BIG soll "bewirtschaften, nicht nur verwalten"

Martin Putschögl, 10. September 2012, 13:05
  • Bei der Vorstellung der "Austöchterung" am Montag: Wirtschaftsminister Mitterlehner (Mitte) sowie die BIG-Geschäftsführer Wolfgang Gleissner (li.) und Hans-Peter Weiss.
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    Bei der Vorstellung der "Austöchterung" am Montag: Wirtschaftsminister Mitterlehner (Mitte) sowie die BIG-Geschäftsführer Wolfgang Gleissner (li.) und Hans-Peter Weiss.

600 "marktgängige" Objekte werden in neue "ARE Austrian Real Estate GmbH" ausgetöchtert. Diese legt am 1. Jänner 2013 operativ los

Die Bundesimmobiliengesellschaft (BIG) bekommt ein Tochterunternehmen und verfolgt damit eine neue Strategie: Am 1. Jänner 2013 nimmt die "ARE Austrian Real Estate GmbH" als hundertprozentige BIG-Tochter ihre operative Tätigkeit auf. In ihr soll rund ein Viertel des BIG-Portfolios - ca. 1,8 Mio. von rund 7 Millionen Quadratmetern - gebündelt und "marktfähig" gemacht werden, erklärte Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner (ÖVP) als Eigentümervertreter auf einer gemeinsamen Pressekonferenz mit den beiden BIG-Geschäftsführern Wolfgang Gleissner und Hans-Peter Weiss am Montag in Wien.

"Bewirtschaften, nicht nur verwalten"

Gleissner und Weiss werden auch das Führungsduo des neuen Tochterunternehmens stellen. Sie haben den klaren Auftrag, die rund 600 künftigen ARE-Liegenschaften "nicht mehr wie bisher nur zu verwalten und abzuverkaufen, sondern zu bewirtschaften", so Mitterlehner. Unter anderem soll in der "streng marktwirtschaftlich ausgerichteten" Tochter der Anteil der Drittmieter - also jener Mieter, die nicht zur öffentlichen Hand zu rechnen sind - kräftig steigen. Derzeit liegt er bei nur 2,7 Prozent. Der große Rest ist hauptsächlich dem Einflussbereich der drei Ministerien für Inneres, Finanzen und Justiz zuzuschreiben.

Bei der angestrebten Erhöhung des Drittmieter-Anteils ist die ARE primär auf Kündigungen von Seiten der Mieter angewiesen, da diese Mietverträge zum allergrößten Teil unbefristet laufen. "In bestehende Verträge wird nicht eingegriffen", betonte Gleissner, der aber "einiges an Bewegung auf den Markt" zukommen sieht.

Börsegang möglich

Mehr Drittmieter sollen nicht zuletzt sicherstellen, dass die Verbindlichkeiten der BIG nach Maßgabe des "europäischen Systems der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung" (ESVG) ab 2014 nicht dem öffentlichen Schuldenstand zugerechnet werden müssen. Die BIG finanzierte die Übernahme der Bundesimmobilien im Jahr 2001 durch die Ausgabe von Anleihen im Gesamtvolumen von 2,4 Milliarden Euro.

Zu einem späteren Börsegang der ARE äußerte sich Mitterlehner am Montag abwartend, aber keinesfalls ablehnend. Zunächst solle das Portfolio "marktfit" gemacht werden, wobei auch neue Geschäftsfelder wie Wohnen oder Gewerbeimmobilien erschlossen werden sollen. Durch die künftig strikte Trennung von Büro- und Bildungsimmobilien (64 Prozent des bisherigen BIG-Portfolios stellten Schulen und Universitäten) werde auch eine etwaige Querfinanzierung von Entwicklungsprojekten auf Kosten der Bildungsobjekte ausgeschlossen.

Sonderdividende angekündigt

Der Minister erwartet sich von der "neuen Philosophie" der BIG eine deutliche Wertsteigerung des Portfolios, die sich unter anderem in einer jährlichen Sonderdividende von rund 20 Millionen Euro ausdrücken sollte. Auch durch die Umgründung selbst nimmt der Staat schon Geld ein: Die ursprünglich steuerbefreite BIG, die in den vergangenen Jahren auch keine Dividenden gezahlt hat, muss dafür auf einen Schlag 200 Millionen Euro an Steuern (160 Mio.) und Sonderdividenden (40 Mio.) zahlen - nur etwas weniger als jener Betrag, den die BIG seit ihrer Entstehung an Dividenden ausgeschüttet hat. 

Die BIG und damit auch ihre neue Tochter stehen zu hundert Prozent im Eigentum der Republik, die aber nicht für die Verbindlichkeiten des Unternehmens haftet. Von der Ratingagentur Moody's wird die Bonität der BIG mit "Triple-A" eingestuft. (map, derStandard.at, 10.9.2012)

bvorhier die poster wieder einmal negatives denken, sollte man es abwarten. nicht jedes staatsvorhaben ist schlecht und es kommt auch nur darauf an wer an den managementpositionen sitzen wird, denn korruption ist eine staatsangelegenheit per se, sondern noch immer an einzelne personen gekoppelt. wenn wirklich einmal saubere leute am assetmanagement sitzen, dann wird auch alles sauber ablaufen.

Irgendwie will micht der Verdacht nicht verlassen, daß irgendwann nach der "Austöchterung" eine "Versöhnung" versucht werden muß.

Und irgendwann kommt dann der Notverkauf, wie bei der AUA.

Was ist denn daraus geworden? Hört man auch nichts mehr.

http://www.format.at/articles/... er-freunde

Ich ahne Fürchterliches :(

Jede "Ausgliederung" hat so ihre Tücken. Da wird sicher wieder viel unter der Hand laufen.

Und einige werden sich eine goldene Nase verdienen. Hoffentlich ein paar alte Knacker, die haben dann wenigstens nicht mehr so viel davon :)

Ich verstehe auch nicht, warum da nur eine Tochtergesellschaft gegründet werden soll. Der Tradition folgend sollten es zumindest zwei sein, eine rot und eine schwarz schattiert.

Man muss hier leider stark davon ausgehen, dass Korruption und Bestechung entscheiden werden, wer günstig UNSER Eigentum "kaufen" wird.

Ein paar Kick-Back-Zahlungen via Liechenstein und Co sind da sicher auch eingeplant!

Und es gilt nicht die Unschuldsvermutung!

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