Nokias PR-Desaster: Auch Fotos bei Lumia-920-Präsentation "gefälscht"

  • Solche Fotos sollen sich laut Nokia mit dem Lumia 920 machen lassen, wie man jetzt zugibt, wurden aber auch diese Bilder gar nicht mit dem Smartphone selbst erstellt.
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    foto: nokia

    Solche Fotos sollen sich laut Nokia mit dem Lumia 920 machen lassen, wie man jetzt zugibt, wurden aber auch diese Bilder gar nicht mit dem Smartphone selbst erstellt.

Mobiltelefonhersteller muss sich ein zweites Mal entschuldigen

Eigentlich hatte Nokia fast alles richtig gemacht: Im Rahmen einer gemeinsamen Präsentation mit Microsoft wurden vergangene Woche die ersten Windows-Phone-8-Geräte des Unternehmens vorgestellt. Gröbere Pannen gab es dabei keine, auch die ersten Reaktionen der Presse konnten durchwegs als positiv gewertet werden. Und doch trat die gelungene Produktvorstellung an sich rasch in den Hintergrund, hatte Nokia doch offenbar nicht mit den aufmerksamen Augen der Internet-Community gerechnet.

Video

Wie sich schnell herausstellte, hatte Nokia nämlich ein im Rahmen der Präsentation gezeigtes Demo-Video für die "PureView"-Kamera des Lumia 920 "gefälscht". Wie an von Nokia offenbar in der Produktion übersehenen Reflektionen und Schatten eindeutig erkennbar ist, wurde der kurze Film mit einer professionellen Kameraausrüstung gefilmt, und nicht wie die Präsentation nahelegte mit der Kamera des Lumia 920.

Simulation

Kurz darauf folgte eine offizielle Entschuldigung von Nokia: Es habe sich hierbei tatsächlich um eine "Simulation" der PureView-Technologie gehandelt. Dies sei zwar in der Branche nicht ungewöhnlich, man habe aber vergessen diesen Umstand offenzulegen, was man nachträglich bedaure, so das Unternehmen.

Nachgelegt

Wer geglaubt hat, damit wäre diese Affäre erledigt, sieht sich nun aber eines besseren belehrt, folgt nun doch der Entschuldigung zweiter Teil: Auch die für die Bewerbung der Kamerafähigkeiten des Lumia 920 eingesetzten Fotos seien nicht mit dem Smartphone selbst sondern mit professioneller Fotoausrüstung entstanden. Die Darstellung der Möglichkeiten der "Optical Image Stabilization" im Vergleich zu den Bildern der Konkurrenz insofern ebenfalls nur eine "Simulation".

Foto

Der zweite Teil der Entschuldigung folgt ebenfalls nicht ganz freiwillig. Vorangegangen war ein vor einigen Tagen auf Hacker News gepostetes Foto, in dem die Aufnahmen von Nokia aus einer anderen Perspektive zu sehen waren - und ganz klar die professionelle Ausstattung zu sehen war. Besonders unerfreulich ist die Angelegenheit für Nokia nicht zuletzt deswegen, da in der Aufregung über diese Affäre vollkommen untergeht, dass die Kamera des Lumia 920 ersten Hands-On-Berichten zufolge - für ein Gerät dieser Klasse - tatsächlich äußerst gute Fotos schießt. (red, derStandard.at, 10.09.12)

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