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Wien - Der börsenotierte Stahlerzeuger Voestalpine schließt ein Werk in Traismauer (Bezirk St. Pölten) und konzentriert die Sägebandstahlproduktion im rund 100 Kilometer entfernten Kematen an der Ybbs (Bezirk Amstetten). Die Fertigung in Traismauer, die 1997 übernommen wurde, wird Mitte 2013 eingestellt, die Produktion wird dann in Kematen gebündelt. Am bisherigen Standort sind 71 Mitarbeiter beschäftigt, im Werk in Kematen sollen mittelfristig 160 Arbeitnehmer einen Job finden. Das gesamte Investitionsvolumen belaufe sich auf 113 Mio. Euro, sagte Voestalpine-Sprecher Peter Felsbach.
Allen Arbeitnehmern in Traismauer seien Arbeitsplätze im neuen Werk in Kematen und ein Kompensationspaket für den nun verlängerten Arbeitsweg angeboten worden. Die Fahrzeit mit dem Auto beträgt rund eine Stunde, mit der Bahn wären es knapp zwei Stunden. "Wir bieten kostenlose Shuttle-Busse an", so der Unternehmenssprecher. Derzeit werden intensive Gespräche mit der Belegschaft geführt. Bis Ende September können sich die Arbeitnehmer entscheiden, ob sie am neuen Standort arbeiten wollen.
"Wir haben großes Interesse, unsere bisherigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus Traismauer in Kematen zu beschäftigen, und hoffen, dass sie uns in diesem wichtigen Expansionsschritt begleiten werden", sagte der Vorstandsvorsitzende der Konzerndivision Metal Forming (vormals Profilform und Automotive), Herbert Eibensteiner. Die genannten Standorte gehören zur Böhler Uddeholm Precision Strip GmbH.
"Mit der Umsetzung dieser Großinvestition wird die modernste Bandstahlfertigung Europas errichtet", so Eibensteiner. Mittelfristig sollen die Kapazitäten für Bandstahl- und Sägebandstahlprodukte deutlich erweitert werden. Im Werk in Kematen wird die Sägebandfertigung der gesamten Gruppe konzentriert. Der Ausbau wurde 2008 gestartet, dann bremste die Finanzkrise das Vorhaben, nun wird es fertiggestellt.
Der neue niederösterreichische Standort sei aufgrund seiner optimalen Eckdaten ausgewählt worden. Dabei hielt Kematen auch im internationalen Vergleich stand. Vor allem die gut ausgebildeten Fachkräfte, die angesichts des hohen Automatisierungsgrades und der modernen Technologien gebraucht würden, hätten den Ausschlag für die Entscheidung gegeben. Zudem steht in Kematen ein aufgeschlossenes Grundstück mit Bahnanschluss zur Verfügung, das in der Nähe zu Böhlerwerk liegt. Die Bandstähle aus dem Walzwerk in Kematen sollen künftig auch im rund sechs Kilometer entfernten Böhlerwerk weiterbearbeitet werden.
Die international aktive Voestalpine-Sparte Metal Forming erzielte im Geschäftsjahr 2011/12 einen Umsatz von 2,5 Mrd. Euro. Der operative Gewinn (EBIT) belief sich auf 185 Mio. Euro, die EBIT-Marge lag bei 7,5 Prozent. In der Division, die ihre Produkte an sämtliche europäischen Premiumhersteller im Automotive-Bereich liefert, sind 11.000 Mitarbeiter beschäftigt. (APA, 10.9.2012)
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Na ja, ist zwar für den einzelnen jetzt nicht erfreulich, aber wenn die Voest wirklich einen Ausgleich anbietet und auch Busse - und vor allem das ganze nicht nur zeitlich auf 1 Jahr gefristet sondern zumindest auf 15 Jahre - dann find ich das fair. Man merkt daran, dass die Arbeitnehmer dort gebraucht werden und dass das Unternehmen die soziale Verantwortung wahrnimmt die es hat.
Es ist ja so sozial, Menschen die ihren Lebensmittelpunkt in Traismauer geschaffen haben, nun ein-einhalb Stunden mit dem Bus quer durch das Mostviertel zu kutschieren.
3Stunden im Bus für 8 Stunden Arbeit!?!? Und das 15 Jahre lang?
Überlegt haben sie nicht!
man kann sie nicht vergleichen, das ist richtig.
Frischlinge sind noch nicht betriebsblind, billiger und erfüllen in der Fertigung nach kurzer Einarbeitung die selben Tätigkeiten - die Gehirnathleten sitzen woanders und impfen die paar Leithirsche in der Produktion, der Rest ist quasi austauschbar(siehe Leiharbeit in der metallbranche)
Meine Wenigkeit war schon bei Andritz und Welser Profile, glaub nicht das es bei einer Voest besser ist.
eigentlich lächerlich worüber wir uns aufregen können.
schon schön, dass wir so weit sind !!
in china wären die geschassten arbeiter froh, wenn sie nicht einen arschtritt bekämen, sondern eine übernahmegarantie. abfertigung oder irgendeine kompensation gäbe es natürlich auch nicht.
und die 100 km gelten ja sicher nicht für alle 71 arbeiter.
und die voestbuslösung ist sicher kein schlechtes angebot.
sie bedeuten auch noch 100 km retour,
und 2 Stunden Fahrtzeit, Unfallrisiko,
Autoanschaffungs- und Betriebskosten.
Und der tägliche zusätzliche Stress im Auto, besonders für ältere Menschen.
Also zusätzlich jede Menge Kosten und Zeitverlust für den Pendler, die er vorher nicht hatte.
100 km mit dem Auto sind in der Tat nichts. Aber: Diesem Weg täglich zweimal sind neben der Zeit (gute zwei Stunden bei jeder Witterung) bei rund 40 Arbeitswochen rund 40.000 km im Jahr. Bei einem sparsamen Auto mit 5,5 l Verbrauch sind das stolze 2.200 Liter x € 1,5 pro Liter = € 3.300,--.
Ein bis zwei Garnituren Reifen im Jahr, genauso oft zum Service sind dann rund € 4.000 im Jahr für das Auto. Wertverlust und Privatfahrten gar nicht eingerechnet.
Da muss das Angebot für einen Wechsel wirklich sehr gut sein, was ich mir persönlich nicht vorstellen kann. Sinn macht das dann vielleicht nur, wenn man den Wohnsitz wechselt. Doch wer ist wirklich so flexibel bzw. will sein ganzes privates Umfeld "zurücklassen"?
gibt doch sicher 1000e wieneinpendler die 100 km zurücklegen. da verlegt auch niemand den wohnsitz. ist bei österreichern nicht so modern.
außerdem gibts ja soetwas ähnliches wie fahrgemeinschaften. gerade bei hacklern, wo nicht jeder individuell mal im büroüberstunden machten, auf auslandsreise ist, geschäftsessen abhält etc.
... oft ganz anders aus. Bin auch lange Zeit von NÖ nach Wien gependelt. Mit der Westbahn: kurze Intervalle und eine halbwegs verträgliche Zeit (unter einer Stunde ins Büro).
Wenn Sie von Traismauer (Umgebung) nach Kematen öffentlich pendeln wollen, schaut das schon wieder ganz anders aus.
Alleine die Spritkosten bei 200km / Tag belaufen sich auf rund €18.- / Tag und rund 390.- / Monat.
Bei ehrlich gerechneten 40 cent / Kilometer, inkl. Anschaffung/ Wertverlust/ Verschleiß etc. sind wir bei €80.- / Tag und bei 1730 / Monat an Kosten.
Ich würde das nicht machen, da real gesehen ein Verlustgeschäft.
die rechnung geht sich nicht ganz aus, da bei dieser km-leistung die service(-fix-)kosten, die versicherungs und anschaffungskosten geringer ausfallen werden (also die 40 ct sind schon zu hoch, das wären dann etwa 15.000 an Wertverlust und Versicherung pro Jahr, da fährt man/frau schon mercedes der besseren kategorie).
ich bin aber der meinung, dass es nicht dazu führen soll, dass die leute hin und her fahren, d.h. eigentlich sollten die arbeiter das angebot "bus" oder die variante "umzug" in betracht ziehen. ökologisch UND ökonomisch in jedem fall sinnvoller
.. das muß jeder für sich persönlich anschauen. Wenn ich über 40 bin und sehr lange im Unternehmen und in der Region nichts passendes finde (auch vom Gehalt) dann ist es sicher eine Überlegung. Die Frage ist wie das Paket genau aussieht - ist vielleicht die Busfahr-Zeit vom alten Standort zum neuen dann Arbeitszeit (z. B. für die nächsten 15 Jahre garantiert) etc. Leider liegen die Jobs heute nicht mehr auf der Straße. Bei uns wurde in Ö alles geschlossen - die Leute arbeiten nun in Wien und bekamen Dienstwohnungen mir 35 m2, 10 Stunden am Tag & dafür 4 Tage Woche. Dann fahren Sie nach Tirol, Vorarlberg etc. nachhaus zu den Familien (ich glaub vom Zug wird etwas bezahlt von der Firma) - viele habens gemacht, mangels eines anderen Jobs...
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