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Rudolf Kemler galt ls nicht als parteipolitisch punziert.
vergrößern 500x370Wien - Falls es - entgegen allen Beteuerungen - politische Direktiven für die Bestellung des neuen ÖIAG-Chefs gegeben hat: Der 15-köpfige ÖIAG-Aufsichtsrat hat sie ignoriert. Der Empfehlung des von Miba-Chef Peter Mitterbauer und Ex-Magna-Chef Siegfried Wolf geführten ÖIAG-Personalausschusses ist das ÖIAG-Aufsichtsgremium jedenfalls gefolgt. Es hat am Freitagnachmittag Rudolf Kemler, zuletzt Österreich-Chef des US-Computerriesen Hewlett-Packard, zum Alleinvorstand der Staatsholding gekürt.
Der 56-jährige IT-Manager, der bei internationalen Konzernen wie Siemens-Nixdorf, Debis, T-Systems und HP als lokaler Statthalter fungierte, genießt offenbar großes Vertrauen. Denn er wurde nicht nur einstimmig gewählt, sondern bekam einen Fünfjahresvertrag, der nur dann nach drei Jahren vorzeitig beendet werden kann, wenn die ÖIAG spätestens Ende Oktober 2014 vom Kündigungsrecht Gebrauch macht.
Leer ausgegangen ist, das war nach der Sitzung des Personalausschusses am Donnerstag absehbar, der von den ÖVP-Ministern Maria Fekter und Michael Spindel egger favorisierte frühere Steweag-Manager und steirische Wirtschaftslandesrat Herbert Paierl.
Das Votum für Kemler und gegen Paierl, der zwischenzeitlich im Sold des kanadischen Autozulieferers Magna und von KTM-Chef Stefan Pierer gestanden ist, ließ prompt Verschwörungstheorien ins Kraut schießen: Man habe Paierl gezielt zur Bewerbung motiviert, um den Parteifreund und Vertrauensmann des präsumptiven Parteigründers Frank Stronach dann zu "erden", wie karrieretechnisches Kaltstellen in der Elektroindustrie genannt wird. Wiewohl in ÖIAG-Kreisen dementiert, spricht allein die im Aufsichtsrat vorgebrachte Begründung, Paierl sei als Ex-Politiker mit der seit 2000 "entpolitisierten ÖIAG" unvereinbar, für sich. Finanzministerin Fekter legte via APA nach, indem sie betonte, sie hätte mit Paierl leben können.
Wie der HTL-Ingenieur die Führung der ÖIAG anlegen will, blieb einmal mehr vage: Er wolle "die ÖIAG im Dialog mit allen Stakeholdern strategisch aufwerten", verkündete er via Aussendung. Einarbeitungszeit bleibt dem Nachfolger von Ex-IV-General Markus Beyrer keine, denn mit Kemlers Installation als Präsident von OMV, Post und Telekom Austria (TA) in außerordentlichen Hauptversammlungen kann es nicht schnell genug gehen.
Vor allem bei der TA drängt die Zeit, stehen doch Verhandlungen mit Neoaktionär America Movil an, die von knapp sieben auf rund 25 Prozent aufstocken will. Um der den Ausbau des Ost-Geschäfts zu ermöglichen, braucht sie die Finanzkraft der Mexikaner - tunlichst ohne den ÖIAG-Anteil (28 Prozent) zu verwässern. Gesucht wird eine Finanzkonstruktion, die dem neuen Aktionär gerecht wird, den Einfluss der ÖIAG aber nicht mindert. Das könnte mit Sonderrechten in einem Syndikatsvertrag nach Vorbild von OMV-Partner IPIC (Abu Dhabi) erreicht werden. (ung, DER STANDARD; 8./9.9.2012)
Der industriedominierte Aufsichtsrat der ÖIAG ist auch der ÖVP nicht mehr ganz geheuer. Zu einer raschen Gesetzesänderung dürfte es dennoch nicht kommen
OMV, Telekom und Post müssen in kommenden Monaten "Wertschöpfung im Land sichern"
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......zu dieser mutigen und auch exzellenten Entscheidung. Rudolf Kemler hat sich bereits seine Sporen verdient und in der Vergangenheit bewiesen, dass er jeden störrischen Gaul zuzureiten vermag.
klingt ganz nach einer sache, die man bei hp gelernt hat. wie man jemanden, der noch nie in einem börsenotierten unternehmen in vorstandsfunktion tätig war, in so eine position hieven kann? weil's eh wurscht ist. eine österreichische groteske.
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