Strahlende Mikrokügelchen gegen Leberkrebs

7. September 2012, 16:10
  • Ärzte vom Universitätsklinikum Leipzig bereiten den Einsatz der Selektiven Internen Radiotherapie (SIRT) vor. Dabei werden den Patienten mikroskopisch kleine, strahlende Kügelchen injiziert.
    foto: universitätsklinikum leipzig/stefan straube

    Ärzte vom Universitätsklinikum Leipzig bereiten den Einsatz der Selektiven Internen Radiotherapie (SIRT) vor. Dabei werden den Patienten mikroskopisch kleine, strahlende Kügelchen injiziert.

Mit dem SIRT-Verfahren zur Behandlung von fortgeschrittenem Leberkrebs soll der Tumor gezielt gestoppt werden

Leipzig - Punktgenaue Bestrahlung der krankmachenden Krebszellen, ohne gesundes Gewebe zu schädigen und den Körper zu belasten, ist durch das Verfahren der Selektiven Internen Radiotherapie (SIRT) möglich.

Das nuklearmedizinische Therapieverfahren bietet vor allem Patienten mit fortgeschrittenen Lebertumoren Hoffnung. Wenn eine Operation aufgrund der Größe des Tumors oder der Zahl der Metastasen nicht mehr in Frage kommt, kann der Krebs durch die gezielte "innere" Bestrahlung direkt im Körper gestoppt werden. "Dadurch gewinnen unsere Patienten Zeit, beispielsweise um die Wartezeit auf ein geeignetes Organ für eine Transplantation zu überbrücken", erklärt Sven Jonas, Direktor der Klinik für Viszeralchirurgie am Universitätsklinikum Leipzig (UKL).

Radioaktive Kügelchen

In manchen Fällen kann eine SIRT-Behandlung aber auch dazu führen, dass durch die Verkleinerung des Tumors dieser dann doch noch durch eine Operation entfernt werden kann. Möglich wird dies durch den Einsatz kleinster radioaktiv markierter Kügelchen, die über die Blutbahn direkt in die Leber zu den Krebszellen gelangen und dort ihre Strahlungswirkung abgeben.

Diese Art der Behandlung erfordert eine enge interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen Nuklearmedizinern, Radiologen, Onkologen beziehungsweise Leberexperten. Denn für den Erfolg ist nicht nur eine genaue Diagnose sondern insbesondere eine sorgfältige radiologische und nuklearmedizinische Vorbereitung der Therapie notwendig. 

Genaue Platzierung

Die mit der strahlenden Substanz beladenen gläsernen Mikrosphären -  halb so groß wie ein menschliches Haar - werden über einen Katheter in der Leiste direkt in das den Lebertumor versorgende Blutgefäß gespritzt und somit an die "richtigen" Stellen geschwemmt. Dort greift die Strahlung gezielt die wuchernden Zellen an, zerstört diese beziehungsweise verhindert das weitere Tumorwachstum. Die korrekte Platzierung des Katheters in der Leber muss durch einen erfahrenen Radiologen im Rahmen einer Gefäßdarstellung der Leber - einer Angiografie - erfolgen.

Bislang noch wenig verbreitet

"Durch diese gezielte Bestrahlung 'von innen' wird gesundes Lebergewebe geschont", erläutert Sandra Purz, Oberärztin an der Klinik und Poliklinik für Nuklearmedizin am UKL. Gleichzeitig wird das mit weniger Nebenwirkungen verbundene SIRT-Verfahren meist besser vertragen als eine Chemotherapie. "Mögliche Nebenwirkungen wie grippeähnliche Symptome, Müdigkeit, leichtere Schmerzen oder eine vorübergehende Verschlechterung der Blutwerte bilden sich in der Regel innerhalb kurzer Zeit wieder zurück", ergänzt Thomas Berg, Leiter der Sektion Hepatologie am UKL.

Keine Heilung, sondern Zeit gewinnen

Die SIRT-Therapie wurde in Australien entwickelt und ist seit 2002 auch in Europa zugelassen. Bislang kommt sie nur an relativ wenigen Zentren zum Einsatz. In Österreich etwa im Wiener AKH und im Krankenhaus Barmherzige Schwestern Linz. Seit der Einführung am UKL vor einem Jahr wurden bislang 27 Leberkrebs-Patienten mit SIRT behandelt. "Mit diesem Verfahren können wir Patienten helfen, für die bisher kein geeignetes Behandlungsverfahren mehr zu Verfügung stand", erklärt Osama Sabri, Direktor der Klinik und Poliklinik für Nuklearmedizin am UKL. Da die Heilungschancen von Leberkrebs nach wie vor sehr gering sind, handelt es sich dabei aber primär um ein Verfahren, um die Lebensqualität von Erkrankten zu verbessern und das Fortschreiten der Erkrankung hinauszuzögern. (red, derStandard.at, 7.9.2012)

Kommentar posten
14 Postings
Medical Cannabis gegen Krebs

Weitere Studien machen klare Ausagen für Cannaboide als natürliche Krebszellenkiller.

Hier 10 Studien
http://www.riseearth.com/2012/09/t... nment.html

Cannabis kann Krebs heilen
http://dotsub.com/media/fc4... /embed/ger

Diese Studie ist ganz neu:
"Plant-derived cannabinoids, including Delta9-tetrahydrocannabinol (THC), induce apoptosis in leukemic cells, although the precise mechanism remains unclear. "
http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/16908594
Aber aufpassen, die haben Cannabisöl genommen, beim Rauchen werden die Wirkstoffe zerstört.

es ist noch viel

simpler.
alkohol, direkt in den tumor instilliert, tötet den leberkrebs auch.
funktioniert und wird gemacht.

ich kann mir schon vorstellen, das cannabis die leiden während einer krebstherapie lindert (und dementsprechend bin ich auch gegen eine völlige verteufelung von dem zeug)

aber könnten sie bitte korrekte links posten? mir scheint, sie haben einfach ein anderes posting kopiert und dabei übersehen, das der standard intern eine art linkverkürzung betreibt.

Liebe Standardred. Danke!

Ich möchte mich mal für die vielen coolen Beiträge zu neuen medizinischen Technologien, die ihr immer wieder bringt, bedanken.

Lasst euch von den Eso-Pfeiffen nicht beeindrucken, ich glaube, die meisten finden es toll von den kleinen Erfolgen und auch Misserfolgen zu hören, die jedes Jahr gemacht werden.

Weiter so.

"Zeit gewinnen" - wozu, wenn kein Umdenken geschieht?

Die westliche Medizin betrachtet den Körper als "Maschine", von dem einzelne Teile isoliert behandelt werden. Gelingt die Behandlung, gilt der Patient als "geheilt". Gelingt es nicht, und der Krebs metastasiert (was meistens der Fall ist), ist er nicht geheilt.
Aber was ist Heilung? ist die Ursache, warum der Mensch den Krebs bekommen hat, beseitigt? nein. Wo liegt denn die Ursache für den Krebs? könnte sie vielleicht in der Psyche liegen? Davon weiß die Schulmedizin nichts, denn sie behandelt Teile, nicht das Ganze.
Und so wird herumgedoktert und verzweifelt versucht, auf einen grünen Zweig zu kommen ... und letztlich ist es doch vergeblich.

Aufwachen - und endlich das Ganze sehen! der Mensch IST Seele/Geist und HAT einen Körper.

http://www.scienceticker.info/2011/01/2... aftwerken/

Na dann erklären Sie mal warum der Krebs mit gestohlenen Kraftwerken überleben kann. Es ist mehr ein Zellparasit. Ich sage ja auch nicht, wenn Ihnen ein Unfall passiert, dass Sie schuld daran sind und Sie mehr auf Ihre Psyche schauen sollen, nein Sie müssen lernen besser Auto zu fahren.

also jeder, der Krebs hat, ist selber Schuld, hätte er seine Psyche besser sauber gehalten...
Na dann..
Ich werd das mal den Eltern meiner toten Cousine sagen, dass ihr kleines Mädchen keine gute Psyche hatte und deshalb sterben musste, bevor sie ihren ersten Schritt machen konnte.

Esoteriker sind ekelig.

Humbug!

Die wissenschaftliche Medizin hat soziale und psychische Faktoren bei der Entstehung von Krankheiten sowie in der Ausbildung von ÄrztInnen schon längst in ihre Leitbilder integriert (biopsychosoziales Modell)! Woran es mangelt, ist vor allem ausreichend Zeit für Pat. Hier haken die "Alternativen" gerne ein, die werden nämlich ausschließlich fürs Zuhören bezahlt. Konsequent gedacht müssten Sie einfach mehr finanzielle Mittel für Spitäler und Forschung fordern statt einen Umstieg auf vorwissenschaftliche Konzepte von Krankheit/Gesundheit. Die Opfer der Quacksalberei landen letztlich wieder in den Spitälern, und der Behandlungsaufwand für die entstandenen Schäden ist dann um ein Vielfaches größer und frisst wieder unnötig Ressourcen auf...

Aufwachen - immer positiv Denken und Himalayawasser trinken, das macht die Schulmedizin eben nicht,...;-)

Es gibt unter pubmed.com genau 392.050 japanische wissenschaftliche Artikel zu medizinischen Themen und 218.961 chinesische. Sie dürfen davon ausgehen, dass die ein vielfaches von "östlichen" Forschern auf englisch publiziert wird.

Nein, die "westliche" Medizin betrachtet den Körper nicht als Maschine. Diese Behauptung ist lediglich der verzweifelte Versuch von Esoterikern ihre unwirksamen Alternativen durch das Schlechtmachen der Konkurrenz zu legitimieren statt durch Wirksamkeitsbelege.

Können Sie mal den "ganzheitlichen" Gedankengang darlegen, mit dem sich das weltweite Abschlachten von Nashörnern zur Gewinnung von Potenzmitteln (weil das Horn so schön aufrecht steht! Boing!) im Namen der "östlichen" Medizin rechtfertigen lässt?

Es gibt unter pubmed.com genau 392.050 japanische wissenschaftliche Artikel zu medizinischen Themen und 218.961 chinesische. Sie dürfen davon ausgehen, dass die ein vielfaches von "östlichen" Forschern auf englisch publiziert wird.

Nein, die "westliche" Medizin betrachtet den Körper nicht als Maschine. Diese Behauptung ist lediglich der verzweifelte Versuch von Esoterikern ihre unwirksamen Alternativen durch das Schlechtmachen der Konkurrenz zu legitimieren statt durch Wirksamkeitsbelege.

Können Sie mal den "ganzheitlichen" Gedankengang darlegen, mit dem sich das weltweite Abschlachten von Nashörnern zur Gewinnung von Potenzmitteln (weil das Horn so schön aufrecht steht! Boing!) im Namen der "östlichen" Medizin rechtfertigen lässt?

Ah geh, haaa ?

Na sowas, wenn Sie uns DAS nicht gesagt hätten, wären wir glatt, vollkommen verdummt an Leberkrebs verstorben.
Und wie gehts ihrer Glaspyramide ?

wodurch entsteht krebs?
welche psychologischen faktoren spielen eine rolle?

Spar dir bitte deinen verwirrten Eso-Müll! Ein Schlag ins Gesicht für jeden Betroffenen.

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.