Sieger Contador und die "nationale Korruption"

9. September 2012, 18:00
  • Contador meldete sich an der Spitze zurück.
    foto: epa/vidal

    Contador meldete sich an der Spitze zurück.

Erfolg des spanischen Radstars ruft Claqueure und Kritiker auf den Plan

Madrid - "Diese Vuelta ist für den Radsport generell ein Gewinn." Alberto Contador sagte das, für ihn ist die 67. Spanien-Rundfahrt auch persönlich ein Gewinn gewesen. Der 29-jährige Kapitän vom Team Saxobank hatte sich im Dreikampf mit seinen spanischen Landsleuten Joaquin Rodriguez (Katjuscha) und Alejandro Valverde (Movistar) durchgesetzt. Die letzte Etappe am Sonntag nach Madrid wurde für Contador zur Triumphfahrt.

Spannend war sie ja gewesen, die Vuelta, ein teils hochklassiges Ausscheidungsfahren, das zweifelsohne mehr bot als der kalkulierte und kühl umgesetzte Sieg des Briten Bradley Wiggins bei der Tour de France. Und doch verdrängte Contador eines ganz bewusst: Nicht nur er selbst, auch der Zweitplatzierte Valverde war in der Vergangenheit als Dopingsünder überführt worden. "Contadors Sieg ist katastrophal. Der Radsport ist immer noch ein Lügen dickicht ohnegleichen", sagt also der renommierte Heidelberger Dopingexperte Werner Franke. Contador sei zudem Kunde beim Dopingarzt Eufemiano Fuentes gewesen, das könne er, Franke, beweisen.

Contador war bei der Tour 2010 positiv auf das Kälbermastmittel Clenbuterol getestet und nach einer langen Hängepartie erst im Februar für zwei Jahre gesperrt worden. In Vorbereitung auf die Vuelta feierte er bei der Eneco-Tour durch die Niederlande und Belgien Anfang August sein Comeback. Valverde war wegen seiner Verwicklung in die Fuentes-Affäre bestraft worden.

In Spanien blieb eine kritische Betrachtung Contadors aus, die großen Medienhäuser überschlugen sich mit Lobliedern auf den Pistolero: "Die Vuelta des Contador. Er ist der König des Comebacks", schrieb Marca. Und AS würdigte auch Valverde und Rodriguez: "Ein Champion, drei Helden." Franke nennt das "ein Beispiel für nationale Korruption im Denken. In Spanien trieft es vor Nationalismus."

"Vielleicht habe ich die Vuelta durch meinen Mut gewonnen", sagte Contador, der sich während seiner Sperre explizit auf die letzte große Rundfahrt des Jahres vorbereitet hatte. "Ich musste mich oft überwinden, vor die Tür zu gehen und zu trainieren." Nun lockt die 100. Tour de France. "Bis Paris 2013 ist es ein weiter Weg", sagt Contador. Doch er wird sich schon überwinden. (sid/fri, DER STANDARD, 10.9.2012)

Ergebnisse der 67. Spanien-Rundfahrt:

21. Etappe (Cercedilla - Madrid/115 km): 1. John Degenkolb (GER) Argos) 2:44:57 Stunden - 2. Elia Viviani (ITA) Liquigas - 3. Daniele Bennati (ITA) RadioShack - 4. Allan Davis (AUS) Orica - 5. Koldo Fernandez (ESP) Garmin - 6. Alejandro Valverde (ESP) Movistar. Weiter: 21. Joaquim Rodriguez (ESP) Katjuscha - 54. Alberto Contador (ESP) Saxo Bank, alle gleiche Zeit.

Schlussklassement: 1. Contador 84:59:49 Stunden - 2. Valverde + 1:16 Minuten - 3. Rodriguez 1:37 - 4. Chris Froome (GBR) Sky 10:16 - 5. Daniel Moreno (ESP) Katjuscha 11:29 - 6. Robert Gesink (NED) Rabobank 12:23 - 7. Andrew Talansky (USA) Garmin 13:28 - 8. Laurens ten Dam (NED) Rabobank 13:41 - 9. Igor Anton (ESP) Euskaltel 14:01 - 10. Benat Intxausti (ESP) Movistar 16:13. Kein Österreicher am Start.

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GRACIAS CAMPEON!!!!

und nächstes jahr die vierte tour!!!!!

Dazu muesste die Tour naechstes Jahr aber doppelt zaehlen nachdem ihm der 2010 Titel aberkannt wurde.

Die Wahrscheinlichkeit...

...sprich dafür dass in den letzen 10-20 Jahren unter den besten 10 der großen Rundfahrten maximal 0,3 nicht-gedopte Fahrer unterwegs waren.
Alles andere halte ich für Wunschdenken.
Wiggins & Froome bei der TdF waren wahrscheinlich genauso mit seltsamen Mitteln vollgepumpt wie Contador & Co bei der Vuelta.

Das ist halt so, und wer sich für Radrennfahren interssiert, betrachtet hat, wer von den Gedopten am besten fährt (mit der Verfälschung, dass manche geschickter dopen als andere).
Auch das kann spannend sein!

Wie die Hippies sagen:

No dope, no hope

doping und spanien. das passt wie die faust aufs aug.

Wenn Fahrer des Dopings überführt werden, gehören sie nicht 2 sondern 10 oder 15 Jahre gesperrt. Es ist einfach widerlich diese Fratzen nach 2 Jahren Sperre wieder vom Podest runtergrinsen zu sehen...

Leider ist der Sport ruiniert worden...

... So wie betrunkene Autofahrer

auch 10 - 15 Jahre Führerscheinentzug.

Ach so, das wäre "ungerecht", weil existenzgefährdend ....

große kämpferische leistung von Contador und tolle leistung seiner mitstreiter. Er hat es oft (vergeblich) mit angriffen am berg probiert und eine überraschungsattacke hat ihm letztlich den erfolg gebracht.
ganz großer sport war das.

Franke nervt. Contador wurde gesperrt und darf jetzt wieder fahren. Das muss man auch mal akzeptieren.

Lass mal gut sein Werner. Für dich ist jeder schlecht der gewinnt.

Nicht schlecht,

sondern gedopt!

warum dopingfälle im radsport

....weil die zahl der dopingkontrollen in diesem sport überdurschnittlich groß ist. sie beträgt ein vielfaches zu anderen sportarten. in denen dann übrigens aus kosten- (und politischen-)gründen keine blut, sondern nur urintests gemacht werden! oder zB.: formel I fahrer dopen nicht? doch, bloss gibts keine tests.

leider ist die öffentlichkeit in sachen doping völlig uninformiert, allen voran pariasek&co. bei doping gehts´ nicht nur um die förderung der ausdauer!

der radsport hat im verlgeich zu allen anderen sportarten KEIN dopingproblem, sondern ein PR PROBLEM.

es sollte SPORTBERICHTERSTATTUNG lauten

in nahezu jedem bericht über diesen ganz außergewöhnlich herausfordernden sport wird über doping geschrieben. nicht über die leistung. ekelig!

der sportler dopte, bekam seine strafe und saß sie ab. im anschluss immer noch darauf zu verweisen ist schlicht und einfach unseriös. denn grad der standard wäre doch die zeitung, die sich bei einem verurteilten "normalen" kriminellen dafür aussprechen würde, nach abgesessener strafe nicht immer und immer wieder das delikt von früher zu erwähnen.

und ja, eine streckenführung wie die heurige ist dafür verantwortlich, dass medizinisch nachgeholfen werden muss! lieber leser, schon mal am rad gesessen oder nur im wohnzimmer vor dem tv gesoffen?

Würde der span. Verband den

Dopingkampf ernster nehmen [Valverde wurde in Italien, aufgrund der Auswertungen des Blutbeutels der span. Operacion Puerto gesperrt,
Contador erst durch den Einspruch der UCI beim
CAS (wobei sie sich dazu erst durch das publik werden des Test-Ergebnisses gezwungen sahen)wäre das Image auch besser.
Aber:
Ist der Ruf erst ruiniert,
lebt es sich ganz ungeniert.

Übrigens (nochmals)
Nett gemachte Site:
http://www.xoo-cycling.ch/

Für Radsport-Fans, Tippspiel zu den wichtigsten Rennen des Radsportjahres.

renommierte Heidelberger Dopingexperte Werner Franke

nur interessiert dieser Kasperl halt keinen

sie vielleicht nicht, mich schon. mag zwar ein bisserl sehr mediengeil sein, war aber federführend an der aufdeckung des deutschen rad-doping-netzwerks beteiligt (bzw. durch seine hartnäckigkeit daran, dass alles nicht im sande verlief).

na, super

und ? D hat jetzt weder Veraanstaltungen noch Fahrer von groszer Relevanz

ja,sie mögen alle gedopt sein!!!

trotzdem ist es spannend zu sehen,wie ac alles gekontert hat,was valverde und rodriguez an angriffen anzubieten hatten....und ja,es war allemal spannender als die tdf!radsport pur,leider mit generellem dopingverdacht,aber den zuschauern gefällts...

Eine epische Vuelta: Contador, Rodriguez und Gilbert unglaublich antrittsstark. Valverde und Froome unglaublich zäh und beständig. Degenkolb, Ten Dam sind ein Versprechen für die Zukunft.

Das war wirklicher Radsport. Danke für diese spannenden 3 Wochen.

Ten Dam

wird im November 32 - wohl ein Versprechen fuer die recht nahe Zukunft

was

Was wollt ihr? 37 Berge und 7 Bergankünfte in 21 Tagen einer Rundfahrt? Und eine Menge Action, Spannung und Kampf.
http://www.radsport-news.com/sport/spo... _77625.htm

Dann braucht keiner mehr über die kleinen Helferchen reden.

Und den 100m Lauf sollte man noch flacher und etwas kürzer machen, oder wie? Glaubst du ernsthaft, dass die Anforderungen, die ein Wettkampf an den Athleten stellt, auch nur irgendetwas mit Doping zu tun hat? Tatsächlich ist es sogar so, dass je leichter die Strecke ist, umsoo geringer werden die Zeitabstände sein und umso mehr Plätze wird man mit Doping gewinnen können.

Und Wiggins soll sauber sein? In England ist Doping ein Problem von dem die Leute noch nie was gehört haben. Da ist mir Contador lieber. Der war früher gut und ist es auch heute. Dopt er? Wie kann er anders?

Sie unterstellen also dem 2-fachen Bahnradolympiasieger vorher nicht gut gewesen zu sein?

Der Radsport ist kaputt. Warum ein Fahrer gewinnt kann niemand mehr sagen. Dopt er? Dopt er besser? Dopen die anderen Fahrer weniger? Nur Leute die sich bedingungslos verarschen lassen wollen machen da noch mit.

pfui teufel

claqueure? doch wohl nur in spanien

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