Grüne "Wienwoche" startet mit Baumpflanzung

7. September 2012, 13:56

Über 70 Veranstaltungen an 40 Schauplätzen innerhalb von 17 Tagen ab 21. September

Wien -  Auf Initiative der Rathaus-Grünen geht in Kürze zum ersten Mal die "Wienwoche"  über die Bühne:  Das neue Kulturprojekt, das insgesamt 17 Tage dauert, startet am 21. September mit einer Pre-Opening-Party im Ragnarhof in Ottakring. Die Eröffnung wird einen Tag später mit einer Pflanzung von sechs Obstbäumen im Ostarrichi-Park gefeiert,  bis 7. Oktober findet eine Reihe von künstlerischen Workshops, Projekten und Veranstaltungen an 40 verschiedenen Orten in der Bundeshauptstadt statt.

"Wir haben einen Ballon gestartet, von dem wir anfangs nicht wussten, wohin er fliegen wird. Jetzt steigt er aber immer höher auf" - Mit diesen Worten stellte das Leitungsteam der Wienwoche sein Programm in einer Pressekonferenz am Freitag vor. Dabei handle es sich um ein Kulturprojekt, das die Stadt "aktiv herausfordern" soll, unterstrich der stellvertretende Obmann Markus Wailand.

Fünf Themengruppen

Schon beim Eröffnungsfest ist das direkte Mitwirken der Besucher gefragt: Diese bekommen im Rahmen des Workshops "Urbane Commons" einen Schnellkurs im Pflanzen von Obstbäumen vermittelt. Das Erlernte wird dann mit der Pflanzung um 16.30 Uhr umgesetzt. Zeitgleich macht das kulinarische Drama "Wien wie es isst" im Zuge einer Radtour sichtbar, wie, wo und von wem Nahrung in Wien produziert, verteilt und konsumiert wird. Nach dem Fest werden im Museum für Volkskunde zwei Ausstellungen rund um das Thema Migration eröffnet.

Innerhalb der 17 tägigen Wienwoche stellen 29 Gruppen bei über 70 Einzelterminen an über 40 Veranstaltungsorten ihre Arbeit dem Publikum vor. Alle Veranstaltungen sind kostenlos. Für manche Workshops müssen sich Interessierte aber bereits im Vorfeld anmelden. Der Schwerpunkt des Programms liege auf "gesellschaftskritischen Aktionsformen in Kunst, Kultur und Aktivismus", so Can Gülcü vom Leitungsteam. Insgesamt gibt es fünf Themengruppen: "Raum umverteilen", "Geschichte neu schreiben", "Agieren", "Soundpolitik machen" und "Involviert berichten".

Höhepunkte der Wienwoche neben den kulinarischen Radtouren sind unter anderem die Messe für Arbeit und Arbeitslosigkeit am 28. September. Im Bildungszentrum der Wiener Arbeiterkammer haben Arbeitssuchende und Erwerbstätige die Möglichkeit, sich im Rahmen von gemeinsamen Workshops zu Arbeit und sozialen Rechten auszutauschen. Auch ein partizipatives Theaterstück und ein dokumentarischer Kurzfilm stehen am Programm.

"Stories your guide won't tell you ..."

In "Stories your guide won't tell you about Vienna" durchforsten weiters Tal Adler und Karin Schneider die österreichische Geschichte nach Abgründigem und Verschwiegenen. Dazu werden Interviews mit unterschiedlichen Organisationen, vom Alpenverein über die Wiener Philharmoniker bis hin zu kirchlichen Verbänden, geführt. Das Ergebnis wird dann in einer Art "Reisebildbuch" mithilfe von Postkarten erzählt.

Im Waschsalon "schnell und sauber" beim Urban-Loritz-Platz gibt es von 28. September bis 6. Oktober eine Soundinstallation der Live-Performance-Gruppen "DJn Kollektiv Brunnhilde" sowie der feministischen Kulturplattform globalista. Unter dem Motto "Matz ab! Sie schätzen Ordnung? Wir nicht!" steht am 29. September ein experimenteller Stadtspaziergang über den Matzleinsdorfer Platz am Programm. Dabei wird die Geschichte des ehemaligen Vorstadtplatzes und seine Bedeutung als Wiener Verkehrsknotenpunkt thematisiert.

Die Wienwoche wird mit städtischen Mitteln finanziert, die insgesamt 453.000 Euro betragen. Davon fließen 55 Prozent direkt in das Projekt, bestätigte Wissenschafterin und Kuratorin Radostina Patulova vom Leitungsteam. Eine Fortsetzung der Veranstaltung im kommenden Jahr ist geplant.   (APA, 7.9.2012)

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4 Postings
EUR 453.000.- ! auch kein bemmerl.

da kommt freude auf unter den steuerzahlerInnen, wenn man sieht, wofür man peckt.

herrschaften - i mog nimma.....

Zum Schämen!

Als ob die Bäume in der Stadt nicht schon genug Streß hätten, nein, jetzt müssen die Grünen auch noch hergehen und die armen Bäume pflanzen.

2 Gärtner am Straßenrand.
Der eine schaufelt ein Loch, der andere macht es wieder zu.
Ein Passant fragt: "Was macht ihr denn da?" -
"Gewöhnlich sind wir zu dritt, doch der die Bäume einsetzt, ist heute krank."

(Mein Gott, was sind Baumwitze harmlos!)

Keine Angst - dafür werden ja bald am Ring

einige Bäume gefällt. Für einen Radweg.
Vielleicht organisieren die Grünen dann dafür einen Schnellkurs im Baumschlägern.

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