Russland setzt auf die asiatische Karte

APEC-Gipfeltreffen im russischen Fernen Osten begonnen - Putin sucht Schulterschluss in Asien gegen Schuldenkrise

Russland empfängt zum Apec-Gipfel. Der asiatisch-pazifische Staatenbund soll zur Basis einer neuen globalen wirtschaftlichen und politischen Ordnung werden - und Russland hofft, davon zu profitieren.

 

Der Weg von Moskau nach Wladiwostok, dem Apec-Gipfel-Ort, ist weit. Eine Woche braucht der Bahnreisende für die 9300 Kilometer mit der Transsibirischen Eisenbahn. Auch mit dem Flieger sind es immer noch acht Stunden. Der Name Wladiwostok - deutsch: "Beherrsche den Osten" - kündet von den stolzen Ambitionen, die das Zarenreich 1860 bei der Gründung hegte. Doch spätestens mit dem Untergang der Sowjetunion geriet nicht nur der imperiale Anspruch, sondern auch die Hafenstadt an der russischen Pazifikküste in Vergessenheit.

Russlands "Tor nach Asien" erinnerte in den letzten Jahren mehr an die Hintertür des Riesenreichs. Für das laut Nikita Chruschtschow "fernöstliche San Francisco" hat der Apec-Gipfel daher große Bedeutung. Lange hat sich Wladiwostok auf das Ereignis vorbereitet. Mit mehr als 16,5 Milliarden Euro - fünfmal mehr als ursprünglich geplant - wurde die Stadt gipfelfein gemacht. Zwei riesige Hängebrücken spannen sich seit Juli über den östlichen Bosporus und das Goldene Horn, um Wladiwostok mit der vorgelagerten Insel Russki zu verbinden, auf der in einem eigens dafür zurechtgezimmerten riesigen Kongresszentrum der Gipfel steigen wird.

Die Ausgaben bezeugen den Wert, den Russland dem Gipfel beimisst. Präsident Wladimir Putin will beim Empfang der 20 Staats- und Regierungschefs mit der Kulisse auch Stärke und wirtschaftliche Potenz demonstrieren.

Orientierung auf China

Dass US-Präsident Barack Obama - offiziell wegen Terminstresses im Wahlkampf, wohl aber auch, weil Putin im Mai den G-8-Gipfel in Camp David sausen ließ - nicht kommt, hat im Kreml ein bedauerndes Achselzucken ausgelöst, aber auch nicht viel mehr. In Moskau sieht man die Zukunft ohnehin vermehrt in Asien und dessen Gravitationszentrum China.

Schon jetzt ist die Apec für 44 Prozent des Welthandels verantwortlich. In spätestens zehn Jahren könne die Organisation die EU als Russlands größten Handelspartner ablösen, erklärte Vizepremier Igor Schuwalow am Freitag.

"Für Russland bietet der Gipfel die Chance, die Wende Richtung Asien zu vollziehen", sagte der russische Außenpolitikexperte Sergej Karaganow dem Standard. Russland habe enorme Energie- und Wasserressourcen, die in China und Asien gefragt seien, fügte er hinzu. "Es ist auch keine Schande, wenn wir uns zum Lebensmittellieferanten der Region entwickeln", meint Karaganow zudem.

Die Umorientierung auf China ist längst eingeleitet. Bereits vor drei Jahren wurde ein Kooperationsvertrag zwischen beiden Ländern unterzeichnet, das sich unter dem Motto Rohstoffe gegen Waren zusammenfassen lässt. Gemeinsam sollen so Steinkohle, Eisen erze, Edelmetalle, Apatite und Molybdän in Russland abgebaut werden, während China dann die Fertigprodukte liefert.

Bei der Umleitung der Öl- und Gasströme aus Europa Richtung Osten steht Russland allerdings erst am Anfang, was auch daran liegt, dass die Chinesen keineswegs europäische Preise zahlen wollen. Trotzdem hofft Moskau auf Erfolg. Immerhin wird das Land zum Rohstoff-Hoflieferanten für den Markt der Zukunft. (André Ballin aus Moskau/DER STANDARD, 8.9.2012)

Wissen: Wirtschaftsforum der Aufstrebenden
Die Apec (Asia-Pacific Economic Cooperation) ist ein Zusammenschluss von 21 Staaten aus dem pazifischen Raum. 1989 erfolgte die Gründung in Canberra mit dem Ziel der Ausweitung des Freihandels und verstärkter wirtschaftlicher Kooperation. Der Sitz der Apec befindet sich in Singapur.

Die Mitgliedsstaaten zeigen sich für fast die Hälfte des Welthandels und noch mehr des weltweiten Bruttoinlandsproduktes BIP verantwortlich.

Primäres Aufnahmekriterium ist es, ein separater Wirtschaftskörper aus der Region zu sein. Da es sich um ein Forum, nicht aber um eine Organisation handelt, sind die im Konsens getroffenen Abkommen nicht bindend. Sie haben aber mit den Richtlinien der Welthandelsorganisation WTO vereinbar zu sein. (vevo)

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Die Chinesen wollen keine europäischen Gaspreise zahlen?

Na servas. Aber um den russischen Partner nicht zu verärgern, zahlen wir natürlich gerne Preise, die um ein Vielfaches über dem Weltmarkt liegen.

Der größte Teil von Russland liegt in Asien, also kein wunder wenn das land auf Asien setzt. Europa ist ja nicht mehr wirklich eigenständig, sondern plappert zum eigen Schaden ständig das nach was die Fossilien aus dem kalten Krieg über den großen Teich ihnen vorsagen.

"Russland setzt auf die asiatische Karte"

Und damit liegt er auch goldrichtig!

In Washington neigt sich die Zeit des reinen Gelddruckens und Erpressens der internationalen Staatengemeinschaft definitv dem Ende zu!

Jemand wie Putin der auf der einen Seite jedes Monat d Ende des EUROS voraussagen laesst und gleichzeitig auf dem Gipfel in Wladiwostok fuer eine asiatisch-pazifische Waehrungsunion eintritt, kann man nicht mehr erst nehmen !

Genauso, wie er im letzten Moment

die Notbremse beim Ausverkauf der russischen Ressourcen zog, genauso hat er sich nach endlosen Brüskierungen durch die EU jetzt anderen, für ihn weit besseren Partnern zugewandt. Die EU als Erfüllungsgehilfe von Goldman und Sachs ist für Putin uninteressant und sogar gefährlich.- Opel ist ein gutes Beispiel: Mit russischem Partner wäre das Überleben gesichert gewesen, das hat GM erfolgreich sabotiert. Vielleicht liefert er sein Gas demnächst auch lieber nach China, wo keine US-Agenten ihm das Verkaufen erschweren;-)

Nichts hindert Russland daran

seine eigene Automobilindustrie auf Vordermann zu bringen. Wozu sich mit Opel noch einen Sanierungsfall einhandeln?

Sie bringen mich zum Lachen....

Wer stieg auf die Notbremse, jaehrlich wird Staatseigentum im Wert von 18 Mrd USD ins Ausland verkauft! In den letzten Jahren hat der "netto" Wert an die 150 Mrd USD erreicht.
Die EU waere wirklich besser bedient in Zukunft d Gas aus Katar und USA zu kaufen, es ist dort wesentlich billiger. Ob dann China bereit ist dafuer 350 USD zu zahlen, wo sie doch bereits aus den Post Sowjetischen Laendern um 200 bekommen wird sich zeigen. Sogar die Ukraine, versucht vom Russischen Gas wegzukommen, warum ?
Sie luegen sich selbst an, warum macht man sowas, fuehlt man sich dann wohl ? Besser Rian Novosti oder Russische Zeitungen lesen, dann werden wir weniger mit Ihrer Propaganda belaestigt.

Sie scheinen ein fröhlicher Mensch zu sein,

wenn man liest, was Sie in Ihrem Alter alles 'zum Lachen' bringt.- Jedenfalls entnehme ich Ihren postings, daß Sie ein Sympathiesant von Kasparow und Chodorkowsky sind, somit gehören Sie zu der Gruppe, welche destruktiv gegen Rußland arbeitet. Legen Sie sich eine Platte von 'Pussy Riot' auf und geben Sie Ruhe!

Sie luegen sich selbst an, warum macht man sowas, fuehlt man sich dann wohl ?

Das frage ich mich bei ihnen schon sein Monaten (un)werter "Standard Leser4" ...

Warum postet jemand wie sie beharrlich Müll und Unwahrheiten? Ist es die Hoffnung darauf dass der Großteil der Leser zu fual ist um nachzurecherchieren? Oder ist es doch das Prinzip der Werbestrategen: Wiederhole eine Lüge so oft bis sie als wahr akzeptiert wird!?

Aber wissen sie was - sie können die Antwort gerne für sich behalten!

"Warum postet jemand wie sie beharrlich Muell und Unwahrheiten?

Sie haben sich perfekt beschrieben, Sie rechnen damit d die Leser nicht Russisch sprechen nicht nachrecherchieren und posten daher lustig darauf los.
Bei Ihnen trifft auch zu was Tante Jolesch sagte:
Er luegt so, dass nicht einmal das Gegenteil wahr ist!
Oder gar L Tolstoi der sagte: Andere beluegen ist nicht so schlimm...sich selbst beluegen heisst immer die Wahrheit verfaelschen.
Ich bin gerne bereit, meine Unwahrheiten zu beweisen, leider haben Sie mir nie die Gelegenheit dazu gegeben, weil Sie wissen d Sie andauernd die Wahrheit verfaelschen um hier doch noch ein bisschen Aufmerksamkeit zu haben, die ihnen nicht zusteht weil Sie krude Propaganda verbreiten.

:-)) Lieber SL4,

dann nehmen Sie ihn einfach nicht ernst. Njet Problem. Er wird's sehr bereuen.

Ich nehme diesen Zirkus um seine Person und seine Aussagen sowieso schon lange nicht mehr ernst. Um genau zu sein, seit dem Tag wie er versprochen hat die Weizenexporte nicht zu stoppen und dann doch auf Verlangen der Oligarchen ein Exportverbot verhaengt hat, obwohl die Reserven in den Russischen Lagern verrotteten.
Bereuen ? Zu bereuen sind die Buerger Russlands und Politiker wie Medwedew und Kudrin, die noch ein bisschen Verstand haben und in die Zukunft blicken!

ich lese überall nur dass 2010 auf Grund der Dürre eine extrem schlechte Ernte war

ich glaube mit Ihnen geht die Phatasie durch :

so jetzt hab ich a bisserl recherchiert....

können Sie mir sagen warum der Weizenpreis 2008 höher war als 2010
stimmt es dass 2010 eine Dürre und Brände in Russland waren?
stimmt es dass heuer wieder eine Missernte in Russland ist?(übrigends könnte dass bald für die Russen schlimmer kommen als 2010-weil mit dem Gatt Beitritt kann Russland kein Exportverbot mehr aussprechen)
und stimmt es dass die USA mehr als doppelt soviel Weizen exportiert als Russland?
stimmt es dass durch die steigende Verwendung von Biosprit auch Wiezen weltweit knapper wird?
stimmt es dass mit dem Weizenpreis weltweit fest spekuliert wird?
ich denke Sie haben eine allzu putin fokusierte Brille auf.

...und stimmt es d an der Weizenboerse, nach dem Russischen Exportverbot erst die Preise um d dreifache gestiegen sind ?
Nur ein bisschen googeln, dann sehen Sie schon den Zusammenhang.
...und stimmt es d laut Russischer Federalen Behoerde ein Exportverbot fuer die restlichen 10 Mio t Weizen gar nicht notwendig war, weil im Juni 2011 noch immer 17 Mill t im Speicher waren.
Sie sollten alles beachten, nicht nur jene Sachen die Ihnen in den Kram passen!

Ja d hat man auch den Buergern in Russland gesagt und den Kunden im Ausland...

..da die Speicher jedoch auch nach einem Jahr noch voll waren, konnte man nachtraeglich feststellen d dies alles nur eine billige Ausrede war um den Preis im Inland auf d doppelte und mehr zu erhoehen.
Ich glaube Sie sind auch ein Opfer der Kreml Propaganda !

"die Weizenexporte nicht zu stoppen"

Hmm. das habe ich wahrscheinlich verpasst, ich lebe nicht in RU. Wann war es denn, und welches Interesse sollen die Oligarchen gehabt haben, um den Export zu blockieren?

Nach dem Exportverbot, stieg der Weizenpreis Weltweit innerhalb von Tagen enorm an. Die Preise in Russland fuer Mehl ja sogar fuer Buchweizen ohne den man in der Russischen Kueche nicht auskommt verdoppelten sich. In manchen Geschaeften war er wochenlang nicht zu kaufen. Es verdienten die Agraroligarchen ein Vermoegen, waehrend der Staat seine Weizen Reserven ein Jahr spaeter als Viehfutter verkaufen musste.
Infolge dieser Massnahme begannen im Maghreb durch die Brotpreisverteuerungen, da sich viele Laender am Spotmarkt eindecken mussten, die Unruhen.
Siehe Quelle: UNO World Food Programme Report.

wo steht im UNO world food programme report,dass

Russland seine getreidereserven an vieh verfütterte statt zu exportieren? Ich finde das dort nicht.

Lesen Sie: The Impact of Russia s 2010 Grain Export Ban

Ein Booklet von Oxfam

Sie koennen es bei Rian Novosti nachlesen, etwa zwei bis drei Monate vor der neuen Ernte, wie festgestellt wurde d die Speicher noch voll, und ein Exportstopp nicht notwendig gewesen waere.

und Sie glauben ich versuche jetzt alle Artikel von Ria novosti aus dem Jahr 2010 zu suchen??

haben Sie einen link?

und Sie glauben ich suche jetzt fuer Sie alle Artikel von Rian Novosti aus dem Jahr 2010 ?

Ich weiss ja was damals los war.
Aber hier ein Zitat aus 1 8 2011, da koennen Sie ersehen wie in Russland gelogen wird.
Medwedew sagte in einem Interview in Tambow bei einer Agrarpolitischen Beratung. Wir haben noch 6.7 Mio t Getreide im nationalen Interventionsfond, also eine ausreichende Reserve /am 1 August!/ daher muss ich die im Vorjahr eingeleiteten Verkaufsinterventionen loben / Er meint Exportstopp von ca 10 Mil t Getreide/
Am Tag darauf meinte die Landwirtschaftsministerin Jelena Skrynnik. "Wir werden heuer /2011! / wieder 85 Mil t ernten, wir koennen daher wie vorher 18 Mil t exportieren da im Speicher noch laut Foederalen Dienst im Juni mindestens 17 Mio t gelagert waren"
Dieses alte Getreide musste verfuettert werden.

Die Gründe für die Preisexplosion

sehen andere Experten aber eher im Casino in Chicago;-)

Ich wusste nicht d Putin auch Provision vom Kasino erhalten hat.

Fakt ist, ohne Exportstopp kein extremer Casinogewinn!

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