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Ganz ordentlich, aber nicht her ausragend. Das war das Urteil, das vergangene Woche über Mitt Romneys Parteitagsrede gefällt wurde. Barack Obamas Auftritt bei der demokratischen Convention in North Carolina kommt auf ziemlich genau die gleiche Bewertung bei den amerikanischen Kommentatoren. Doch was für den verkniffenen Republikaner gut ist, kann den Demokraten, der immer wieder mit brillanten Reden auffiel, nicht zufriedenstellen. Die meisten Amerikaner und vor allem die (potenziellen) Wähler des Präsidenten blieben mit einem schalen Gefühl zurück. Obama, das ist klar, hat den Sack in Charlotte nicht zugemacht.
Sein Auftritt war realistischer, erfahrener, bescheidener und jedenfalls weniger naiv als viele seiner Reden in der Vergangenheit. Aber Obama war damit auch weniger mitreißend als je zuvor. Visionär, so wie noch vor vier Jahren, war absolut nichts an seiner Rede. "Hoffnung wagen", so hieß eines seiner Bücher, das er vor seiner Wahl hunderttausendfach verkaufte, das Massen inspirierte und auf einen Wandel hoffen ließ. Einen Wandel 2.0 aber hatte er diesmal nicht zu bieten - wohl auch, weil er ihn nicht bieten wollte und die meisten Amerikaner vorerst genug von Visionen haben.
So beließ es Obama beim wenig mutigen Bekenntnis zur Politik der kleinen Schritte. Doch auch mit schaumgebremster Rhetorik hätte sich ein klares Statement machen lassen, warum er denn im November wiedergewählt werden sollte und was er zudem - von der Rettung der Autokonzerne bis zur Gesundheitsreform - trotz aller Widrigkeiten in Washington umgesetzt hat. Dieses zwingende Argument für "four more years" blieb aus. Und nun fragen sich viele: Ja, was um alles in der Welt will er denn damit machen? Das enge Rennen gegen Mitt Romney ist so auch nach Charlotte eng geblieben.
Das US-Politikportal politico.com betitelte eine Geschichte über den Auftritt mit "Downsizing a Dream", dem Schrumpfen eines Traumes. Und in der Tat wirkte Obama nicht mehr wie jener verwegene Reformer, der das erstarrte System in Washington aufbrechen wollte, sondern wie ein ganz normaler Politiker, der seine Zielgruppen - Frauen, Latinos, junge Leute - professionell, aber eben auch routiniert bedient.
Im Gegensatz zum Präsidenten selbst hielt Bill Clinton eine fantastische Rede, in der er die Republikaner mit feiner Klinge filetierte und auch noch dem letzten Zweifler klarmachte, dass es keine Alternative zu diesem demokratischen Präsidenten gibt. Obamas lange und innige Umarmung für seinen Vorvorgänger nach dem flammenden Plädoyer ließ erkennen, wie dankbar er ihm war.
Clinton genoss seine ungebrochene politische Anziehungskraft sichtlich. Und es war klar, dass einer, der aus seinem Holz geschnitzt ist, solche Hilfe nicht völlig uneigennützig leistet. Noch vor dem so bejubelten Auftritt des 42. Präsidenten der Vereinigten Staaten schrieb Maureen Dowd, die spitzzüngigste Kolumnistin der New York Times: Obama sei seinerzeit angetreten, um das System und die legendäre Wahlkampfmaschine der Familie Clinton bei den Demokraten abzulösen. Heute aber erscheine er wie eine Übergangsphase zu einer neuen Amtszeit der Clintons - Hillary 2016.
Noch vor einem Monat hätte das wie aus der Luft gegriffen geklungen. Nach diesem Parteitag ist es nicht mehr unwahrscheinlich - falls Obama überhaupt gegen Romney gewinnt. (DER STANDARD, Printausgabe, 8.9.2012)
Will Obama aus seiner zweiten Amtszeit einen Erfolg machen, muss er sich beeilen
Das Kabinett Obama II hat Europa als Partner wiederentdeckt
Ziehen die Filipinos ab und fällt das Waffenembargo, ist die UN-Mission am Ende
Die kritische Infrastruktur der USA ist unzureichend gesichert
Die strategischen Konflikte zwischen China und Indien werden auch nach der Rückverlegung von Truppen bestehen bleiben
was er in einer eventuell zweiten Amtszeit aufgrund der hartnäckigen Ablehnungs- und Verhinderungshaltung der republikanischen Abgeordneten nicht halten könnte. G'scheit, daß er sich zum jetzigen Zeitpunkt nicht voll in die Karten schauen läßt.
Steuern senken,
Vollbeschäftigung bringen,
die Superrasse wieder zu alter Stärke führen,
alle glücklich machen
und die Sonne scheinen lassen will,
... ist wohl der beste Garant für eine düstere Zukunft ...
Ich finde dass war ein recht schwacher und wenig ausgewogener Kommentar, der vielleicht zu direkt von relativ einseitigen Quellen in den USA uebernommen wurde.
Romney's Rede war sehr schwach und ausser einigen inhaltsleeren Versprechen (we will make America great again etc.) daruem bemueht, einen 'fiktiven' Obama in den Wahlen zu schlagen (fiktiv weil kaum etwas wahres daran ist wie Romney, Ryan, und co. Obama und seine Politik gezeichnet haben).
Obamas Rede musste anders sein als seine Rede vor vier Jahren, da die Situation eine andere ist (am wichtigsten: es geht um seine Wahl, nicht Wiederwahl).
Ich denke die demokratische Convention war gegenueber der repulikanischen einigermassen erfolgreich.
und weiß, dass er noch eine zweite Amtszeit brauchen wird, um seine Vorhaben umzusetzen. Oder zumindest einen weiteren Teil davon. Er hat ja erst ein Drittel geschafft, was ihm einige vorwerfen, dabei aber vergessen, dass er massiv von den Reps blockiert wurde.
Offensichtlich ist man das clowneske bei amerikansichen Wahlkämpfen schon so gewühnt, dass man mit einfachen Aussagen nicht mehr klar kommt.
nun erzählt hat oder nicht. Ein amtierender Präsident wird nicht an seinen Reden oder seinen Ankündigungen für die zweite Amtszeit gemessen, sondern an seinen erzielten Erfolgen und die sind bei Obama beim Hauptthema des Wahlkampfs, der Bekämpfung der Wirtschaftsflaute, sehr dürftig, noch dazu wenn man Obamas großspurige Versprechungen aus dem Wahlkampf 2008 und zu Beginn seiner Amtszeit in Betracht zieht. Wenn man sich noch daran zurückerinnert wie Herr Obama in 2008 als großer Schlaukopf und Wirtschaftsexperte dargestellt wurde und John McCain als greiser "Idiot", da kann man im Nachhinein nur den Kopf schütteln. Schlechter wäre die Lage der US-Wirtschaft mit einem Präsidenten McCain heute jedenfalls mit Sicherheit auch nicht.
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