... darf nicht Tokio werden

Einserkastl |

Der Wiener ÖVP-Chef und seine Retro-Einstellung zum öffentlichen Verkehr

Rund 20 Prozent mehr Menschen benutzen die öffentlichen Verkehrsmittel in Wien - wohl weil einerseits das Autofahren so teuer und die Jahreskarten der Wiener Linien billiger geworden sind. Mit dem Ergebnis, dass die Garnituren oft überfüllt sind.

Die Wiener Linien greifen daher zu Notmaßnahmen und montieren zunächst bei einer Linie einen Teil der Sitze (bei den Niederflurwagen) ab, damit mehr Platz ist. Müssen die Leute halt stehen statt sitzen. In einer überalterten Stadt wie Wien eine gewisse Behinderung für die Älteren (die ja längst nicht mehr sicher sein können, dass ihnen automatisch von Jüngeren Platz gemacht wird). Folgt der Auftritt des Wiener ÖVP-Chefs, der fragt, wie viele Leute denn noch mit den Öffentlichen fahren sollen? " Ich warte jetzt nur noch, dass wie in Japan seitens der Stadtregierung eine eigene 'Kapperltruppe' ins Leben gerufen wird, um die Fahrgäste in die öffentlichen Verkehrsmittel zu drängen", sagt Manfred Juraczka.

Also Wien darf nicht Tokio werden? (Eine Stadt mit neun Millionen Einwohnern - und noch einmal so viel im Umland). Vor allem verrät Juraczka eine ziemliche Retro-Einstellung zum öffentlichen Verkehr (vielleicht beflügelt von seinem Unterschriftenerfolg gegen das Parkpickerl).

Achtung, Wiener ÖVP! Wir leben im 21. Jahrhundert, und mehr Benutzer der Öffis - das ist eine gute Entwicklung. (DER STANDARD, 7.9.2012)

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