Rechteinhaber melden nicht vorhandene Inhalte auf Megaupload

9. September 2012, 11:40
  • Megaupload existiert nicht mehr, dennoch gehen noch immer Copyright-Beschwerden dagegen ein.
    screenshot: red

    Megaupload existiert nicht mehr, dennoch gehen noch immer Copyright-Beschwerden dagegen ein.

Monate nach Schließung der Seite immer noch Copyright-Beschwerden

Obwohl der File-Hoster nach einer aufsehenerregenden Razzia im Jänner nun schon seit neun Monaten nicht mehr in Betrieb ist, senden Rechteinhaber noch immer Beschwerden zu Inhalten, die angeblich illegal über Megaupload verbreitet werden. TorrentFreak hat einen näheren Blick auf Googles Transparency Report geworfen und entdeckt, dass die Suchmaschine auch zu anderen abgeschalteten Diensten Anfragen bekommt, Suchergebnisse zu löschen.

Anti-Piraterie-Maßnahmen

Google hat in den vergangenen Monaten einige Maßnahmen getroffen, um urheberrechtlich geschützte und illegal ins Web hochgeladene Inhalte nicht mehr so einfach über seine Suche zugänglich zu machen. So entfernt Google Links, wenn Rechteinhaber eine Urheberrechtsverletzung melden. Auch werden Seiten, über die mutmaßlich geschützte Inhalte geteilt werden, in den Such-Rankings nach hinten gereiht

Das Unternehmen hat damit auf die Beschwerden von Labels und Anti-Piraterie-Vereinen reagiert, die dem Konzern vorwarfen, Urheberrechtsverletzungen mit seiner Suche zu begünstigen.

Beschwerden zu nicht vorhandenen Inhalten

Doch offenbar scheinen die Rechteinhaber wie Sony, Warner, Microsoft sowie Lobby-Verbände ihre eigenen Systeme nicht so genau im Auge zu behalten, um im Web illegal hochgeladene Inhalte zu finden. Denn nach wie vor gehen laut Bericht Beschwerden zu Inhalten ein, die angeblich auf Megaupload, BTjunkie und anderen nicht mehr aktiven Seiten gehostet werden. Die Inhalte hinter den Links sind jedoch längst nicht mehr verfügbar. In Googles Transparency Report kann man detailliert die Anfragen zu einzelnen Domains abrufen.

Fehler automatisierter Systeme

Der Bericht zeigt einmal mehr die Fehleranfälligkeit automatisierter Systeme auf. Ein weitere Beispiel dafür sind die Löschungen von YouTube-Videos auf offiziellen Kanälen, wie zuletzt etwa die Rede von Michelle Obama. Auch hier wurde das Video versehentlich nach einer automatisierten Copyright-Meldung gesperrt. (red, derStandard.at, 9.9.2012)

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An und für sich eh gscheit die toten Links zu entfernen!

Interessant sind ja nur die lebenden! Viel zu viele Links muss man durchprobieren bis man einen funktionierenden erwischt! ;-)

und wo ist jetzt das Problem, oder der "Skandal"?

da sieht man mal, auf welcher Seite der Standard steht in dieser Frage..

Es geht schlicht und einfach darum: mittels google-Suche findet man noch immer zahlreich Links auf die mittlerweile stillgelegten Seiten, und diesen Verweis in google will man loswerden.

Wenn man zB rufschädigen Websites endlich losgeworden ist, dann will man nicht den google Eintrag und ev die volle Website im google Cache Monate danach noch finden

Aber für den Standard gilt ja offenbar: Downloader hui, Rechteinhaber pfui

probieren wirs so herum

sie haben ein rotes auto mit einem bestimmten kennzeichen. bei einem unfall wurde es vor 2 monaten leider kaputt.

angenommen sie kriegen jetzt einen strafzettel wegen falschparkens (zb letzte woche) herein, obwohl das auto längst nicht mehr angemeldet ist und auf dem schrottplatz liegt, dann würden sie sich bei der polizei sehr aufregen.

für mich zeigt das im artikel genannte system folgendes: die suchsysteme indizieren nur die links auf megaupload, wo ein filmname dabeisteht, prüfen aber nicht nach, ob es sich dabei um den film handelt.

wär ein interessantes experiment, einen sharehoster und eine verteilerseite erfinden, wo usern klar ist, das da nur leere dateien verteilt werden, die aber alle klingende namen haben.

das problem ist, dass da sachen detektiert werden, die falsch sind.

wie, wenn sie einen strafzettel von irgendwo kriegen, wo sie die geschwindigkeit garnicht übertreten haben, weil es die 30er zone inzwischen nicht mehr gibt.

gehen Sie mal Heute lesen wenn Sie Skandale brauchen, da finden Sie genug.

Rechtsmäßig gesehen Herr Laut, versuchen hier Unternehmen Megaupload - obwohl es unmöglich ist etwas von denen runterzuladen - etwas anzunehmen das nicht war ist.
So, wo ist hier das Recht? hä? erklären Sie mir das?

Scheiß auf die Rechteinhaber !!!!!

Kurz und Bündig :)

Der Skandal ist...

...dass Rechteinhaber ohne Handhabe klagen. So passierts tagtäglich! Nur jetzt hat man einen Beweis - da es gar keine Inhalte mehr gibt sind die Klagen und Aufforderungen als Lüge enttarnt.

lesen ist eine gabe, die offensichtlich nicht viele menschen haben....

das problem bzw. der sakandal ist, dass die automatisierten systeme copyright verletzungen melden wo keine vorliegen bzw. inhalte "melden" die gar nicht existieren! das wäre vergleichbar, wie wenn ich sie beschuldigen würde, illegal 500 mp3's gezogen zu haben...

ein link zu einer stillgelegten seite funktioniert nebenbei nicht.. ;)

gottseidank gibt es heutzutage immer mehr künstler die ihre werke mit ccl anbieten - ganz ohne knebelverträge und haltlosen anschuldigungen ;)

Wieso posten Sie,

wenn Sie doch kein Wort vom Artikel verstanden haben????

Die Downloads findet man nicht im Google Cache. Höchstens die Seiten mit dem Downloadlink der nicht mehr funktioniert. Einen nicht funktionsfähigen Downloadlink für ein urheberrechtlich geschütztes Werk ist aber nicht verboten. Genau da liegt das Problem. Die Content Industrie prüft scheinbar gar nicht genau was sich hinter den beanstandeten Seiten verbirgt, sondern meldet alles als Rechteverletzung das auch nur entfernt so aussieht.

richtig.
selbiges Problem war letztens auf einem Blog. Dort waren 2 Links zu Zip Files eingestellt welche von einer Firma geclaimed wurden, obwohl der inhalt nachweißlich nicht ihnen gehörte.
Trotzdem wurden die Files sofort vom Provider (mediafire) gelöscht.
Ziemlicher Schwachsinn wenn die einfach auf irgendwas prüfen oO

eine Fundgrube für alle Sauger

dieser Transparency Report ordnet sogar nach Häufigkeit und grob auch nach Aktualität. Damit lenken die Rechteinhaber ja geradezu die Aufmerksamkeit auf diese Seiten.

Find ich eigentlich gut wenn die alten Links gelöscht werden! Ich hasse es mich durch zig tote Links zu klicken bis ich einen funktionierenden finde.

Es wird Zeit, denen endlich mal einen Riegel vorzuschieben.

Die Sperrungen beim Hugo Award und Obamas Rede machen überdeutlich, dass die zuviel Macht und Narrenfreiheit geniessen.

die rede von michelle obama „zufällig“ gesperrt??

sieht eher wie eine gezielte aktion aus …

Automatisierte Systemen ist es egal, wer von ihren Aktionen betroffen ist.

Die Amerikaner "wollten" ihren DMCA und jetzt haben sie ihn. Der DMCA schreibt vor, dass "böse" Werke möglichst schnell entfernt werden müssen. Danach gibt es eine Einspruchsmöglichkeit, aber das Werk kann im Fall der unrechtmäßigen Sperre erst nach 14 Tagen(!) wieder online gestellt werden.

Das ist bei den Werbefilmchen im amerikanischen Wahlkampf (wo es tw. um wenige Tage oder gar Stunden geht) natürlich sehr kritisch und bei Live-Übertragungen gar nicht möglich.

Das größte Problem der Menschen ist, dass sie unter keinem Umstand an Zufälle glauben können. Das geht so weit, dass sie ihren Verstand wegwerfen nur damit Dinge einen (tieferen) Grund haben. Deshalb haben sie auch einen Gott erfunden.

wieso "Anti-Piraterie-Vereine" das klingt nach häkeln, kaffee und kuchen. "Anti-Piraterie-Brigaden" oder "Anti-Piraterie-Konsorten" klingt doch gleich besser

Anti-Piraterie-Freibeuter!

der

blutsaugende geldgierige mob der Content-Mafia .. vielleicht ?

Horden!

Hoden :p

Gegen die Horden!

;-)

Noch richtiger wäre:

Content-Mafia

Ad "automatisierte Systeme" - allein aus letzter Woche:

"Live-Übertragung der HUGO-Awards wegen Dr. Who-Clips abgeschalten" = http://io9.com/5940036/h... ugo-awards

"Livestream des Parteitags der Demokraten gekappt" = http://www.techdirt.com/articles/... lder.shtml

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