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Wien - Dass es einmal Mitteleuropas größtes Museum für moderne und zeitgenössische Kunst sein würde mit 9620 inventarisierten Werken, hat sich bei der Gründung des Museums vor fünfzig Jahren vermutlich niemand gedacht. Längst heißt es nicht mehr Museum des 20. Jahrhunderts, sondern Mumok (Museum moderner Kunst Stiftung Ludwig), ist nicht mehr in einem ehemaligen Ausstellungspavillon am Schweizergarten (seit 1962) sowie seit 1979 im barocken Palais Liechtenstein zur Untermiete, sondern hat seit 2001 sein vulkansteingraues Eigenheim im Museumsquartier.
Nach fünf Männern prägt seit 2010 erstmals eine Frau, Karola Kraus, die Sammlungs- und Ausstellungspolitik. Unlängst wurde ihr (so wie ihren Museumsdirektorenkollegen) von Ministerin Claudia Schmied unmissverständlich beschieden, dass an eine Budgeterhöhung nicht zu denken sei. Doch im Fundraising und Sponsoring wurde die Millionengrenze überschritten; eine Edition von Künstlerinnen und Künstlern, die in den vergangenen Jahren Einzelausstellungen hatten, soll das Budget aufbessern. Und jetzt ist die Mumok-Chefin sowieso in Geburtstagsfeierlaune.
Weshalb sie sich, dem Museum und seinen Besuchern ein Symposium am 21. September (u. a. mit Musuemsgründer Werner Hofmann) beschert, bei dem über Diskrepanzen zwischen Innensicht und Außenwahrnehmung diskutiert wird, sowie am 23. September einen Tag der offenen Tür.
Neben der mit Sammlungsbeständen bestückten Minimalschau "Poesie der Reduktion" (Eröffnung: 16. 9.) und der ersten österreichischen Einzelausstellung des 37-jährigen gebürtigen Uruguyaners Alejandro Cesaro (Eröffnung: 21. 9.) wird am diesem Tag "Reflecting Fashion" das letzte Mal zu sehen sein. Außerdem wird die Musikarbeiterinnenkapelle vor dem Haus aufspielen, die Straßenbahnlinie D wird als Nostalgietrip vom Palais Liechtenstein zum ehemaligen 20er-, nunmehrigen 21er-Haus geführt, das Depot öffentlich zugänglich sein. Und zwei Flugtickets nach Paris werden ebenso verlost. (asch, DER STANDARD, 8./9.9.2012)
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