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Auch spielerisch kann vieles erlernt werden.
Beim Spielen lernt es sich leicht, und auch im Erwachsenenalter werden spielerische Trainings immer beliebter. Nicht erst durch die Möglichkeiten des E-Learnings wird in der Weiterbildung immer mehr auf diese Art gesetzt. Learning by Doing, aber ohne Risiko. Serious Gaming lautet der Fachausdruck dafür, wenn Anwender über Realsimulationen und Planspiele aus ihrem Wissen heraus Handlungen nach dem Trial-and-Error-Prinzip testen und so neue Erfahrungen und weiteres Wissen sammeln können.
Die Einsatzmöglichkeiten sind vielfältig. So bietet etwa das Österreichische Controller-Institut (ÖCI) maßgeschneiderte Planspiele und Simulationen sowohl als Brettspiel als auch als virtuelle Trainings an, um betreibswirtschaftliches Wissen verständlicher zu machen.
Seit fünf Jahren beschäftigt sich auch die Agentur Ovos mit Serious und Corporate Games und ist mit ihrer Überzeugung, dass Lernen im 21. Jahrhundert nicht mit den Methoden des 19. Jahrhunderts erfolgreich sein kann, nicht allein. Immer mehr Unternehmen wenden sich dem Computerspiel zu Aus- und Weiterbildungszwecken ihrer Mitarbeiter zu, sagt Ovos-Geschäftsführer Jörg Hofstätter. Die Agentur wurde im August vom deutschen Goethe-Institut beauftragt, bis Ende des Jahres ein Sprachlernspiel für Business-Deutsch als mobile Applikation zu entwickelt.
Und auch das deutsche Institut für Medien- und Kompetenzforschung (MMB) hat im Rahmen seiner jährlichen Trendstudie "MMB Learning Delphi" 76 Experten aus Deutschland, der Schweiz und Österreich nach den wichtigsten Weiterbildungstechnologien befragt. Social Media wird dabei als ein wichtiger Trend gesehen, Social Learning wird zudem weiterhin an Bedeutung in der Erwachsenenbildung gewinnen - auch weil mittlerweile eine Generation im Arbeitsleben aktiv ist, die mit Computerspielen aufgewachsen ist. Und auch wenn diese Spiele bei Kindern und Jugendlichen zur beliebtesten Freizeitbeschäftigung zählen, als ernsthafte Bildungsmethode werden Computerspiele noch selten gesehen und finden nur langsam Einzug in die Klassenzimmer.
Mit Simulationen wird an der TU Wien schon von jeher trainiert. Um verstärkt auch die wirtschaftlichen Aspekte zu trainieren, wurde im Mai die Lernfabrik eröffnet. In der Fabrik arbeiten drei Institute der TU - Konstruktionswissenschaft und technische Logistik, Fertigungstechnik und Hochleistungslasertechnik sowie Managementwissenschaften - und Fraunhofer Austria Research zusammen. Diese Trainingsmethode ist seither auch fixer Bestandteil des Bachelorstudiengangs Wirtschaftsingenieurwesen.
Im Dezember findet - erstmals außerhalb der USA - die Winter Simulation Conference (WSC), das wichtigste Forum für aktuelle Forschungsergebnisse zur dynamischen Modellierung und Simulation in Berlin statt. Neben spannenden Vorträgen ist die WSC eine Gelegenheit, mit Praktikern und Forschern aus allen Industriebereichen zu diskutieren.(Gudrun Ostermann, STANDARD, 8./9.9.2012)
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