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Einwendungen gegen die "mutwilligen Verbiegungen" einer "innovativen" Architektur, die den Ehrgeiz hat, so auszusehen, "als ob sie fliegen könnte", als Erwiderung auf Wolf D. Prix' Biennale-Schelte ("Architektur-Karneval in Venedig", STANDARD, 1. 9.)
Chipperfield's Architekturbiennale - und die davor von Kazuyo Sejima - führen vor, dass sich die Auffassung, welche Gewichtung in der Architektur weiterführend bedeutsam sein wird, deutlich geändert hat. In den Mittelpunkt wird wieder der notwendige gesellschaftliche Konsens gerückt, der ja die Baukunst grundsätzlich von den freien Künsten trennt. Eine klare Absage an egomane Attitüden, deren Wille zum "innovativen" Mut recht mutwillige Verbiegungen hervorbrachte. Ihr zuerst gepriesenes spektakuläres Äußeres war in der Regel ideell rasch verpufft und die Bauwerke vielfach materiell in Auflösung.
Dass diese Architektur den Ehrgeiz hat, so auszusehen "als ob sie fliegen könnte", immer antritt gegen das Bestehende, lässt sich in der scheinbar unstillbaren Sucht nach Modernität und immerwährendem Neubeginn verstehen.
Zu ihrer Umsetzung muss aufwändige Technik herhalten, räumliche Qualitäten aber hinken weit hinter historischen Beispielen her. Stellt man beispielsweise einen Bau wie das 2000 Jahre alte Pantheon dagegen, wird klar, wie sehr sich unter modernistischem Vorzeichen die Kriterien der Architektur verzerrt haben.
Was nun versucht wird, ist herauszukommen aus diesem endlosen Probieren, die Architektur ständig neu zu erfinden. Wiens Dachausbauten der letzten 15 Jahre geben ein unübersehbares Zeugnis von diesem Bemühen, das vor allem die Architekturausbildung der Angewandten zu ihrem Programm erklärt hat.
Die Themen, denen man sich mit zunehmender Behutsamkeit zuwendet, geben Europas Metropolen vor:
Wie lässt sich grandioses Erbe mit den heutigen Anforderungen zu einer brillanten Einheit verbinden. Dieses Anknüpfen an Tradition, dieses Verbinden zu neuer Gemeinsamkeit ist nicht rückwärtsgewandt. Es ist politisch so wichtig wie architektonisch. Europäischer Stoff - sorry world - es gibt keinen besseren.
Prix's Äußerungen sollte man nicht auf die Goldschale legen. Die Biennale, die er so harsch kritisiert, kennt er allenfalls aus Zeitungen. In Venedig war er nicht. Chippi hat den Fehler gemacht, ihn nicht einzuladen. Dazu kommt, dass ausgerechnet Tschapeller, der ihm trotz handverlesener Jury den Umbau für die Angewandte wegschnappt, Österreich in Venedig besser vertritt als das in vergangenen Jahren geschehen ist. Und der Richtungswechsel, der immer deutlicher wird.....
Da kommt schon einiges zusammen, das den schwindenden Einfluss durch lautes Poltern wettmachen muss. (Laurids Ortner, DER STANDARD, 8./9.9.2012)
Laurids Ortner, Architekt und Mitgründer der Achitekten- und Künstlergruppe Hausrucker-Co, gestaltete u.a. zusammen mit seinem Bruder Manfred Ortner das MuseumsQuartier; lebt und arbeitet in Wien und Berlin.
lassen sie uns daran teilhaben.
ich bin von wien mitte auch nicht begeistert - nur als klarstellung, aber es muss doch ein wenig mehr drinnen sein als nur: gehen sie vorbei, dann werden sie sehen. kann stimmen, aber sehe ich das was sie dort sehen?
na geh bitte, bei so einem blöden satz hört man besser gleich zu lesen auf. bei herrn orntners verklotzten museumsbauten gibt es auch keinen gesellschaftlichen konsens höchstens einen beamtenkonsens, und wegen desen vielzahl ist es auch eines der schlechtesten museumsbauten weit und breit...
wahrscheinlich meinte er dass das von ihm erwähnte pantheon im gesellschaftlichen konsens gebaut wurde, so wie fast alle anderen historischen bauten auch hic... nur mehr lächerlich!
Mir scheint, der gesamte Dianabad-Block wartet nur mehr sehnsüchtig auf den nächsten Bombentreffer, so scheußlich schauts dort aus, nach dem Tätigwerden einiger namhafter Diplomingenieure - und dann höre man sie über Städtebau diskutieren, eifrig und zitatenreich...
es darf das alles ja eigentlich gar nicht wahr sein.
Einzige Entschuldigung für das nototrische Totalversagen einer ganzen Branche:
daß die Gesamtästhetik so gut wie aller Neubauten völlig daneben ist bis hin zur Volksbelästigung (lustig ist das nicht), verantworten die Developer und Finanziers, nicht die Planer.
Die sind nur Ausführungssklaven eines schwer kranken Systems, das sich in der bodenlosen Kulturlosigkeit seiner Bauten selbst abbildet.
*
war tatsächlich im Kopf noch in der Gegend
siehe
http://derstandard.at/plink/134... id27866070
und war zuvor ebendort zur Besichtigung der Baulichkeiten bevor es dann weiter ging
Ja, Triest ist eine auch von mir sehr geschätzte Stadt
Übrigens, die Ausgestaltung des Festsaals des Polytechnischen Institutes in Wien (TH = > TU) oblag Pietro Nobile, der zuvor in Triest Sant'Antonio Nuovo/Sant'Antonio Taumaturgo am Ende des Canal Grande im Stadtteil Borgo Teresiano geplant hatte...
...womit sich der Kreis zum Verschreiber wieder schließt
Auch rechteckige Gebäude sind nicht objektiv.
Austerität in der Architektur macht nur die Geizhälse glücklich.
Besser mehr Geld für mehr Architektur als für Korruption, Waffen und Militär.
Es wird Zeit dass die Generation der Architekturideologen der auch Sie angehören gemeinsam in den Ruhestand geht.
Bauökologie und Funktion hat auch beim Pantheon keine Rolle gespielt. Und in den kann es ja bekanntlich reinregnen.
Ausserdem klotzt auch Ihr Büro schon seit Jahrzehnten mit Würfeln die Städte zu, bestes Beispiel Wien Mitte.
... dass der Prix international Architektur macht, während hierzulande Architekten primär das Ambiente mit als "Architektur" ettikettierten Raummüll anreichern...
In Wien hat es 1987/ff nicht einmal beim Ronacher zu einer Umsetzung gereicht, es wurde einer Kiste im Urbanambiente als triviale Primitivlösung der Vorzug gegeben.
Fazit, das Architekturschaffen in Wien beschränkt sich primär auf das Generieren von Raumvolumina und nicht auf adäquate Raumstrukturen. "Architektur" wird in Wien primär auf die visuelle direkte Raumumhüllungen in Form von Fassadierungen reduziert.
Am Donaukanal ist dies gut zu sehen, lediglich Hollein schafft einen Ambientebezug zum Nachbarobjekt, sonstige Bauwerke sind primär bezugslose mäßige Solitärebauten.
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