Jugendlicher Selbstmordattentäter tötet sechs Menschen

Anschlag vor NATO-Hauptquartier in Kabul

Kabul - Bei einem Anschlag vor dem NATO-Hauptquartier in der afghanischen Hauptstadt Kabul hat ein minderjähriger Selbstmordattentäter am Samstag mindestens sechs Menschen mit in den Tod gerissen. Fünf weitere Menschen seien verletzt worden, sagte ein Sprecher des afghanischen Innenministeriums. Unter den Toten befänden sich mehrere Jugendliche, die vor dem NATO-Hauptquartier als Straßenhändler unterwegs gewesen seien, sagte ein ranghoher Polizeibeamter der Nachrichtenagentur AFP.

Der Anschlag ereignete sich einem AFP-Korrespondenten zufolge in unmittelbarer Nähe der italienischen Botschaft im Diplomatenviertel von Kabul. Nach offiziellen Angaben der Polizei war der Selbstmordattentäter etwa 16 Jahre alt.

Die NATO bestätigte, dass es eine Explosion vor ihrem Hauptquartier gegeben habe, dieses aber nicht beschädigt worden sei. Bereits kurz nach der Detonation bekannten sich die radikalislamischen Taliban zu dem Anschlag. Ziel sei der US-Auslandsgeheimdienst CIA gewesen, teilte ein Sprecher mit.

Wegen eines Feiertags zum Gedenken an den vor elf Jahren getöteten Widerstandskämpfer Ahmed Shah Massoud waren die Sicherheitsvorkehrungen in Kabul am Samstag eigentlich besonders hoch. Massoud war von zwei Selbstmordattentätern des Terrornetzwerks Al-Kaida in den Tod gerissen worden - zwei Tage vor den Terroranschlägen in den USA am 11. September 2001, die zu dem internationalen Militäreinsatz in Afghanistan führten. Massoud hatte in den 1980er Jahren gegen die Rote Armee und in den 1990er Jahren gegen die Taliban gekämpft. (APA, 8.9.2012)

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