Spindelegger: "Vollkasko-Gesellschaft gibt's nicht"

  • Ein Prost auf die Wehrpflicht! ÖVP-Chef Michael Spindelegger 
genehmigt sich beim Erntedankfest ein Schlückchen.
    foto: standard/newald

    Ein Prost auf die Wehrpflicht! ÖVP-Chef Michael Spindelegger genehmigt sich beim Erntedankfest ein Schlückchen.

ÖVP-Chef und Vizekanzler Michael Spindelegger wirbt auch beim Erntedankfest des Bauernbundes für die Beibehaltung der Wehrpflicht und warnt vor einem Systemwechsel, der nicht vorbereitet sei: "Bleiben wir auch bei der Solidarität."

Wien - ÖVP-Chef und Vizekanzler Michael Spindelegger nutzte das Erntedankfest des Bauernbundes am Sonntag am Heldenplatz in Wien auch für einen Appell zur Beibehaltung der Wehrpflicht. Spindelegger hob nicht nur die Notwendigkeit von Agrarzahlungen für die heimischen Bauern hervor, sondern ging besonders auch auf die Volksbefragung zur Wehrpflicht ein: "Im nächsten Jänner geht's darum: Wird es in Österreich einen Systemwechsel geben, weg von Wehrdienst und Zivildienst zu etwas, was wir noch gar nicht richtig sagen können? Und da sage ich: Nein, danke. Bleiben wir auch bei der Solidarität in Österreich."

Der ÖVP-Chef warb für ein Ja zum bestehenden System, "denn das wird uns insgesamt als Gesellschaft nur guttun, und wir brauchen nicht alles abschieben an irgendwen anderen. Die Vollkasko-Gesellschaft in Österreich gibt's nicht, sorgen wir selber für unsere Sicherheit."

Bundeskanzler Werner Faymann sprach sich am Wochenende gegen den Rücktritt seines Verteidigungsministers Norbert Da rabos aus, selbst dann, wenn die Volksbefragung im Jänner gegen ein Berufsheer ausfallen sollte.

Das Ergebnis sei zu respektieren und umzusetzen, es brauche aber "weder jemand zurücktreten noch jemand traurig zu sein", wird Faymann in Österreich zitiert. Auch Darabos selbst beteuert, nicht zurücktreten zu wollen, so oder so nicht: "Das spielt's nicht."

Der Idee, das Volk neben der Wehrpflicht auch über Bildungsthemen zu befragen, wie es der Unternehmer Hannes Androsch, der auf Faymanns Wunsch auch das Personenkomitee "Unser Heer" anführt, in der Kronen Zeitung gefordert hatte, erteilte Faymann erneut eine Absage. "Die nächste Chance für die Wähler, sich für eine Schulreform einzusetzen, ist die kommende Wahl." (APA, red, DER STANDARD, 10.9.2012)

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