US-Starfotograf porträtiert schwer vermittelbare Hunde

Franziska Zoidl
11. September 2012, 05:30
  • "Manchmal macht man das perfekte Fotos innerhalb von zehn Sekunden, manchmal dauert es eine Stunde."
    foto: zoi/derstandard.at

    "Manchmal macht man das perfekte Fotos innerhalb von zehn Sekunden, manchmal dauert es eine Stunde."

  • Bis zu 35 Hunde kann Seth Casteel pro Stunde ablichten.
    foto: zoi/derstandard.at

    Bis zu 35 Hunde kann Seth Casteel pro Stunde ablichten.

  • Eine Leine ist wichtig: "Sonst kommen die Hunde und umarmen mich."
    foto: zoi/derstandard.at

    Eine Leine ist wichtig: "Sonst kommen die Hunde und umarmen mich."

  • Die Ergebnisse des Foto-Shootings im Tierschutzhaus können sich sehen lassen.
    vergrößern 700x497
    foto: seth casteel

    Die Ergebnisse des Foto-Shootings im Tierschutzhaus können sich sehen lassen.

  • "Die Porträtfotos sollen den Charakter des Hundes zum Ausdruck bringen", sagt Seth Casteel.
    vergrößern 700x487
    foto: seth casteel

    "Die Porträtfotos sollen den Charakter des Hundes zum Ausdruck bringen", sagt Seth Casteel.

Mit professionell gemachten Fotos sollen Tiere aus Tierheimen schneller neue Besitzer finden

Speedy will nicht so, wie Seth Casteel sich das vorstellt. Aber das ist okay: "Für diesen Job braucht man viel Geduld," sagt der US-amerikanische Tierfotograf, als der braune Stafford-Mischling zum wiederholten Mal an ihm hochspringt, anstatt für ein Foto stillzuhalten.

Bekannt wurde der 31-Jährige Casteel, der in Chicago und Los Angeles lebt, Anfang des Jahres mit seinen Unterwasser-Aufnahmen von Hunden, die ihm bereits zahlreiche Aufträge für amerikanische Medien eingebracht haben. Vergangene Woche war Casteel im Wiener Tierschutzhaus zu Gast und hielt einen Fotoworkshop für Mitarbeiter ab. Das Ziel: Ansprechende Fotos der Tierheim-Bewohner zu machen, damit sie möglichst schnell einen neuen Besitzer finden.

Porträtfotos von Hunden

"Heute werden wir Porträtfotos der Hunde machen, die ihre Persönlichkeit zum Ausdruck bringen", erklärt er den sechs Teilnehmern des Workshops gleich zu Beginn. Er ist zum ersten Mal in Wien und nicht nur begeistert von der Stadt, sondern vor allem von ihrem Tierheim: "In den USA sind Tierheime dunkle, traurige Orte. Hier ist es hell und fröhlich." Seit 2007 macht der Fotograf, der damals noch in der Werbung tätig war, ehrenamtlich Fotos für Tierheime. Am liebsten fotografiert er Hunde: "Ich habe eine echte Verbindung zu ihnen."

Natürlicher Hintergrund

Viele Fotos, die Tierheime veröffentlichen, stellen die Hunde in einem falschen Licht dar: "Wenn man im Hintergrund Käfiggitter sieht und es ein wirklich dunkles Foto ist, dann wird man nicht ins Tierheim fahren und das Tier abholen", weiß Casteel. Grundregel Nummer eins, die er seinen Workshop-Teilnehmern auf einer Wiese auf dem Gelände des Wiener Tierschutzhauses verrät: Einen natürlichen Hintergrund verwenden. Man soll zum Beispiel Gras und Gebüsch sehen. 

Respekt für das Tier

Außerdem wichtig: eine Leine. "An mir sind schon 60-Kilo-Hunde hochgesprungen. Da ist es wirklich gut, wenn jemand sie irgendwie zurückhalten kann", sagt Casteel. Richtig verletzt hat er sich bei seiner Arbeit noch nicht. "Einige Hunde haben viel durchgemacht. Da ist es wichtig, ihnen mit viel Respekt zu begegnen", erklärt er. "Wenn der Hund sich nicht wohl fühlt mit dir oder der Kamera, dann musst du das akzeptieren."

Fotogene Tiere

Seth Casteel will aus jedem der Tiere, die er fotografiert, das Beste herausholen. Trotzdem seien einige der Hunde bessere "Models" als andere. Es liege an der Zahnstellung, den Gesichtszügen und natürlich daran, wie sehr der Hund mit seinem Gegenüber interagieren will, weiß der Fotograf.

Katzen sind stur

Mit Katzen sei die Arbeit viel schwieriger, erklärt Casteel seinen Foto-"Schülern" und bereitet sie auf die nächsten Tiermodels vor: "Die große Herausforderung mit Katzen ist: Sie laufen immer davon. Viele Katzen haben einfach keine Lust darauf, sich mit dir abzugeben." Außerdem seien Katzen viel sturer als Hunde und viel interessierter an sich selbst. "Hunde zeigen auch viel mehr Emotionen", sagt der Fotograf, der selbst zwei Hunde besitzt.

Fotos "durch Zufall"

Jene Unterwasserfotos, die ihn Anfang diesen Jahres schlagartig berühmt machten, entstanden übrigens durch Zufall. Casteel machte Fotos von einem Hund, der ihm immer wieder entwischte und in einen Swimmingpool sprang. "Plötzlich dachte ich: Ich brauche eine Unterwasserkamera", erinnert er sich. Dann begann er mit seinen Schnappschüssen von Hunden unter Wasser.

Durch den Erfolg dieser Fotos kommt er jetzt weit herum: Vergangene Woche war er in Alaska zum Fotografieren, jetzt ist er in Wien. Hier wird er diese Woche der Premiere eines Theaterstücks beiwohnen. Im Rahmen der Premiere wird er auch erstmals in Europa seine Unterwasser-Aufnahmen präsentieren. (Franziska Zoidl, derStandard.at, 11.9.2012)

Links

Die Unterwasseraufnahmen der Hunde

Seth Casteels Non-Profit-Organisation, für die er ehrenamtlich Fotos in Tierheimen macht

Mehr Fotos

Information

Die Ausstellung "Underwater Dogs" ist vom 11. bis zum 22. September im Veranstaltungszentrum mo.ë im 17. Bezirk zu sehen.

Share if you care
17 Postings
gefühlte 70%

der abzugebenden hunde im wiener tierschutzheim sind stafford und konsorten, von psychisch instabilen seinerzeit zur persönlichkeitsstärkung erworben und bei einführung des hundeführerscheins wieder abgeschoben.

diese hundchen jetzt zu coachen ist eine reizende idee, ein professioneller einschläferer wäre aber die bessere investition gewesen.

"Die Ergebnisse des Foto-Shootings im Tierschutzhaus können sich sehen lassen. "

Der Hund wirkt glücklich, die Katze schaut aber nach Tierpräparator aus. Wurde sie vor die Linse gehängt?

donnerwetter,

ein fotograf für unseren wahlkampf.

(der macht womöglich aus dem stronach einen sympathischen jung-dynamiker, dem die herzen aller nur so zufliegen)

ich nehme "unsere" probleme ernst, aber nicht sehr.

Das würde jeder Hobbyknipser hinbekommen...

ich bitte um ergebnisse:

holen sie sich schnell eine kamera vom libro um €89.-- und versuchen dann, dieses ergebnis zu erzielen.
mit der gleichen qualität - schärfeverlauf - kontrast - farbe - schärfepunkt auf den augen - detailauflösung der augen - ausgewogene belichtung - hintergrund - bokeh -,.....

man sieht, sie haben keine ahnung von fotografie

Sorry, du Profi - du hast rein technische Aspekte genannt, die an Kamera und Linse liegen und mit dem Fotografen nichts zu tun haben.

Ich verstehe ziemlich sicher mehr von Fotografie als du.

verstehen bedeutet nicht, es auch zu können...

...das foto entsteht hinter der kamera und nicht durch die technik. die ist nur das hilfsmittel, die es zu verstehen gibt. und ich scheue mich nicht vor dem vergleich mit einem web-troll der sich 42 follower erstellt um hervorzustechen!

Und was konkret ist an den Bildern so besonders, dass sich nicht ein ambitionierter Amateur mit DSLR (salopp Hobbyknipser) und entsprechender Ausrüstung hinbekommt? Dass man solche Bilder mit einer 08/15 Kompakten nicht hinbekommt ist eine no na Aussage.

Beim Foto vom Hund dürfte der Focus im übrigen vor den Augen liegen und nicht auf den Augen.

...und bei der Katze ist eine Gesichtshälte zu wenig beleuchtet. Sollte einem Starfotografen nicht passieren.

Posten Sie halt mal Ihre eigenen zum öffentlichen Vergleich! In der Photographie gibts SO viele Theoretiker die alle Photos zerlegen können und überall Fehler finden, die aber selbst nichts besseres zustandebringen (meist nicht mal vergleichbares).

Wenn'st meinst, dass " schärfeverlauf - kontrast - farbe - schärfepunkt auf den augen - detailauflösung der augen - bokeh" bei den Bildern besonders sind, zeigt das eigentlich nur, dass du keine Ahnung hast. Das sind nämlich Dinge, die eine DSLR bei den richtigen Einstellungen mehr oder weniger automatisch macht (ein bissl Wissen und Übung braucht man natürlich schon).

Das Ganze ist ein netter PR Gag und sicherlich gut für dass Tierschutzhaus. Es geht vermutlich nicht einmal darum harausragende Fotos zu produzieren.

man merkt, das sie keine ahnung haben....

versuchen sie mal mit einem standardobjektiv, die Schärfe der Augen so einzufangen. Den Schärfepunkt genau zu setzten! Wie bitte soll das die Automatik der Kamera machen???? Wie soll die Automatik der Kamera den Hintergrund so schön unscharf bekommen? Nehmen sie da ein Weitwinkel oder eine Tele??? Ach nein, macht ja die Kamera! Net bös sein, aber sie verstehen wirklich nichts vom fotografieren!

na dann, viel Spaß beim Tiere fotografieren

- sie Spezialist :-))

angeleinte tiere zu fotografieren ist jetzt nicht so die challenge...

interessant wirds wenn sich die tiere auch ein bisschen bewegen!

stillsitzende tiere halbwegs ansprechend fotografieren sollte wohl wirklich jeder hobbyknipser mit entsprechender ausrüstung hinkriegen...

nichtsdestotrotz find ichs super, dass es überhaupt jemand tut! bei den meisten tierheimfotos ists ein wunder, dass überhaupt tiere von dort geholt werden...

Und? Überhaupt kein Problem.

we want proof!

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.