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Santiago de Chile - Kurz vor dem Jahrestag des Putsches von General Augusto Pinochet sind am Sonntag tausende Chilenen in der Hauptstadt Santiago de Chile auf die Straße gegangen, um der Opfer der Machtergreifung zu gedenken. Die Demonstranten schwenkten chilenische und kommunistische Fahnen und trugen Bilder von getöteten oder verschleppten Angehörigen. Die Polizei setzte Tränengas und Wasserwerfer ein, als einige der Demonstranten Steine auf Regierungsgebäude warfen.
General Pinochet hatte am 11. September 1973 bei einem vom US-Geheimdienst CIA unterstützten Militärputsch den gewählten sozialistischen Präsidenten Salvador Allende gestürzt. Während seiner 17-jährigen Herrschaft wurden nach Angaben von Menschenrechtsgruppen mehr als 3.200 Menschen getötet oder verschleppt, ohne dass ihr Schicksal geklärt wurde. 37.000 weitere Menschen wurden inhaftiert und gefoltert. Pinochet starb 2006, ohne jemals für die Verbrechen während seiner Herrschaft angeklagt worden zu sein. (APA, 10.9.2012)
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ich finde die encapuchados sehr cool und wenn man genau hinschaut, dann erkennt man auf bild 4 sogar einen riot dog!
http://www.youtube.com/watch?v=KzuelV8fZhU
Und ermordet - mit Hilfe der USA, die damit bis heute ein gutes Beispiel für ihre den eigenen Interessen dienende Politik geben, die sich keinen Deut um Menschenrechte oder die Natur kümmert. Deshalb gehörten auch Buch oder Blair vor ein Kreigsverbrechertribunal, ebenso das Herrscherhaus von Bahrain etc. etc. Pinochet ist das Symbol des rücksichslosen, militärisch gestützten Neoliberalismus, den die USA auf der ganzen Welt vertreten und mit Gewalt durchsetzen wollen - siehe Irak, Libyen, Iran, Syrien, Afghanistan... usw.
Also ich sehe auf Foto 4 und auf Foto 8 anarchistische Fahnen (Schwarz-Rot), einmal auch mit A im Kreis. Vielleicht ist es Zufall, dass im Begleittext nur chilenische und kommunistische Fahnen erwähnt werden, wollte es dennoch erwähnt haben.
"Pinochet starb 2006, ohne jemals für die Verbrechen während seiner Herrschaft angeklagt worden zu sein." Pinochet wurde in Spanien, Frankreich, der Schweiz, Belgien und Argentinien angeklagt. In GB war er von Ende 1998 bis 2000 in Haft, allerdings nur Hausarrest. Einem Auslieferungsantrag an Spanien war bereits stattgegeben worden als Chile seine Freilassung aus humanitären Gründen (Alter, Krankheit) erbat. Dies wurde dann auch vollzogen.
In Chile selbst allerdings kam es tatsächlich nie zur Anklage.
Wenigstens googeln könnten die APA Journalisten manchmal...
Für Interessierte:
http://www.amazon.de/Die-Schoc... 3100396111
Erläutert sehr gut, welche Politik und Interessen hinter dem Putsch standen. Weiters wird der neoliberale Siegeszug rund um die Welt beleuchtet.
Mit dabei: Südamerika, Russland, Südostasien, Naher Osten,...
Nach wie vor brandaktuell!
Chile leidet immer noch unter den Strukturen, welche in der Pinochet-Diktatur geschaffen wurden und unter dem extremen Neoliberalismus, welcher schon einen Anarchokapitalismus gleich kommt. Es gibt in Chile noch immer starke Unterschiede zwischen (bitter)Arm und (stink)Reich. Einerseits gibt es hier eine Oberschicht, welche an Arroganz sogar den Stronach deutlich überlegen ist und noch immer Pinochet entweder als notwendiges Übel ansehen oder sogar sein Regime wieder zurückwünschen. Sie leben meist in abgeschlossen überwachten Wohngegenden und reden über den Rest der Gesellschaft teilweise als wären die anderen Tiere (zumindest habe ich solche Gespräche auf der Straße schon gehört). Auf der anderen Seite gibt es auch eine Mittelklasse.
Diese ist aber oft hochverschuldet, weil hier Schein mehr wert ist als Sein. Der täglich Einkauf wird oft auf Kredit gemacht und schafft es nicht wirklich aufzusteigen. Dann gibt es auch eine große arbeitende Unterschicht, welche einen Mindestlohn (wenn überhaupt) verdient, welcher angesichts der Preise in Santiago (über denen von Wien (außer auf einigen Märkten) und bei Wohnungen des gleichen Standards sogar 50% mehr ... aber in solchen wohnen keine armen Leute). Viele Reiche in Chile haben Nanas, eine Art Zimmermädchen, welche aber hier mehr einem Haussklaven gleichkommt. Die Arbeitsbedingung sind katastrophal und es gibt angleich sogar noch Wohnungen und Häuser mit Nana Zimmers, welche man nur von außen abschließen kann.
Die Hoffnung des Landes liegt in der Jugend. Die ältere Generation, welche unter Pinochet aufwuchs, hat sich leider mit ihrem Leben großteils abgefunden. Doch die Jugend will Veränderung. Das Bildungssystem ist teuer, die Leute bekommen in den öffentlichen Schule eine katastrophale Ausbildung, aber Privatschulen und Unis sind extrem teuer und ohne Schulden nicht erreichbar für jeden, welcher nicht Eltern aus der Oberschicht hat. Die Jugend weiß, dass sie Bildung braucht und will es auch, doch das System hier zwingt sie sich dem System anzupassen und manchmal glaube ich, dass bis jemand aus der jungen Generation irgendwo ist wo er/sie Einfluss hat um etwas zu verändern, wird sie/er schon Teil des Systems sein.
Abschließend möchte ich noch dazu sagen, dass ich in Santiago lebe, wo diese Unterschiede noch wesentlich grasser zu Tage treten als im Rest des Landes. Aber sind sie überall mehr oder weniger ausgeprägt im Land vorhanden. Leider werden diese Probleme und ihr Kern im öffentlich Diskurs mehr am Rande behandelt, was unter anderem daran liegt, dass hier die Medien ähnlich wie in Italien unter Berlusconi in der Hand von Pinera dem jetzigen konservativen Präsidenten sind, welcher in seiner Regierungszeit von Beliebtheitswerten von über 50% auf unter 20% gefallen ist und dies trotz extrem boomender Wirtschaft. Allein wenn man sich den Immobilienmarkt in Chile anschaut und den Finanzsektor ist es nur eine Frage der Zeit bis die Blase hochgeht.
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