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Innsbruck - Nach den Aussagen von Tirols Landeshauptmann Günther Platter (V) in Sachen Gesamtschule haben die Direktoren des Landes in einem Schreiben ihrem Unmut Luft gemacht und ihre diesbezüglichen Bedenken geäußert. "Mit Fassungslosigkeit entnehmen wir den Medien, dass Sie die Einführung einer Gesamtschule für die fünfte bis achte Schulstufe favorisieren, mit deren Einführung die AHS-Unterstufe obsolet würde", wurde ein Auszug in der "Tiroler Tageszeitung" in der Samstagsausgabe zitiert.
Nicht nur Direktoren seien durch die Ansage verunsichert, sondern auch Lehrer, Schüler und Eltern. "Die AHS-Unterstufe ist - sofern sie nicht weiter ausgehungert wird - ein Garant für ganzheitliche Bildung auf hohem Anspruchsniveau", hieß es in dem Schreiben des Vereins der Direktorinnen und Direktoren der allgemeinbildenden höheren Schulen in Tirol an Platter. Die angedachte Auflassung der Vielfalt zugunsten einer staatlichen Einheitsschule sei ein Irrweg.
Nach Ansicht der Sprecherin der heimischen AHS-Direktoren, Gerlinde Christandl, brauche es vielmehr sinnvolle Angebote, nicht nur Schlagworte. "Wir AHS-Direktoren sind gerne bereit, die 'Baustellen' unseres Bildungssystems zu benennen und Lösungsvorschläge zu machen", meinte sie in dem Blatt. Ein Verzicht auf die AHS-Unterstufe zugunsten einer Gesamtschule löse jedoch keine Probleme, sondern schaffe ungleich größere. Christandl verwies beispielsweise auf Klassen mit sowohl Schülern mit schwerer Behinderung als auch mit Hochbegabten. In diesem Fall seien zwei Lehrer wie jetzt in den Mittelschulen noch zu wenig. "Dann brauchen wir mindestens vier", berechnete die Direktorin des Gymnasiums in Kufstein. Ansonsten käme es automatisch zu einer Nivellierung nach unten.
Im Antwortschreiben aus Platters Büro hieß es unter anderem: "Da seit Jahrzehnten in der Schulfrage Stillstand herrscht, war es Herrn Landeshauptmann wichtig, mit seinen Ausführungen über die Einführung einer gemeinsamen Schule wieder Bewegung in die Bildungsdebatte zu bringen." Dem entgegnete Christandl und meinte: "Das stimmt einfach nicht, man denke nur an die Zentralmatura." (APA, 8.9.2012)
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In Frankreich hat „die Schule ihre traditionelle Rolle als Instrument des sozialen Aufstiegs verloren … Kinder aus einfachen Verhältnissen, auch wenn sie noch so begabt sind, (haben) außer in Ausnahmefällen keine Möglichkeit mehr, Zugang zu Unterricht auf hohem Niveau zu erhalten.“ (Bericht des Senats über soziale Vielfalt und Chancengleichheit, 2007). Und „die französische Schule ist weit davon entfernt, soziale Unterschiede auszugleichen, im Gegenteil, sie verstärkt sie noch …" (Haut Conseil de l'éducation 2010)
In Spanien hat es noch nie seit Einführung der Demokratie 1975 so wenig soziale Aufstiegsmöglichkeiten durch Bildung gegeben wie heute (der ehemalige Ministerpräsident im November 2010 in einem Interview mit der Zeitung „ABC“).
Ich finde das für Hochbegabte besser, als diese Zuchtanstalten, in denen ein Heer von Psychologen aus ihnen angepasste Rechenmaschinen für Politik und Industrie zu produzieren versucht.
In einer Ganztagsschule können die gefördert werden, in dem man am Nachmittag breit gefächertes Angebot anbietet, dass den verschiedenen Bedürfnissen der Kinder entspricht.
Die Gesamtschule könnte was sensationelles werden, wenn man sie richtig aufzieht.
Die Oberstufe sollte man dann gleich möglichst in Colleges umwandeln, die mit Zusatzprüfungen gleich den Bachlore liefert.
So könnte aus den Unis wieder ein Ort der Wissenschaft und der Hochbegabten und nicht der Frauenquote werden.
Abgesehen davon ist die AHS-Matura nicht mit einem Bachelor zu vergleichen. Die wirklich guten Schüler haben immer schon die Chance gehabt, Klassen zu überspringen und während der Schulzeit zu studieren.
Zuchtanstalten? Naja - selbst in einem Gymnasium gewesen? Wenn ja, ist die Aussage kaum zu verstehen. Beim breit gefächerten Angebot stimme ich zu - wobei ich da monetäre Probleme vorraussage, so wie ich Ö kenne.
Das große Problem ist die soziale Staffelung im städtischen Bereich. Deutsch- und Türkischkurse am NM könnten hier vielleicht Abhilfe schaffen. Komplett verhaltensauffällige Schüler sollten separat unterrichtet werden, das würde jedem helfen.
Wenn die GS nur eine neue Hauptschule wird, wird das Konzept nicht aufgehen.
Es wird leider noch dauern, aber das Problem wird sich schließlich selber lösen.
Gesamtschulen mit LV-System in denen die Schüler nicht vier Jahre in einer Klasse hocken, sondern sich aus Pflicht- und Freifächern wie auf der Universität einen individuellen Stundenplan machen - den jeweiligen Interessen und den individuellen Fähigkeiten entsprechend - sind die Zukunft.
Da bleibt niemand lang in einer Leistungsklasse, der die Leistung nicht bringt. Im Gegensatz zum herkömmlichen System wo das mindestens 1 Jahr dauert.
Wer einen Lehrplan hat, der viel von den eigenen Interessen abbildet hat mehr von der Schule und lernt mehr. Wer in 10 Jahren noch aus einer Jahrgang = Klasse Schule kommt wird einfach Nachteile haben.
Ein aktuelles Fallbeispiel (ein "Einzelfall" wie jeder Fall, aber eben systemimmanent): Ein mir bekannter 12-jähriger darf die 2.Klasse Hauptschule wiederholen, weil er in Musikerziehung(!!!) eine negative Note hatte! In der jetzigen 2.Klasse an einer anderen Schule hat ihm die Mathe-Lehrerin in der ersten Stunde gesagt, er solle sich bei Fragen an die Klasse "zurückhalten", weil er die Antworten ja sowieso weiß. Wie sehr das die Motivation zum Lernen und Mitarbeiten im Unterricht (die schon vorher nicht sehr ausgeprägt war) beeinflusst, kann ma sich lebhaft vorstellen.
Der Punkt ist, dass zu diesem Thema kaum Information sondern nur Polemik verbreitet wird. Ich hab kürzlich mit Freunden darüber diskutiert; tatsächlich glauben die meisten Leute die Gesamtschule ist genau so wie jetzt ein Gym oder eine HS. (Klassen, die 4 Jahre zusammenbleiben und in allen Fächern ausser Turnen gemeinsam unterrichtet werden). Das macht natürlich keinen Sinn.
Wenn vom 'finnischen' System die Rede ist, hat jedes Fach - und darin jede Leistungsgruppe - eine eigene Klasse. So wie auf der Uni oder wie man das aus den Filmen kennt. In dieser Diskussion agieren die Verantwortlichen zum größten Teil unehrlich. Es geht um die Schüler und den Unterricht sondern um die einseitige Interessen Erwachsener.
inwiefern eine gemeinsame Schule der Bis-14-Jährigen da etwas ändern könnte.
Versagen von Lehrkräften wird es auch dort geben. Dank unserer selten schlechten Rückmeldungskultur werden deren Fehler auch immer unkorrigiert bleiben.
Da jedes Fach in einer eigenen Klasse unterrichtet wird und es somit z.B. von "Mathe I" an verschiedenen Tagen der Woche unterschiedliche Einheiten gibt (siehe Uni) ist ein Niveauunterschied schnell auszumachen. Darüber hinaus können Schüler innerhalb des Fachs die Klassen - und damit die Lehrer - wechseln. Das ist herkömmlich nur durch Sitzenbleiben, Schulwechsel oder größere Umstrukturierungen im gesamten Schulbetrieb möglich.
Auch die Anzahl der Wochenstunden können sich - innerhalb des Rahmens und abhängig vom jeweiligen Angebot - die Schüler (und Eltern) selber festlegen. Wer z.B. mehr Turnstunden möchte oder eine zusätzliche Sprache kann das ohne weiteres tun.
Wo haben Sie denn das her? Die NMS läuft derzeit wie die alte Hauptschule, nur sind eventuell 2 Lehrer in den Schularbeitsfächern dabei (statt früher 3 Leistungsgruppen), es gibt eine Garantie, dass jede/r durchkomment, und die Zeugnisse sind ein bisserl kryptisch.
Dieser Unsinn kommt ja genau von den faulen Kompromissen und der Obstruktionspolitik. Um das gewünschte System zu verwirklichen müssten auch Schulen zusammengelegt werden um den nötigen Raum und die nötige Anzahl der Lehrer zu erreichen. So hat man halt - typisch - einfach ein paar Schulen umbenannt und das war's dann. Die Diskussion drehte sich nie um die Art des Unterrichts sondern in erster Linie um die Befindlichkeiten einer Gruppe in der Vergangenheit verhafteter Lehrer. Diese Art des Unterrichts ist auch anspruchsvoller und wer will sich ein paar Jahre vor der Pension noch umstellen? Es gibt aber wenigstens ein paar Schulen im Land, wo das so gehandhabt wird.
und diese fndet in der zentralmatura ihren derzeitigen schlusspunkt. oder glaubt jemand, dass man nach oben nivellieren kann, wenn schulerInnen aus einheitlichen fragen bei der matura ihr glückslos ziehen müssen. alle werden in der oberstufe auf diesen fragenkatalog hinarbeiten, da weder lehrerInnen noch schülerInnen sich eine blöße geben wollen, und links und rechts dieses kataloges wird nicht mehr gearbeitet. hauptsache alles ist einheitlich. außerdem, was soll die abfällig klingende bemerkung der staatlichen einheitsschule? staatlich sind auch jetzt die große mehrheit unserer schulen und der lehrplan ist auch jetzt zwischen HS und GYM einheitlich. lediglich die anforderungen an leistungen werden ständig unterschiedlich reduziert.
Parallel mit der Zentralmatura werden auch die Inhalte insofern schwerer, als auch die Kompetenz, das Erlernte anzuwenden, geprüft wird. Das ist in erster Linie eine Herausforderung der Lehrkräfte, aber auch eine Erschwernis für die Schüler (speziell in Mathematik; in diesem Bereich bin beruflich tätig), da es eben nicht reicht, den Stoff auswendig zu lernen! Ein weiterer Vorteil der Zentralmatura ist auch eine leichtere Möglichkeit, die Schule zu wechseln, da - längerfristig - die Unterschiede der Stoffmenge geringer werden muß.
AHS Direktoren fürchten obsolet zu werden wie damals die Heizer der Dampflokomotiven - sollen wir deshalb auf ihre Proteste hören?
Detto die Proteste der Berufsoffiziere, die um ihre Leibeigenen fürchten müssen derzeit - wer wird denn dann in Zukunft nasenbohrend als Chaffeur auf sie im Auto warten?
A bisserl macht es schon Sinn sich die Motive der gegen Veränderungen Protestierenden zu hinterfragen - die sind meist im Eigen- statt im gesellsachtelichen Interesse. Bloß wären sie dumm wenn sie nicht versuchen würden das anders darzustellen. Durchschaubar bleibts bei Minimum an kritischem Denkvermögen dennoch :)
Ebenso wie die bereits bestellten AHS-Lehrer/innen würden sie ja ihre Positionen behalten, eventuell sogar noch ausbauen.
Ich denke mir, Misstrauen ist zwar in dieser Republik immer angebracht, aber man sollte sich nicht davon jedes Nachdenken zerschießen lassen.
Ich kann gut verstehen, dass weder Eltern, Lehrer noch Schüler ein Interesse daran haben, dass ihre Schulen zugunsten einer völlig undefinierten, angeblich besseren Schulform aufgelassen werden.
Den Vergleich mit den Sümpfen halte ich für höchst fragwürdig, bzw, würde ich solche eher in den Etagen vermuten, in denen sich bei keiner Bildungsreform etwas ändert.
Das stimmt schon, und eine Gesamtschule bis 14 (oder vielleicht bis 12, warum sind alle so auf 14 fixiert?) hätte durchaus ihre Vorteile, vorausgesetzt man ist bereit Qualität zu bieten - das heißt allerdings nichts anderes als viel Geld hineinzustecken und daran wird es über kurz oder etwas länger scheitern.
Das fürchte ich zumindest.
Wir haben Anfang Juli erfahren, dass wir mit Beginn September berufsbedingt in eine westösterreichische Landeshauptstadt übersiedeln werden. Da unser Kind diesen Herbst eingeschult wird, begann die sofortige Suche nach einem optimalen Schulplatz (Interesse an passender Lehrerpersönlichkeit, speziellen pädagogischen Ansätzen, Öffi-Erreichbarkeit, guter Nachmittagsbetreuung ev. mit Garten etc.).
Verfügbarkeit entsprechender Infos in völlig verwaisten Schulen im Sommer: praktisch null.
Erstmöglicher Termin persönlicher Kontaktaufnahme: Mi, 5. 9.; erster Schultag: Mo, 10. 9..
Statistische Raumverteilung des Schulpersonals über zwei Monate hinweg offenbar: Journaldienst Schule: 0%. In Fortbildung: 16%. Im Bad: 84%.
Danke, setzen.
de facto völlig überflüssig wäre. Der eine Vater, der unbedingt im Juli wissen will, wie die Lehrerinnen an der Schule so sind, rechtfertigt nicht 32 bis 36 Bürostunden für einen halben Tag Journaldienst über die Ferienmonate.
Wir haben an der HTL 2 bis 4 Stunden pro Woche eine Direktorenvertretung, und das sind die langweiligsten und ereignislosesten im ganzen Schuljahr.
P.S. Der "Ruaß" soll woanders hin, WIR sind was besseres."
Wenn diese Baggage auch nur einen Funken Anstand hätte würde sie sich selbst entlassen. Bei der angeblich so hohen Qualifikation kann es ja kein Problem sein, in Nachbarländern einen Job zu finden. Zum Beispiel in Südtirol - ups, geht ja nicht weil Gesamtschule (Gottseibeiuns).
aber immer mehr dieser "Bagage" weicht nach Bayern und in die Schweiz aus oder beschließt doch nicht Lehrerin zu werden.
Wenn es viele Leute wie Sie gibt, dann wird sich das "Lehrerinnenproblem" von selbst erledigen, weil von den jungen Leuten dann keine - der Lehrerberuf ist noch nicht ganz weiblich, wird es aber immer mehr - mehr zu dieser "Bagage" gehören will.
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