischen Weltraumfrachter ATV als Servicemodul in das neue US-Raumschiff Orion zu integrieren. "Das ist eine Riesenchance, die uns auf dem Silbertablett geboten wird", so Wörner. "Wenn wir 'ja' sagen, könnten wir bei künftigen bemannten Flügen jenseits des Erdorbits dabei sein - schließlich hat die NASA angekündigt, mit dem 'Orion'-Raumschiff Astronauten zum Mond oder sogar zu Asteroiden reisen zu lassen."

Die Weiterentwicklung des vor allem in Deutschland konstruierten Raumtransporters eröffne weitere Einsatzmöglichkeiten, zum Beispiel bei der Beseitigung von Weltraumschrott. Wörner: "Unkontrollierte Abstürze wie bei unserem Röntgensatelliten 'Rosat' im vorigen Herbst werden wir uns in Zukunft nicht mehr erlauben können."

ATV-Hintergrund

ATV-3, der europäische Raumtransporter "Edoardo Amaldi", ist seit Ende März an der Internationalen Raumstation (ISS) angedockt. ATV-4, "Albert Einstein", befindet sich auf dem Weg zum europäischen Weltraumbahnhof Kourou in Französisch-Guayana. Von dort soll der Raumfrachter im Frühjahr 2013 zur ISS abheben. Ihre zwei Vorgänger, "Jules Verne" und "Johannes Kepler", sind bereits in der Erdatmosphäre verglüht. 2014 soll der fünfte europäische Frachter folgen - wie es danach mit dem europäischen Weltraumfrachter weitergehen wird, steht noch in den Sternen. (APA/red, derStandard.at, 10.9.2012)

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