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Bogota/Havanna - Die kolumbianische Regierung lehnt eine Waffenruhe während der bevorstehenden Friedensgespräche mit der linksgerichteten FARC-Guerilla kategorisch ab. "Bis wir zu einer abschließenden Einigung gekommen sind, wird es so etwas nicht geben", betonte Präsident Juan Manuel Santos am späten Donnerstagabend nach einem Treffen mit der Führung der Streitkräfte nahe der Hauptstadt Bogota. Die Militäreinsätze gegen die Rebellen würden auch während des Friedensprozesses unvermindert fortgesetzt. Dieser soll nach Angaben der FARC am 8. Oktober in Oslo beginnen und kurz darauf in die kubanische Hauptstadt Havanna verlegt werden.
Auch in den vergangenen Tagen waren FARC-Kämpfer bei Gefechten getötet worden. Die marxistischen "Revolutionären Streitkräfte Kolumbiens" (FARC) hatten in Havanna einen beiderseitigen Waffenstillstand mit Beginn der Gespräche vorgeschlagen. "Wir werden das auf den Tisch legen, sobald wir uns zusammensetzen", sagte einer ihrer Sprecher. Die Rebellen wollen zudem einen derzeit in den USA inhaftierten FARC-Kämpfer als Unterhändler dabeihaben. Es handelt sich um Juvenal Ricardo Palmera, alias "Simon Trinidad". Er war nach seiner Festnahme 2004 an die USA ausgeliefert und dort wegen der Entführung von drei US-Bürgern zu 60 Jahren Haft verurteilt worden.
"Es gibt Dinge, die machbar sind"
Die Guerilla erläuterte nicht, ob Palmera persönlich oder per Videokonferenz an den Verhandlungen teilnehmen soll. Präsident Santos appellierte an die FARC, "realistisch" zu sein und gab zu verstehen, dass auch diese Forderung nicht erfüllt werden könne. "Es gibt Dinge, die machbar sind und andere, die es nicht sind." In seinen Gesprächen mit US-Präsident Barack Obama über den Friedensprozess habe eine Freilassung von Rebellen nicht zur Debatte gestanden.
Die Gespräche finden unter Vermittlung Norwegens und Kubas statt. Auch Venezuela und Chile sollen die Verhandlungen unterstützen. Die FARC sind die größte und älteste Guerilla Südamerikas. Seit 1964 bekämpft sie den Staat. Nach Einschätzung von Kritikern ist der Kampf aber kaum noch politisch motiviert, sondern eng mit Drogenhandel, Mord, Geiselnahme und Lösegelderpressung verbunden. Der fast 50 Jahre alte Konflikt hat mehr als 200 000 Menschen das Leben gekostet. Frühere Friedensprozesse scheiterten. (APA, 7.9.2012)
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