Russland will mit Spam Bots soziale Medien mit Propaganda infiltrieren

Virtuelle Armee soll Social Media in Russland und Ausland überwachen und kontrollieren

Russlands Auslandsnachrichtendienst SVR investiert Berichten von DailyDot zufolge rund eine Million US-Dollar in die Etablierung einer Spam-Bot-Armee. Diese virtuelle Armee soll im Inland als auch im Ausland die Geschehnisse in sozialen Medien überwachen und kontrollieren.

Dreiteiliges Programm bis Ende des Jahres

Das Programm besteht aus drei Teilen und soll vorwiegend beobachten, wie Informationen sich online verbreiten und automatisch Staatspropaganda in Foren, Blogs und Social Media verbreiten. Daily Dot beruft sich dabei auf einen Artikel aus der russischen Zeitung "Kommersant". Die drei Programme Monitor-3, Dispute und Storm-13 sollen Ende des Jahres und Anfang 2013 ausgerollt werden. 

Infiltrierung

700.000 US-Dollar werden dabei für den dritten Teil des Programms, Storm-13, ausgegeben. Dieser besteht aus einer virtuellen Armee von Bots, die soziale Netzwerke mit Propaganda infiltrieren soll, um "die öffentliche Meinung zu beeinflussen". Zuvor werden mit "Monitor-3" die wichtigsten Online-"Distributionszentren" analysiert und die Faktoren untersucht, die zur Verbreitung von Inhalten führen. Darauf basierend soll mit dem letzten Schritt des Programms nicht nur im Inland, sondern Insidern zufolge in erster Linie zunächst in Osteuropa, propagandistische Inhalte verbreitet werden. Besonders bei "zivilen Unruhen" soll damit verhindert werden, dass "ungewünschte Informationen" verbreitet werden.

Neutralisierung von Anti-Spam-Maßnahmen

Tech-Experten aus Russland empfehlen deshalb verstärkte Anti-Spam-Maßnahmen für Websites. Der SVR will mit Storm-13 diese Maßnahmen "neutralisieren", was wohl der schwierigste Teil des Programms werden könnte. Experten sind sich jedoch sicher, dass dieses Programm so effektiv ist, dass es auch dieses Hindernis meistern wird. Internet-Überwachung ist in Russland nichts Neues, mit der Infiltrierung sozialer Medien nimmt diese jedoch ein neues Ausmaß an. (iw, derStandard.at, 7.9.2012)

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