Die Schönheit des Denkens

  • Philipp Hübl, Peter Sloterdijk, Richard David Precht und Raphael Enthoven (v.l.n.r.)
    foto: christian fischer, epa, dapd, thorsten wulff

    Philipp Hübl, Peter Sloterdijk, Richard David Precht und Raphael Enthoven (v.l.n.r.)

Warum jetzt nach dem bestaussehenden Philosophen gefahndet wird

Es ist heute an der Zeit, eine Berufsgruppe ins Visier zu nehmen, die an dieser Stelle bisher übergangen wurde. Es sind dies die Philosophen. Sie beschäftigen sich zwar mit ähnlich grundlegenden Fragen wie wir, dennoch sind die Berührungspunkte marginal. Während sie sich fragen, wohin wir gehen, ist es uns wichtiger, worauf wir gehen. Auch bei der Frage, woher wir kommen, fällt uns meist recht schnell eine Antwort ein: von irgendeinem Designerflohmarkt, manchmal auch von Prada oder Gucci.

Philosophen legen sich da leider weniger gern fest, sie erzählen von Hermes, Nomos und Nike, können dann aber meist nicht wirklich sagen, wo es diese, äh, Labels zu kaufen gibt. Das könnte ein Fehler sein, zumindest wenn es nach der Frankfurter Allgemeinen Zeitung geht: "In der Mediendemokratie", schreibt sie auf ihrer Homepage, "müssen auch Denker eine gute Figur machen", und sie stellt ihren Lesern dann eine wichtige Frage: "Welcher der großen Welterklärer sieht am besten aus?"

Zur Auswahl stehen sechs männliche Philosophen, unter anderem Richard David Precht, den Peter Sloterdijk einmal als den André Rieu der Philosophie bezeichnete, Raphael Enthoven, der eine Tochter mit Carla Bruni hat, Philipp Hübl, der den Begriff des philosophischen Bodybuildings prägte, und Peter Sloterdijk, der überall dabei sein muss, also auch bei dieser Umfrage.

Peter Sloterdijk liegt derzeit übrigens in Führung. Was erstaunen mag. Schließlich handelt es sich bei Ästhetik doch auch um eine philosophische Disziplin. Aber vielleicht ist genau das der Punkt. (Stephan Hilpold, Rondo, DER STANDARD, 7.9.2012)

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