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vergrößern 500x333Das hätte es früher nicht gegeben: "Der Alte" (Jan-Gregor Kremp) lässt die Manschettenknöpfe weg.
STANDARD: Sie sind 1962 geboren - so alt ist das doch noch gar nicht? Wieso ist "Der Alte" so jung?
Kremp: Der Alte heißt ja nicht so, weil er alt ist, sondern weil er der Chef ist. Dass die Kollegen schon im Pensionsalter waren, war eher Zufall. Jetzt ist er etwas verjüngt, mitten im Saft, aber mit 50 nicht zu alt, um Chef zu sein. Wie beim Gorilla im Käfig: Sobald man den Silberrücken hat, kann man gut Chef spielen.
STANDARD: Das heißt, Sie haben sich beworben und Langzeitazubi Michael Ande ausgestochen?
Kremp: Ich wurde gefragt, schon zum zweiten Mal übrigens. Damals war ich Anfang 40, und das war mir definitiv zu früh.
STANDARD: Hätte Andes Figur, Gerd Heymann, nicht längstens eine Beförderung verdient?
Kremp: Natürlich hat er das verdient, weil er ein exzellenter Schauspieler und als Kollege fast noch besser ist. Er empfing mich mit offenen Armen. Die Zuschauer wollen Michael aber sehen, wie sie ihn immer gesehen haben. Ich weiß, dass das für ihn okay ist.
STANDARD: Wie ist das denn, wenn man zu einem so lange gewachsenen Team stößt?
Kremp: Ich kannte die Jungs, weil ich in Episoden schon gespielt hatte. Nichtsdestotrotz muss man sich besonders in einem Format, in dem nichts geändert werden soll, weil es so erfolgreich ist, ein bisschen einrichten.
STANDARD: Wann kamen Sie in Kontakt mit dem ersten "Alten", Siegfried Lowitz?
Kremp: Ich war 14, und damals hätte ich natürlich nicht gedacht, dass ich selbst einmal Der Alte werde. Lowitz gefiel mir außerordentlich gut. Ich mochte dieses Verkauzte, Schlechtgelaunte.
STANDARD: Fließt das auch in Ihre Figur ein?
Kremp: Ich mache es auf meine Weise. Den absolut schlecht gelaunten Kommissar, der einsame Wolf, der unvermutet einen Scherz macht - das finde ich schon ganz gut.
STANDARD: Das Privatleben des Kommissars bleibt, wie bei Freitagskrimis üblich, sittsam ausgeklammert?
Kremp: Ja, wir schauen uns erst an, wie das geht. Wir haben eine neue Ärztin bekommen, sodass sich hier eventuell eine Spielmöglichkeit ergibt für den jüngeren Richard Voss. Vielleicht darf Der Alte ein bisschen flirten und ihr schöne Augen machen.
STANDARD: Kommissare mit zerrüttetem Privatleben sind recht beliebt. Überstrapaziert?
Kremp: Hat alles seine Berechtigung, aber in diesem Format sollte man das nicht tun. Der Alte ist erfolgreich, wie er ist.
STANDARD: Kommt mehr Action?
Kremp: Vorsichtig. In der ersten Folge wird ein Taschendieb verhaftet. "Softe Action" heißt das.
STANDARD: Keine Prügeleien?
Kremp: Nein, nein. Richard Voss macht das mit Witz, Gehirn und Sprache. Da spielen nicht die Fäuste.
STANDARD: Passieren die Morde weiterhin unter stinkreichen Villenbesitzern?
Kremp: Davon wollen wir ein wenig wegkommen. Das haben wir jetzt schon ein wenig geändert. In der ersten Folge, Königskinder, gibt es einen Jugendlichen aus einem Problembezirk.
STANDARD: Wann ist ein Krimi gut?
Kremp: Wenn die Tat spannend ist und ich sowohl Kommissar wie Verbrecher gut verfolgen kann.
STANDARD: Wann wissen Sie, wer der Mörder ist?
Kremp: Ich verspreche Ihnen, jeden Freitag, wenn ich gesendet werde: Bis spätestens Viertel nach neun habe ich ihn. (Doris Priesching, DER STANDARD, 8./9.9.2012)
Jan-Gregor Kremp (49) spielte in zahlreichen Fernsehfilmen, als Ermittler von 2004 bis 2008 in "Polizeiruf 110".
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In Ländern wie Großbritannien, Frankreich, USA, ... dürfen große Schauspieler entweder wichtige Filme, interessante Arthouse- bzw. Independent-Filme oder großartige TV-Produktionen (für HBO & Co) drehen.
In Deutschland dagegen - ein großes und reiches Land mit Milliarden Euro GEZ-Gebühren für die öffentlich-rechtlichen Sender - übernimmt man die Hauptrolle in "Der Alte" - oder gibt dort den Gast"star".
Das ist bitter.
auch noch erinnern. 1977 war das, glaube ich. Obwohl ich damals erst neun Jahre alt war, wurde Erwin Köster alias Siegfried Lowitz sehr bald zu meinem Lieblings-Fernsehermittler, dicht gefolgt von Columbo. Daran hat sich bis heute nichts geändert. Derrick war mir immer etwas zu steif. Obwohl ich zugeben muß, daß ich mir schon lange kaum mehr Freitagskrimis ansehe. "Ein Fall für zwei" damals mit Günter Strack und dann mit Rainer Hunold war auch nicht schlecht, seit bald 20 Jahren bin ich aber abends nur mehr selten daheim, sodaß ich die neueren "Kommissare" auch nicht mehr kenne. Naja, ich werd auch schon alt...
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