Rechteinhaber melden nicht vorhandene Inhalte auf Megaupload

  • Megaupload existiert nicht mehr, dennoch gehen noch immer Copyright-Beschwerden dagegen ein.
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    Megaupload existiert nicht mehr, dennoch gehen noch immer Copyright-Beschwerden dagegen ein.

Monate nach Schließung der Seite immer noch Copyright-Beschwerden

Obwohl der File-Hoster nach einer aufsehenerregenden Razzia im Jänner nun schon seit neun Monaten nicht mehr in Betrieb ist, senden Rechteinhaber noch immer Beschwerden zu Inhalten, die angeblich illegal über Megaupload verbreitet werden. TorrentFreak hat einen näheren Blick auf Googles Transparency Report geworfen und entdeckt, dass die Suchmaschine auch zu anderen abgeschalteten Diensten Anfragen bekommt, Suchergebnisse zu löschen.

Anti-Piraterie-Maßnahmen

Google hat in den vergangenen Monaten einige Maßnahmen getroffen, um urheberrechtlich geschützte und illegal ins Web hochgeladene Inhalte nicht mehr so einfach über seine Suche zugänglich zu machen. So entfernt Google Links, wenn Rechteinhaber eine Urheberrechtsverletzung melden. Auch werden Seiten, über die mutmaßlich geschützte Inhalte geteilt werden, in den Such-Rankings nach hinten gereiht

Das Unternehmen hat damit auf die Beschwerden von Labels und Anti-Piraterie-Vereinen reagiert, die dem Konzern vorwarfen, Urheberrechtsverletzungen mit seiner Suche zu begünstigen.

Beschwerden zu nicht vorhandenen Inhalten

Doch offenbar scheinen die Rechteinhaber wie Sony, Warner, Microsoft sowie Lobby-Verbände ihre eigenen Systeme nicht so genau im Auge zu behalten, um im Web illegal hochgeladene Inhalte zu finden. Denn nach wie vor gehen laut Bericht Beschwerden zu Inhalten ein, die angeblich auf Megaupload, BTjunkie und anderen nicht mehr aktiven Seiten gehostet werden. Die Inhalte hinter den Links sind jedoch längst nicht mehr verfügbar. In Googles Transparency Report kann man detailliert die Anfragen zu einzelnen Domains abrufen.

Fehler automatisierter Systeme

Der Bericht zeigt einmal mehr die Fehleranfälligkeit automatisierter Systeme auf. Ein weitere Beispiel dafür sind die Löschungen von YouTube-Videos auf offiziellen Kanälen, wie zuletzt etwa die Rede von Michelle Obama. Auch hier wurde das Video versehentlich nach einer automatisierten Copyright-Meldung gesperrt. (red, derStandard.at, 9.9.2012)

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