EU rechnet mit Hilfsantrag Spaniens beim ESM

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    foto: spa/kraufmann

EU-Kommission: "Halten Rettungsantrag der Spanier für konsequent" - Weniger harte Auflagen im Vergleich zu Griechenland erwartet

Berlin - Nach der Ankündigung eines neuen EZB-Programms zum Anleihenkauf stellt sich die EU-Kommission einem Magazinbericht zufolge auf einen Hilfsantrag Spaniens ein. Die Brüsseler Behörde halte es für wahrscheinlich, dass die Regierung in Madrid in den nächsten Wochen um Unterstützung durch den Euro-Rettungsfonds ESM bitten wird, berichtete das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" am Wochenende vorab.

"Wir halten einen Rettungsantrag der Spanier für konsequent", wird darin ein namentlich nicht genanntes Mitglied der EU-Kommission zitiert. Die EZB hatte am Donnerstag ihr Bond-Programm angekündigt, mit dem die Refinanzierungskosten kriselnder Euro-Staaten gesenkt werden sollen. Bedingung dabei ist aber, dass die Staaten unter die Euro-Rettungsschirme schlüpfen und damit verbundene Reformauflagen akzeptieren.

Weniger harte Bedingungen

Laut dem Magazin sollen die Bedingungen für die Finanzhilfen nicht ganz so hart sein wie im Falle Griechenlands, weil die spanische Verwaltung als deutlich leistungsfähiger eingeschätzt wird. Die meisten Gouverneure der Europäischen Zentralbank (EZB) verlangten eine Beteiligung des Internationalen Währungsfonds (IWF) an dem Programm. IWF-Chefin Christine Lagarde hat bereits eine Einbindung des Fonds in die Pläne gefordert.

Wegen seiner großen Schuldenproblemen und der tiefen Rezession gilt vor allem Spanien als Anwärter auf weitere europäische Hilfen neben der bereits beantragten Banken-Unterstützung. Ob das Land unter den Rettungsschirm schlüpfen wird, ließ Vizeregierungschefin Soraya Saenz de Santamaria zuletzt jedoch offen. Zunächst müssten die Bedingungen des EZB-Bond-Programms analysiert werden, sagte sie.

Dem Magazinbericht zufolge arbeitet der EZB-Rat an klaren Regeln für einen Ausstieg aus den Anleihekäufen, sobald ein Land die Auflagen nicht erfüllt. Die Zentralbank rechne damit, dass sich die Belastungen aus dem Ankaufsprogramm in Grenzen halten, hieß es unter Berufung auf ein internes Szenario. Darin kalkulierten Notenbanker die Kosten für den Rest des Jahres mit etwa 70 bis 100 Milliarden Euro, sollten die Zinsen für spanische und für italienische Anleihen tatsächlich erneut nach oben schießen. Dabei werde davon ausgegangen, dass die EZB rund zehn bis 14 Prozent der für das Programm infrage kommenden Bonds ankauft, um die Zinsen für diese Länder zu stabilisieren. (APA, 9.9.2012)

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Petition für eine Europäische Verfassung der Bürger

Europa braucht deine Stimme! Bitte unterzeichne die Petition für eine Europäische Verfassung der Bürger und Bürgerinnen unter:

http://www.moveument.org/de

Weil Europa es wert ist!

Vielen Dank!

Ein italienischer EZB-Präsident

bietet eine italienische Lösung:
Geld drucken

Dann aber bitte nicht wundern, wenn sich der Wohlstand der EU Richtung Italien statt Schweiz/Norwegen bewegt...

Wenn man unwissentlich das Gegenteil des gemeinten zum Ausdruck bringt .... dann ist man General Cornwell und unbelehrbar.

-> Ok, als Eigenheim und hohe Barreserven.

Die Lunte 2

Was die Euro-Menschheitsbeglücker nicht wahrhaben wollen, ist, dass die zwanghafte de facto Vergemeinschaftung der Schulden auf Dauer nie akzeptiert werden, bzw. einen Widerstand hervorrufen wird, der den Bestand der EU selbst gefährden wird.

Aber es soll in der europäischen Geschichte ja bereits häufiger vorgekommen sein, dass Regierungen glaubten, auch langfristig ohne oder gegen ihre Bevölkerung handeln zu können.
[saguenay]

Die Lunte 1

am Sprengsatz Europa brennt seit gestern. Mal sehen wie lange sie braucht, um ganz abzubrennen.

Die Zahl der Menschen, die mittlerweile nicht mehr nur die Währungsunion, sondern gleich die ganze EU zum Teufel wünschen, dürfte seit gestern ebenfalls spürbar zugenommen haben. Richtig unterhaltsam dürfte die Sache allerdings erst dann werden, wenn sich Draghis Wirtschaftswunder aus der Notenpresse im Alltagsleben auszuwirken beginnt, bzw. die vergleichsweise komfortable Situation hierzulande sich rapide ändern wird.

Danke SPÖ,ÖVP,Grüne

Den ESM durchzudrücken war wirklich eine tolle Idee!

Ich würde ja dafür plädieren dass ein Jeder zum Geldfälscher wird - nicht nur die EZB. Ich meine wenns so wunderbar förderlich für die Wirtschaft ist wenn die EZB Geld fälscht, wie unendlich toll muss es der Wirtschaft erst gehen wenn ein Jeder zum Geldfälscher wird!

Es geht jetzt nur noch um eins

die Mittelmeerländer eben in der EZB und in der Eurozone die Stimmenmehrheit und jetzt geht es darum den Norden systematisch auszunehmen.

D und Ö machen wie willenlose Opfer mit. Einzig und alleine Jens Weidmann hat noch die Balls zum Widerstand - aber den unterstützt nicht einmal die eigene Kanzlerin, ein Jammer...

Vielleicht habens immer noch ein schlechtes Gewissen und denken sie können so Ablasshandel zur Vergebung der Schuld treiben...

So ein Quatsch.

Deutschland hat groß vom Ungleichgewicht der Kaufkraftflüsse profitiert und muss jetzt solidarisch sein, sonst kracht es und Deutschland verliert den europäischen Markt. Die SPD hat das verstanden.

In einer Wirtschaftsunion muss man handeln wie in einem Bundesstaat, sonst zerbricht sie in einem Handelskrieg. Konkret heißt das: Die, die vom momentanen Ungleichgewicht profitieren, müssen zu Transferzahlungen in der Form von Strukturförderungen bereit sein, um das entstandene Ungleichgewicht wieder zu verringern. Zugleich müssen die einzelnen Einheiten ihre Souveränität zu einem Teil aufgeben und sich gegenseitig kontrollieren.

Deutschland??

mit Reallohnverlusten seit 2000 von 20%?? (ähnliches gilt für Österreich und die Niederlande...)

oder meinen sie etwa deutsche Konzerne (die ihre Gewinne im Rest der Welt investieren oder gar in Steuerparadiese ausschütten..?? - aber die wollen sie ja schonen, (nochmal) zahlen sollen die deutschen Steuerzahler....

Natürlich meine ich die Konzerne.

Staatsintern funktioniert das bereits.

Österreich oder Deutschland würde es ja auch zerreißen, wenn nicht Bundesmittel umverteilt und in schwächere Regionen investiert würden. Dafür hat aber auch die Bundesregierung die Oberhoheit und kann bei Fehlentwicklungen eingreifen.

Deshalb braucht die EU, oder zumindest die Eurozone ordentliche Institutionen, die diese Rolle erfüllen können.

staatsintern

leistet sich das Waldviertel auch keine eigene Armee, kein eigenes Sozialsystem oder diplomatisches Corps (obwohl das unterm Pröll vielleicht noch kommt...)

?

wollen sie diese Vorschläge den Griechen, Portugiesen, Spaniern etc. unterbreiten....??

mittelfristige alternativen zum grossen knall ....

http://www.spiegel.de/wirtschaf... 54595.html

(auch diese analyse werden die besserwisser und moralisten herabzuwürdigen wissen)

Multimilliardär gibt Ratschläge

Die Idee, dass Deutschland aus dem Euro austreten könnte, ist ja überlegenswert.

Ansonsten wäre ich bei Soros generell sehr vorsichtig.
"Wenn man die Hintergründe der neuesten Protestbewegung in Moskau genauer betrachtet, dann stösst man auf den üblichen Verdächtigen, auf den Multimiliardär und Finanzier von Farbrevolutionen George Soros."
http://alles-schallundrauch.blogspot.co.at/2011/12/a... soros.html

(meine klammer beachten ;-))

soros schlüsse decken sich weitgehend mit dem, was fachleute weltweit denken.

Na wenn es die Fachwelt sagt.
Unter Punkt 5, "Der Ausweg" lese ich:
"Die Zielsetzung eines nominalen Wachstums von bis zu fünf Prozent, so dass Europa seine exzessive Schuldenlast durch Wachstum abbauen kann. Das wird eine höhere Inflation erfordern, als die Bundesbank wahrscheinlich zu tolerieren bereit ist. Darüber hinaus könnte es auch eine Vertragsänderung und eine Änderung der deutschen Verfassung nötig machen."
http://www.spiegel.de/wirtschaf... 595-5.html
Wachstum von 5 Prozent, Änderung der Verfassung (Deutschland hat keine Verfassung, aber von dem einmal abgesehen) - Wenn das "die Fachwelt" sagt, dann, nein danke.

EU rechnet mit Hilfsantrag Spaniens beim ESM

Wer hätte das gedacht.

Und die EZB, die nur in allerschlimmsten Notfällen, aber wirklich, unbegrenzt Anleihen kauft, wird auch bald parat stehen.

Es gibt jetzt keine verheimlichen mehr - es ist eingetreten, was nie eintreten hätte sollen:

Die Eurozone wurde zur Transferunion...

nichts ist eingetetreten, nichts ist gelöst, das martyrium nur verlängert.

egal ob hier im Standard oder bei den Userkommentaren deutscher Zeitungen,
ich habe das Gefühl, dass die Leute vieeeeeeeeeel weiter sind als alle Politik und Wirtschafts Entscheidungsträger zusammen.

Auch wenn man sich die Kommentare im Verlauf der Zeit ansieht, mir kommt vor es ist zu einem großen Anstieg an Wissen und an Bewußtsein für die Zusammenhänge gekommen und das "jeder gegen jeden" (im Bereich der online Kommentare) tritt in den Hintergrund.
Immer öfter gibt es grün für andere Kommentare und auf das rot wenn man anderer Meinung ist wird oft verzichtet.

Also ich glaube das Kartenhaus wird irgendwann zusammenbrechen, aber die Ressourcen für einen neuen Anfang - Wissen, Verstand, Mitgefühl, Verantwortungsgefühl - sind da!

Die Menschen wachen auf, jedoch zu wenige und zu langsam.

So gern ich ihre Ansicht teilen möchte, so gelten m.M.n. ihre Aussagen, leider nur für wenige Bereiche, wie in u.a. Thread zu einem Artikel über Abschiebungen anschaulich nachzuverfolgen ist:
http://derstandard.at/plink/134... id27886453

Wie vor 100 Jahren, führt die Politik der Lügen, Angstmache und kriminellen Ausbeuterei zu äußerst fragwürdigen Reaktionen in der Bevölkerung. Es regiert die Angst und sie wird mit blankem Rassismus gestillt. Der Plan einer derartigen Politik ist es, aus dem durch Angstmache und Hetze (und ich spreche hier nicht von den Blaurangen) entstehenden Chaos, den vorformulierten Wunsch nach Recht und Ordnung durchzusetzen. Deswegen ist die Info wichtig und nicht die Stricherl.

ja, sehe ich im Grunde ähnlich. Nur ich sehe es insgesamt trotzdem etwas optimistischer.
"Der Plan einer derartigen Politik ist es, aus dem durch Angstmache und Hetze (und ich spreche hier nicht von den Blaurangen) entstehenden Chaos, den vorformulierten Wunsch nach Recht und Ordnung durchzusetzen."
Ja, das stimmt.
Es ist nur die Frage ob der Plan gelingt.

Optimismus ist eines der höchsten Güter in Zeiten wie diesen, und jene die ihn verbreiten eine sehr seltene Spezies. Deshalb ein Danke an Sie für die unermüdlichen Bemühungen. Die Frage ob der Plan gelingt, stellt sich natürlich immer: noch haben "wir" das Internet zur schnellen Informationsverbreitung, was "ihnen" schwer zu schaffen macht. Jedoch haben "sie" Jahrhunderte an Erfahrung im Kampf um die Erhaltung der Macht, das sollten "wir", auch wenn die Methoden bisher meist die gleichen sind, niemals vergessen.

Gut gebrüllt!
Nichts mehr hassen diese im Hintergrund agierenden Soziopaten, an den Hebeln der Macht, als ein Volk wie im letzten Absatz von Dir geschrieben!

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