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Ein wenig versteckt, auf der anderen, der serbischen Seite des Flusses Ibar, gleich hinter der Brücke, steht ein weißes Haus. Nicht weit davon sind die Panzer der Kfor stationiert. Zur Sicherheit. In diesem weißen Haus hat das Büro der kosovarischen Institutionen in der geteilten Stadt Mitrovica im Norden des Kosovo seinen Sitz.
Das Büro soll Gewerbescheine, Führerscheine oder andere Dokumente ausstellen und Projekte der Gemeinde unterstützen. Das weiße Haus steht nicht nur abseits der Stadt, man erkennt nicht einmal, dass es eigentlich das Rathaus sein sollte. Ein Polizist sitzt gelangweilt vor dem Eingang. Bürger sind keine zu sehen. Das weiße Haus gehört zu einem Staat, der hier gar nicht anerkannt wird.
Denn nördlich des Flusses Ibar leben die Menschen im Bewusstsein, dass sie in Serbien sind, obwohl der Kosovo sich im Jahr 2008 für unabhängig erklärt hat und obwohl auch dieses Fleckchen Erde, auf dem etwa 60.000 Serben leben (aber auch Albaner und andere Volksgruppen), zum Kosovo gehört. Die Errichtung des Büros der kosovarischen Institutionen in Nordmitrovica war eine der letzten Taten der Internationalen Zivilverwaltung (ICO), die heute, Montag, ihre Pforten im Kosovo schließt. Die bisher "überwachte Unabhängigkeit" nimmt mit einem großen politischen Akt, zu dem zahlreiche Politiker aus ganz Europa angereist sind, ihr Ende. Der Kosovo soll nun ganz souverän sein.
Bisher haben ein paar Leute der ICO in einem großen gläsern-blauen Haus über den Hügeln von Prishtina das Funktionieren des jungen Staates überwacht. In dem blauen Haus ist man relativ zufrieden, weil der nach dem früheren Chefverhandler sogenannte "Ahtisaari-Plan", also die Verfassung des Kosovo, zumindest großteils umgesetzt wurde. Tatsächlich kann man von einem multiethnischen Staat sprechen. Die Serben in den Enklaven haben sich inte griert, sie gehen zur Wahl, mancherorts sogar über 60 Prozent.
Das Motiv dafür ist durchaus ethno-nationalistisch: Man will einen serbischen Bürgermeister und keinen albanischen, aber dem Staat Kosovo hilft es, wenn auch die Serben die Wahlen aner kennen. Sie nehmen auch die Verwaltung in Anspruch und das Geld, das aus Prishtina kommt (und oft auch das aus Belgrad).
ICO-Vizechef Christopher Rowan räumt gegenüber dem Standard ein, dass es "Parallelinstitutionen", Institutionen des Kosovo und Serbiens, gibt. Es müsse mehr Transparenz dabei geschaffen werden, fordert er. Prinzipiell hat die internationale Gemeinschaft aber nichts dagegen, wenn Geld aus Serbien fließt.
Tatsächlich werden Amerikaner und Europäer (außer fünf EU-Staaten haben alle den Kosovo anerkannt) weiter ein Auge auf den Kosovo mit seinen 1,8 Millionen Einwohnern haben. Die internationale Truppe (Kfor), die seit der Intervention 1999, die der Herrschaft von Serbien im Kosovo ein Ende setzte, im Land ist, bleibt weiterhin die wichtigste Institution. Aber auch die Botschaften der Internationalen Steuerungsgruppe (Amerikaner und Europäer) bleiben im Land. In Prishtina erwartet man deshalb nicht, dass Souveränität tatsächlich volle Souveränität bedeuten wird.
Zumal es ein zentrales Problem gibt, das ungelöst bleibt: die Frage, von wem der Norden verwaltet wird. In Brüssel, Washington, Belgrad und Prishtina weiß man, dass diese Frage ohne die internationale Gemeinschaft nicht beantwortet werden wird. Erst im Februar hat sich eine überwältigende Mehrheit der Serben im Norden dagegen ausgesprochen, die kosovarischen Institutionen anzuerkennen. Noch immer ist vor der Brücke über den Ibar ein Sandhaufen als Symbol des Widerstands aufgeschüttet.
Doch im Norden hat auch Belgrad nicht volle Verfügungsgewalt. In den vergangenen Jahren hat sich hier ein Netzwerk aus kriminellen und politischen Strukturen entwickelt. Wer nicht mitmacht, bekommt kein Geld oder böse Telefonanrufe.
Adrijana Hodžic denkt, dass die Menschen im Norden es satthaben, in diesem schwarzen Loch ohne Rechtsstaat zu leben. Die Leiterin des kosovarischen Büros in Nordmitrovica erzählt, dass Autos ausgeraubt werden und die Polizei nicht einschreitet.
Hodžic, die aus einer "gemischten" Familie kommt (unter anderem Bosniaken), wurde von den internationalen Verwaltern in Prishtina auserkoren, das weiße Haus in Nordmitrovica zu leiten, das eigentlich hier niemand haben will. Aber vor dem Abzug der ICO wollten die Amerikaner noch einmal demonstrieren, dass die kosovarische Regierung auch den Norden verwalten soll. Hodžic hat 52 Angestellte, manche davon konnte sie dem serbischen Rathaus abwerben. Aber auch wenn die kosovarische Regierung bis Jahresende 1,1 Millionen Euro im Norden ausgeben will (nächstes Jahr sollen es vier Millionen Euro sein), hat sie jenseits des Flusses Ibar trotzdem nichts zu sagen.
Klar ist, dass Hodžic ohne einen politischen Deal nichts wird ausrichten können. Mit dem Abzug des ICO will man aber nun einen Punkt setzen, um nicht in die "bosnische Falle" zu gehen. Bosnien-Herzegowina hat 17 Jahre nach dem Krieg noch immer nicht volle Souveränität erreicht. (Adelheid Wölfl, DER STANDARD, 10.9.2012)
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Das Haager Tribunal für Kriegsverbrechen hat den Ex-Kommandanten der UÇK und Ex-Premier des Kosovo, Ramush Haradinaj, für unschuldig befunden. In Prishtina rechnet man mit seiner Rückkehr in die Politik
es ist zwar ein wenig off topic - aber wie viele vertriebene serben aus dem kosovo gibt es heute? und wie viele kosovaren wurden 1998/99 vertrieben bzw. wurden ermordet? und wie viele serben wurden seit 1998 auf dem gebiet des kosovo ermordet?
ich lese immer so unterschiedliche zahlen, dass ich das jetzt endlich mal wissen will!
jetzt solls plötzlich egal sein...? Dabei pflegt doch Serbien einen eigentlichen Toten- bzw. Opferkult (Jasenovac, 2.WK, dann in Kro, BiH & auch Kosovo bezgl. der jüngeren Balkankriege, vom Amselfeldmythos wolln ma gar nicht reden...). Treten Sie so entschieden auch serb. Brothaz bzw. Sistaz gg'über, wenn die mal wieder mit den Opferzahlen hausieren gehn..?
um nicht falsch verstanden zu werden: ich trete schon seit Jahr & Tag gg. dieses destruktive Auf- & Gegenrechnen ein, nachweislicherweise - auf Zustimmung oder Verständnis bin ich aber serbischerseits nie gestossen. Deswegen ist Ihre Entrüstung jetzt unglaubwürdig.
die toten vielleicht nicht aber die hinterbliebenen schon... ist das ihre auffassung von gesetz und gerechtigkeit?! "die sind eh schon tot - jetzt kann man auch nix mehr machn" - falsch - was man mach muss ist die verantwortlichen zu verantwortung ziehen!!!
... alle Kriegsverbrecher gerecht zu Bestrafen. Viel ist bereits getan, muss aber noch viel mehr getan werden. Das wird es auch.
Unabhängig davon ob die Verbrecher Anderer bestraft werden.
Es bleibt zu hoffen dass sich die internationale Gemeinschaft mit gleichem Eifer sich daran setzt die Verbrechen die an den Serben gemacht sind zu prozessuieren. Bis jetzt, besonders im Falle des Kosovo, hat man sehr wenig gesehen.
wurden seit geraumer Zeit penibel aufgelistet, dokumentiert und an die zuständigen Gerichte in Prishtina oder Den Haag weitergeleitet. Um es vorweg zu nehmen, den Verfahren in Prishtina sitzen gewöhnlich zwei Richter der EU und ein kosovarischer Richter vor. Das Problem liegt jedoch außerhalb des Kosovo, wenn eine Partei (Kosovo) Anklage erhebt und die andere Partei (Serbien) die Anklage nicht annimmt, können beide Parteien dadurch keine substantielle Debatte führen (uns beiden ähnlich). Serbien hat sich nocht nicht einmal anhand einer Parlamentsresolution für begangene Verbrechen in Kosovo entschuldigt, geschweige denn eine ausgesprochen.
hat es im Kosovo fürs verbrechen gegen die Serben gegeben?
Wieviele Mörde an den Serben sind aufgeklärt?
Für Serbien soll das kein Maßstab sein, aber zu erst vor der eigenen Tür kehren dann auf die anderen aufzeigen.
In Serbien muss noch viel getan werden, aber Serbien hat bist jetzt von allem Kriegsparteien als einziges Land die meistgesuchten an Den Haag ausgeliefert.. .
gab es Kriegsverbrecher Prozesse in Kosovo, aber wenn Sie erst nachträglich merken, dass Sie wieder in das alte Muster der Auf- und Gegenrechnung verfallen sind, wir das merken und Sie ständig darauf hinweisen, dann schelten Sie sich nicht! Selten wie nie zuvor in einem Krieg war die Kriegsverbrecher-Opfer-Relation so eindeutig, vermutlich auch ein Grund dafür, weshalb Serbien um einiges mehr tun muss. Staatlich organisierte Verbrechen, das im Prinzip die höchste Stufe der Verbrechensskala darstellt, in der Schwere wie von Serbien vorgeführt, gab es seit dem zweiten Weltkrieg nicht mehr in Europa. Selbst hier ziehen Sie Vergleiche und versuchen zu relativieren.
.. die anderen sind schlimmer, deswegen machen wir nichts.
Rechtfertigungen gibt es zu viele, zu wenige Taten.
Ob man es einsehen möchte oder nicht, Serbien hat bis jetzt am meisten gegen die Kriegsverbrecher gemacht. Kann von den unzähligen Berichten von der EK und UN nachgelesen werden.
betreffen nun mal vor allem Serbien, um seine internationalen Verpflichtung zu erfüllen musste es ohne wenn und aber seine Kriegsverbrecher ausliefern. Die Auslieferungsprozeduren sind International festgelegt. Die serbische Justiz reagiert allerdings lediglich nur bei überwältigenden Fakten (Beispiel: LKW voller Leichen taucht in der Donau auf). Eigenständige Ermittlungen sprich Motiv Spuren nachgehen, im Dreck wühlen, Vermutungen aufstellen, Indizien nachgehen, Verdächtige befragen gibt es nicht. Von "viel getan" kann also keine Rede sein.
Oder aber am Besten, wenn die Zahlen weder ein Albaner noch ein Serbe postet. Das würde (hoffentlich die Diskussionen verkürzen)
Idealer Weise dürfte man solche Zahlen wohl bei der KFOR erhalten, da die über jedes Opfer, oder jede Vermisstenmeldung informiert sind.
... man solle endlich aufhören auf den Toten herumzutramppeln und unabhängige Untersuchungen die von der albanischer UND der serbischen Seite GEMEINSAM durchgeführt wird.
Nur dann kannst du halbwegs brauchbare Zahlen erhalten. Alles andere ist Propaganda für irgendeinen Zweck.
Woraus entnehmen Sie, das hier Jemand auf Toten herumtrampelt? Sie haben scheinbar ein völlig gestörtes Verhältnis zu diesem Kapitel der Serben?!
ItDoesntMatter1 hatte lediglich den Wunsch, endlich ein paar richtige Fakten in der Hand zu halten, um informiert zu sein, und nicht, wie so viele hier, auf Basis von Märchen und Geschichten sowie Mythen und Erzählungen aus 1000 und einer Nacht die historische Wiege der serbischen Nation zu postulieren :-)
Also ich bleibe dabei. Am Besten erhält man solche Informationen bei der KFOR direkt, sofern die KFOR diese auch an Nicht-Journalisten preisgibt.
.. erforderlich um Verbrechen und die Verbrecher zu bekämpfen?
Alle trampeln und manipulieren mit den Toten. Schande liegt an allen Seiten.
Ob man das einsehen möchte oder nicht, ist jedem überlassen für sich selber zu entscheiden.
KFOR hat in dem Moment seine Kredibilität verloren, indem die NATO Staaten einseitige Unabhängigkeit anerkannt hatten.
UNMIK hat es versucht die Lage objektiv zu betrachten, sowie die Del Ponte, Aber nicht nur dass, besonders die Del POnte, den Serben nicht passte, anscheinend den anderen auch nicht.
Wahrheit ist anscheinend nicht erwünscht am Balkan, weil keiner danach trachtet sondern nur eigene nieder Ziele verfolgt, währen Verbrecher als Helden gefeier werden.
da sie unmittelbar und direkt mit Milosevic oder Seselj verbunden waren und / oder sind.
Kosovo würde z.B. Herrn Dacic ein paar Fragen stellen wollen, aus der Zeit als Handlanger Milosevics.
Sie sehen, am Besten kommen beide Länder miteinander zurecht, wenn sie geteilt sind. Eine Wiedervereinigung kann nur funktionieren, wenn die Serben vorher alle Albaner töten würden. So, wie es einst ein Herr Cubrilovic angemahnt hat.
Jede andere Form der Zusammenarbeit wird nicht funktionieren.
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