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Dakar - Mali hat einen Kampfeinsatz ausländischer afrikanischer Truppen gegen islamistische Rebellen im Norden des Landes abgelehnt. In einem auf den 1. September datierten Brief von Übergangspräsident Dioncounda Traoré an die Westafrikanische Wirtschaftsgemeinschaft (ECOWAS) erbittet das westafrikanische Land zwar die "Hilfe der ECOWAS" für die Rückeroberung der von den Islamisten kontrollierten Gebiete. Eine Stationierung von Polizeieinheiten oder Kampftruppen sei jedoch "nicht geeignet", heißt es in dem Schreiben, das die Nachrichtenagentur AFP am Donnerstag einsehen konnte.
Traoré bittet in seinem Brief an die ECOWAS-Präsidentschaft um Beistand für die "Reorganisation der Streit- und Sicherheitskräfte" bei Ausbildung, Ausrüstung und Logistik. Für die Wiederherstellung der nationalen Integrität Malis wolle sein Land "Luftunterstützung (Aufklärung, direkte Unterstützung von Einsatztruppen, Zerstörung versteckter logistischer Stützpunkte) und die Stationierung von fünf Bataillonen an der Front, um sie schrittweise zur Kontrolle rückeroberter Städte einzusetzen".
Am Dienstag hatte der französische Sondergesandte für die Sahelzone, Jean Félix-Paganon, mitgeteilt, dass Traoré formell einen "militärischen Beitrag zur Stabilisierung des Landes und vor allem zur Rückeroberung des Nordens" gefordert habe. Das war als Einwilligung Malis gewertet worden, etwa 3300 von der ECOWAS bereitgestellte Soldaten ins Land zu lassen. Die Staatengemeinschaft hatte bereits eine Militärmission nach Bamako gesandt, um eine mögliche Entsendung von Truppen vorzubereiten. Mali und der UN-Sicherheitsrat müssten jedoch zustimmen.
Im Machtvakuum nach dem Putsch gegen den langjährigen malischen Präsidenten Amadou Toumani Touré im März war es den Tuareg-Rebellen und den mit ihnen verbündeten Islamisten innerhalb weniger Tage gelungen, den gesamten Norden Malis unter ihre Kontrolle zu bringen. Seitdem wurden die Tuareg-Rebellen jedoch von den Islamisten aus den wichtigsten Städten Timbuktu, Gao und Kidal vertrieben. Die Islamisten führten in Timbuktu das islamische Recht der Scharia ein und zerstörten eine Reihe von islamischen Heiligengräbern. (APA, 6.9.2012)
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