Irakischer Vizepräsident in Abwesenheit zum Tode verurteilt

10. September 2012, 11:18

Al-Hashemi wegen Mordes an Anwalt und General verurteilt - Beteuert erneut seine Unschuld

Bagdad - Der irakische Vizepräsident Tarik al-Hashemi ist in Abwesenheit zum Tode verurteilt worden. Der sunnitische Politiker sei für den Tod eines Anwalts und eines Generals verantwortlich, teilte ein Gericht in der Hauptstadt Bagdad am Sonntag mit. Sein Privatsekretär und Schwiegersohn Ahmed Kahtan wurde ebenfalls zum Tode verurteilt. Der seit Mai laufende Prozess verschärfte den innenpolitischen Machtkampf zwischen Sunniten und Schiiten im Irak kurz nach dem Abzug der US-Truppen.

Al-Hashemi wird wegen Verdachts auf "Führung und Finanzierung terroristischer Anschläge" per internationalem Haftbefehl gesucht. Er war Ende 2011 in die autonomen Kurdengebiete im Nordirak geflohen, nachdem der schiitische Ministerpräsident Nuri al-Maliki einen Haftbefehl gegen ihn veranlasst hatte. Laut einer Erklärung auf seiner Internetseite vom 10. August hält er sich in Katar auf. Al-Maliki wirft dem Vizepräsidenten vor, Leibwächter finanziell unterstützt zu haben, die in Anschläge verwickelt waren. Al-Hashemi weist die gegen ihn erhobenen Vorwürfe als politisch motiviert zurück.

Al-Hashemi will auch nach seiner Verurteilung zum Tode in der Türkei bleiben. Er betonte jedoch am Montag vor der Presse in Ankara, er wolle "der Türkei nicht zur Last fallen". Al-Haschemi hatte sich dem Prozess durch Flucht in die Türkei entzogen. Er beteuerte erneut seine Unschuld und behauptete, die Richter seien dem Diktat des Ministerpräsidenten Nuri al-Maliki gefolgt. Er sagte: "In den Gefängnissen von Al-Maliki sitzen Zehntausende Unschuldige." (APA, 10.9.2012)

Ist er eigentlich noch "Irakischer Vizepräsident"?

Wenn ja - müsste er doch politische Immunität besitzten.
Wenn nein - sollte man die Überschrift ändern.

Schon komisch das die Länder die "befreit" worden sind einfach nicht zur Ruhe kommen.

Man sollte sich vielleicht die Frage stellen ob das nicht Absicht ist, ein Ziel der "Befreier".

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.