Neue Hoffnung für Übergewichtige: Hormon reguliert den Appetit

Hormon aus Magen-Darm-Trakt, Ghrelin, beeinflusst auch den Energiehaushalt

Wien - Das Hungergefühl wird über ein komplexes System gesteuert, an dem der Hypothalamus und die Großhirnrinde beteiligt sind. Aber auch Hormone spielen dabei eine Rolle. Forscher der MedUni Wien an der Uniklinik für Innere Medizin III der Klinischen Abteilung für Endokrinologie und Stoffwechsel haben nun nachgewiesen, dass Ghrelin, ein Hormon aus dem Magen-Darm-Trakt, bei dicken und dünnen Menschen unterschiedlich reguliert wird und so zu Gewichtsabweichungen beitragen kann.

Doppelter Effekt

Das Team rund um Anton Luger hofft, dass ihre Arbeit dabei helfen könnte, sehr dünne und schwache Menschen wie Tumor-Patienten oder Ältere zum Essen anzuregen. Darüber hinaus könnten Substanzen, die am Rezeptor als Antagonisten, also als Gegenspieler des Hormons wirken, bei Übergewichtigen das Hungergefühl vermindern. Ghrelin und andere Regulatoren des Appetits beeinflussen auch den Energiehaushalt und haben somit einen doppelten Effekt.

Derzeit arbeitet das Team um Anton Luger daran, herauszufinden, welche Hirnzentren aktiviert werden, wenn Menschen Appetit verspüren und wie man diese beeinflussen kann. Erste Ergebnisse werden auf dem 15. Kongress der European Neuroendocrine Association (ENEA) in Wien präsentiert. (APA, red, 10.9.2012)

  • Die Appetitsteuerung ist ein komplexes System.
    foto: ap/wolfram steinberg

    Die Appetitsteuerung ist ein komplexes System.

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