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vergrößern 800x422Johannes Gutmann auf seiner Terrasse: "Die haben gedacht, wir bauen eine Garage! Moderne Architektur auf dem Land hat sich noch nicht ganz herumgesprochen."
Johannes Gutmann, der Chef von Sonnentor, wohnt mit seiner Familie in der Nähe von Zwettl. Wojciech Czaja erfuhr: Wenn schon Landei, dann aber richtig!
"Früher haben wir de facto mitten auf dem Firmengelände gewohnt. Doch eines Tages war klar: Chef stört! Meine Frau Edith und ich haben uns daraufhin in Sprögnitz nach einem Bauernhaus umgeschaut, und wir wurden fündig! Na ja, ganz so kann man das nicht sagen. Zu Beginn hat sie immer gesagt: 'Das kommt nicht infrage!' Aber ich hab mich in dieses alte Gehöft einfach verliebt. Also hab ich meine Frau immer wieder zum Spazierengehen rund um den Bauernhof eingeladen, und mit der Zeit hab ich sie von den Schönheiten dieses alten Ensembles überzeugen können.
Leider hat das ganze Haus furchtbar nach Schweinestall gestunken. Der Geruch war nicht mehr wegzubringen. Also haben wir beschlossen, den Großteil des Hauses wegzureißen und durch einen Neubau zu ersetzen. Nur einen kleinen Teil haben wir belassen und saniert. Heute befindet sich hier ein Gästehaus für Bekannte und Außendienstmitarbeiter, wenn sie mal oben im Waldviertel sind.
Eines war von Anfang an klar: Wenn wir schon neu bauen, dann muss unser Haus ein Passivhaus werden. Was anderes kam nicht infrage. Allerdings schaut ein modernes Passivhaus halt nicht unbedingt so aus wie ein alter Bauernstadl. Während der Bauarbeiten haben sich die Nachbarn darüber aufgeregt, dass hier schon wieder jemand eine Garagenkiste für vier Autos herbaut! Ich hab das sehr lustig gefunden. Moderne Architektur auf dem Land ist eine Spezialität, die sich noch nicht bei allen herumgesprochen hat.
Die Fassade ist mit Lärchenholz verkleidet. Mit der Zeit graut das Material nach und wird so richtig schön silbrig. Zur Versorgung: Am Dach haben wir eine Solaranlage, die reicht für Warmwasser und Beheizung bis in die Übergangszeit. Und für die Wintermonate haben wir uns beim Nachbarn an seine Hackschnitzel-Heizung angeschlossen. Das war ein Deal. Außerdem haben wir Ökostrom. Ach ja, und im Dorf gibt es eine Pflanzenkläranlage. Die Infrastruktur ist also perfekt!
Wir leben jetzt seit fünf Jahren hier, und es wohnt sich super. Wir leben viel auf der Terrasse. Drinnen sind wir durch und durch mit ökologisch und nachhaltig hergestellten Möbeln ausgestattet. Ansonsten haben wir auch viele alte Möbel, also Stücke mit historischen Fingerabdrücken. Hinter jedem Trumm steckt eine Geschichte. Ein einziges Manko: Die Küche hat einen sehr hohen Kunststoffanteil. Das ist nicht unbedingt meine Überzeugung. Da hat uns der Küchenplaner über den Tisch gezogen. Auch der kleine Swimmingpool für unsere zweijährige Tochter Lea Mathilde ist aus Plastik. Aber der ist nicht von uns, da sind wir unschuldig! Den hat die Oma gekauft!
Ich weiß schon, Sonnentor und Öko-Gewürze und nachhaltige Möbel und Lederhose und rote Waldviertler Schuhe und so. Und ja, ich gebe zu, ich trage sogar Bio-Unterhosen - für die, die's interessiert. Aber das alles ist kein Dogmatismus. Das ist Überzeugung. Ich bin der Meinung: Wenn man etwas erreichen will, dann muss man mit positivem Beispiel vorangehen. Und ich denke, wir führen ein Leben, das im Einklang mit der regionalen Wertschöpfungskette hier im Waldviertel ist.
Dazu gehört auch, dass wir für die täglichen Besorgungen ein Elektroauto haben: einen Renault Twizy. Leider ist die öffentliche Anbindung in Sprögnitz eine Katastrophe. Wenn ich mir vorstelle, dass die Leute auf dem Land wegen jedem Milchpackl und wegen jeder Sonntagszeitung für hundert Meter ins Auto steigen, dann wird mir ganz anders. Na echt! Da nützen einem auch die vielen Bio-Joghurts nichts, die man im Supermarkt kauft. Trotzdem: Ich könnte niemals in der Stadt leben, das würde mich krankmachen. Ich bin ein richtiges Landei, ich bleib an der Quelle." (DER STANDARD, 8./9.9.2012)
Johannes Gutmann, geb. 1965 in Zwettl, besuchte die Handelsakademie und studierte danach zwei Wochen lang Welthandel an der WU Wien. Danach jobbte er vier Jahre lang in der Tourismusbranche und arbeitete als Verkäufer von Sonderkulturen.
1988 gründete er Sonnentor, das zu Beginn auf Kräutertee und regionale Küchenkräuter spezialisiert war. Die Sonnentor Kräuterhandels GmbH (170 Mitarbeiter) hat heute 700 Produkte im Sortiment und exportiert in 51 Länder. Der Jahresumsatz beträgt 25 Millionen Euro. Am 14. September wird in Wien in der Wollzeile 14 ein neues Franchise-Geschäft eröffnet.
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Formal auf den Papier vielleicht schon. Sonnentor war letztes Jahr auf der Liste jener Vertriebe, die aus Suedspanien importiert haben.
In der Sonnentor-Zentrale herrscht ein lebhafter Lastwagenverkehr aus Osteuropa.
In der Werbung sieht man dann urige Waldvierlter Baeuerinnen. Denen Sonnentor aber so gut wie nix abkauft, weil sie - aus Sonnentor Sicht - zu teuer sind. Ich kenn keinen Biobauern, der auf Sonnentor gut zu sprechen waere.
Ich kann aus lokaler Kenntnis jeden der wirkliche Bioprodukte kaufen will nur raten: Haende weg von Sonnentor.
Was ist das für ein komisches Argument mit Südspanien? Ist ja klar, dass man Pfeffer, Nelken, Kaffee usw. nicht in Österreich kaufen kann.
Außerdem war die Ehec-Geschichte ja wohl ein ganz schlimmer Irrtum, bei dem Unmengen an guten Lebensmitteln vernichtet wurde.
Also mir taugt das Waldviertler Unternehmen - ich war heuer beim Sonnentor Kräuterfest in Sprögnitz und hab persönlich mit einigen Bauern gesprochen die für Sonnentor anbauen. - Und in so einer Region soviele Arbeitsplätze zu schaffen, wo sich die Mitarbeiter sichtlich wohl fühlen, ist schon mehr als positiv.
Wird wohl eine Alu-Schale aussenseitg davor sein.
(Schaut jedenfalls so aus)
Und die, oh Schreck, wird auch mit Kunststoff-Clips gehalten:
http://www.fensternorm.com/Energiesp... duct-17-de
"Leider hat das ganze Haus furchtbar nach Schweinestall gestunken. Der Geruch war nicht mehr wegzubringen. Also haben wir beschlossen, den Großteil des Hauses wegzureißen und durch einen Neubau zu ersetzen. Nur einen kleinen Teil haben wir belassen und saniert. Heute befindet sich hier ein Gästehaus für Bekannte und Außendienstmitarbeiter, wenn sie mal oben im Waldviertel sind."
"Aber ich hab mich in dieses alte Gehöft einfach verliebt. "
"Also haben wir beschlossen, den Großteil des Hauses wegzureißen und durch einen Neubau zu ersetzen."
LOL Kauft sich einen alten Bauernhof weil er so "schön" ist und reißt ihn nachher ab.
"Allerdings schaut ein modernes Passivhaus halt nicht unbedingt so aus wie ein alter Bauernstadl."
Doppel LOL - Ein Passivhaus muss nicht wie eine Schuhschachtel aussehen und könnte sich optisch auch ein wenig an die Umgebung anpassen.
"Ein einziges Manko: Die Küche hat einen sehr hohen Kunststoffanteil."
Dreifach LOL: Das weiß man nicht beim Bestellen?
Wie naiv ist der denn?
"zwei Wochen lang Welthandel an der WU Wien" muss doch reichen!
mit Bio zu tun. Ziel hier war es einen Süssstoff zu haben, welcher nicht die Nachtteile des Zuckers (Kalorien) hat und auch nicht die Nachteile der anderen Suessstoffe der Zuckerfreiprodukte (wie Kandisin usw). Ob man das jetzt dann natürlich nimmr oder künstlich nachbaut ist egal.
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