Jungwölfe in der Schweiz gesichtet

  • Dieses Foto eines Wolfwelpen in der Schweiz ist schon fast drei Wochen alt.
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    foto: apa/jean-christophe bott

    Dieses Foto eines Wolfwelpen in der Schweiz ist schon fast drei Wochen alt.

Derzeit erlebt Österreich auch eine Rückkehr des Wolfes: Zwei bis drei Tiere wurden 2011 bei uns nachgewiesen

Wien - Nur 20 Kilometer von Österreich entfernt, gibt es erstmals seit 150 Jahren wieder Jungwölfe in der Schweiz. Vor fast 20 Jahren ist der ehemals ausgerottete Wolf in das Nachbarland zurückgekehrt. Zwei in den vergangenen Tagen gemeldete Beobachtungen von Wolfswelpen bestätigen, dass die Tiere am Calanda-Bergkamm im Kanton Graubünden Nachwuchs bekommen haben. Es ist dies der erste gesicherte Nachweis eines Wolf-Familienrudels in der Schweiz, berichtete der WWF.

Tagelang war laut der Umweltschutzorganisation darüber gerätselt worden, ob es tatsächlich wieder Wolf-Nachwuchs in der Schweiz gibt. Ein Foto habe jetzt Klarheit gebracht: Ein Welpe tappte in eine Fotofalle. Dieser Nachweis bestätigt nun die Vermutungen einer Wolfsfamilie in diesem Gebiet.

Mindestens drei Welpen

Gemäß den beim Amt für Jagd und Fischerei Graubünden gemeldeten Beobachtungen, soll es sich um mindestens drei Welpen handeln. Die Bilder der Fotofalle bestätigen nun diese Beobachtungen. "Die erste Wolfsfamilie nach so langer Zeit ist ein großartiger Erfolg für den Naturschutz", freute sich Christian Pichler vom WWF. Zugleich sieht Pichler diese Ereignisse jedoch als Herausforderung für das Österreichische Wolfs-Management. "Jetzt muss sich Österreich um so rascher auf den Wolf, der im ganzen EU-Raum streng geschützt ist, einstellen."

Sorge bei Landwirten

Vor allem bei den Landwirten ist die Sorge vor der Rückkehr der Wölfe groß, da der Beutegreifer neben Wildtieren auch ungeschützte Nutztiere wie Schafe reißen können. Viele Probleme ließen sich durch Aufklärungsmaßnahmen und klar geregelte Zuständigkeiten vermeiden oder abmildern. "Jetzt muss endlich der fast fertiggestellte Managementplan von den zuständigen Bundesländern beschlossen und umgesetzt werden", forderte Pichler.

Derzeit erlebt Österreich - bedingt durch die steigenden Bestände in den Nachbarstaaten - eine Rückkehr des Wolfes. Zwei bis drei Tiere wurden 2011 bei uns nachgewiesen. Zu Jahresbeginn 2012 konnte der besenderte slowenische Wolf "Slavc" in Kärnten, Osttirol, der Steiermark und Salzburg nachgewiesen werden. Bereits seit zwei Jahren lebt ein männlicher Wolf, der aus den Westalpen stammt, im niederösterreichischen Schneeberggebiet. (APA, 7.9.2012)

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Dann werden sich die Schafhalter eben wieder angewöhnen müssen, große Schäferhunde zu halten und die Tiere nachts zu beaufsichtigen (z.B. in Abzäunungen unterzubringen, so wie die Afrikaner es tun gegen nächtliche Schakale und Löwen).

Ist ohnehin besser, wegen den umherstreifenden nächtliche Viehdieben, die offenbar immer mehr in Ö. mit Lieferwägen unterwegs sind und Tiere direkt von der Weide stehlen!

Wie man in Yellowstone Nationalpark erleben konnte, hatte die Wiederansiedelung des Wolfes einen großen Einfluss auf die gesunde Regulierung aller anderen Wildbestände, inkl. deren Arterhaltung und der Rückkehr der Raubvögel.

auf servus tv gab es im sommer eine reportage über ein wolfsprojekt im grenzgebiet italien-schweiz. dort wird offenbar mit einigem aufwand aufklärung und management betrieben - da könnte man sich doch wohl ein beispiel dran nehmen.

ach ja. und: mmooiiii!

"Jungwölfe in der Schweiz gesichtet"

endlich einmal eine sexy-meldung aus CH

Ich fürchte,

dass es nicht lange dauern wird, bis diese neuen Nachbarn von der Jägerschaft weggewildert werden, damit die heute vermeintlich ureigenste Aufgabe der Gesellschaftsjagd, die Bestandskontrolle bei (durch den Winter gefütertem!) Rotwild und bei Schwarzwild nicht von irgendeinem "Dahergelaufenen", dazu prädestinierten, Rivalen übernommen wird.

Wolf und Hund

Es lässt sich voraussehen, wie das hierzulande geht, wenn die freilaufenden Hunde (von denen es hier viele gibt) sich mit den Wölfen paaren.
Das hat aber dann, lieber Baba... gar nix mit den Jägern zu tun. Mehr mit dem WWF. Ich mag die Jäger nicht, aber der WWF ist blind.

Hunde gibt es seit mind. 3000 Jahren, Wölfe noch länger. Es gibt zwar Mischlinge durch alleinstehende Wölfe, die können sich aber in richtigen Wolfsfamilien nicht durchsetzen, wo sich nur die stärksten und gesündesten Wölfe paaren dürfen. Andernfalls gäbe es nirgendwo mehr genetisch eindeutige Wölfe, nach 3000 Jahren "Hund" als Parallelentwicklung.

... dass es in Österreich Straßenhunde geben würde, ist mir neu. Frei laufende Hunde werden hier recht schnell irgendwie eingefangen oder halt vom Jäger abgeschossen (leider traurige Realität mancherorts).

Was für Szenario

wollen Sie uns skizzieren, eines, wo Babies und Kleinkinder von dem "Hofhund mit Wolfsblut" gefressen werden?

gut! hirten, die sich verantwortlich verhalten, für eventuelle risse entschädigen und passt.

"Hirten, die sich verantwortlich verhalten..."

Was wird das denn, wenn man bitten darf? Selbstverständlich werden Wölfe Schafe jederzeit als Selbsbedienungsrestaurant verstehen, die wären ja blöd, wenn nicht.

Naja in dem Französisch - Spanischen Grenzgebiet geht es schon sehr lange gut mit den Wölfen wenn ein Hirte und ein paar Hunde da sind - sich von dort mal ein paar Tips holen

Die Afrikaner schaffen es neben Schakalen, Hyänen, Löwen und Sonstigem Vieh zu halten - auch Schafe - indem sie sie nachts in Abzäunungen verfrachten. Und in Spanien, Rumänien, ehemaliger Ostblock usw. leben auch Schafe als auch Wölfe (und Bären).

Wenn der Mensch den Schafen (und zunehmen widernatürlich den Rindern) ihre Hörner entfernt und wegzüchtet, und sie blöde züchtet (zu blöd um wegzulaufen), dann muss er eben nachts auf die Tiere aufpassen!

Der gesunde Wald braucht einfach Bären, Wölfe, Luchse und Wildkatzen. In Sibirien streifen sogar noch Tiger herum, und die Menschen leben - wie in Indien - trotzdem da.

Ja ist schon klar: der Tipp bresteht darin,

jede Herde rund um die Uhr zu bewachen und mit hohen Elektrozäunen zu schützen, weil irgendwelche Wölfe sich wieder breitmachen. Würde man in den Piränäen mal fragen, wie gut das läuft, bekäme man vermutlich auch mehr als nur eine Antwort. Positiv ist an der Sache nur, dass sie offenbar spontan wiederkehren und nicht mit aller Gewalt wieder eingeführt werden. Aber prinzipiell ist es - für die Schafe - ebenso erfreulich, als würden freilaufende Hunde wildern - meine Begeisterung hält sich in Grenzen.

Wie man schon bei den Füchsen weiß, haben diese Tiere alle eine derartige Angst vor Menschen, dass sie tagsüber gar nicht näher kommen - und nachts sind die Hühner im verschlossenen Hühnerstall (wo Füchse tunlichst nicht Eindringen können sollten). Genauso ist es auch bei Wölfen oder Bären, es sei denn es herrschte wirklich eine Hungersnot (zu lange kalte Winter o.ä.)

Ein Herdenschutzhund...

... genügt. Google hilft, schlagen sie's mal nach.

Realistisch wird der Schutz erst durch zwei solche.

Und die verursachen beträchtliche "Betriebskosten" durch Futter und Tierazt, wie ich bei Pyrenäischen Berghunden gesichert weiß. Außerdem sind sie als Hüterhunde unbrauchbar, weil zu wenig eifrig und gehen selbst gerne in den Wald, um dem Wild nachzustellen.

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