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US-Truppen auf Patrouille: Auf ihre afghanischen Kameraden können sie sich nach Jahren noch immer nicht verlassen.
Ein Lokalaugenschein in einem US-"Combat Outpost" in der Provinz Paktia.
Scott Sippel ist die Frustration anzumerken. Auf einer von amerikanischen und afghanischen Truppen gemeinsam in der ostafghanischen Provinz Paktia durchgeführten Mission meldet der Unterleutnant seinem vorgesetzten Offizier bei der Dog Company des 3-509. Infanterieregimentes per Funk: "Mein afghanischer Zugführer hat beschlossen, sein eigenes Ding zu machen. Er befolgt den ursprünglich vereinbarten Plan nicht, hat 1000 Meter vor unserem Ziel Halt befohlen und mit Hausdurchsuchungen begonnen." Da es sich um einen vom afghanischen Militär geleiteten Einsatz handelt, legen die Regeln fest, dass die US-Truppen an Ort und Stelle verbleiben, einen Sicherheitsbereich errichten und hoffen müssen, dass das Minenwerfer-Team der Taliban in dem Gebiet sie nicht beschießen wird.
Die afghanischen Truppen sind dabei, allmählich die Verantwortung über die Sicherung ihres Landes von der Nato zu übernehmen. Wie gut dieser Übergang funktioniert, wird eine entscheidende Rolle dabei spielen, welche Art von Staat die USA bei ihrem Rückzug hinterlassen werden. Bis dahin fordern Missverständnisse und unterschiedliche militärische Auffassungen ihren Tribut.
Laut dem Forschungsdienst des US-Kongresses wird mehr als die Hälfte der amerikanischen Auslandshilfe für Afghanistan von der Ausbildung des afghanischen Heeres und der Polizei beansprucht. Auf dem Chicagoer Nato-Gipfel im Mai sagten die Alliierten ihre Unterstützung für eine afghanische Streitmacht von 228.500 Mann mit einem geschätzten Jahresetat von 4,1 Milliarden US-Dollar zu. Derzeit operiert die Afghan National Army (ANA) mit etwa 350.000 Mann, um die anhaltenden Aufstände niederzukämpfen.
Im "Combat Outpost" Zormat fällt vielen GIs nicht viel Gutes zur ANA ein: "Wir sind die großen Brüder mit Kanonen, die sicherstellen sollen, dass der böse Schläger unsere lieben kleinen Brüder auf dem Schulweg nicht verprügelt", spricht einer aus, was viele in der Dog Company denken. Dennoch will man nicht alle verdammen: "Es ist unterschiedlich. Es gibt einige gute Einheiten, und dann gibt es einige, die beim ersten Schuss der Taliban davonlaufen." ANA-Truppenteile, die sich dauernd Scharmützel mit Taliban liefern, seien besser ausgebildet und disziplinierter als die Einheiten, die in sichereren Gebieten stationiert sind. "Denn sie wissen, dass sie kämpfen oder sterben müssen."
Obwohl sich sogenannte Green-on-blue-Attacken (afghanische Soldaten, die ihre Waffen auf ihre US-Kameraden richten) häufen, arbeiten afghanische Soldaten vielfach noch gut mit den Amerikanern zusammen. "Amerikanische und afghanische Soldaten sind Brüder!", sagt der afghanische Major Mohammad Jan (52) mit Nachdruck. Er ist Befehlshaber einer afghanischen Kompanie nahe der Stadt Kaligu.
Major Jan hat bereits Erfahrung mit einer anderen Großmacht gesammelt, die dem Land ihre Vorstellungen aufzwingen wollte. In den 1980er-Jahren studierte er an der Militärakademie von Moskau und kämpfte in der von den Sowjets ausgebildeten Armee von Babrak Karmal, später dann unter Mohammad Najibullah. Der größte Unterschied zwischen US- und sowjetischen Militärberatern, so Jan, besteht darin, dass die Sowjets darauf bestanden, Missionen allein zu bestreiten. "Sie haben uns ausgebildet, waren aber niemals gewillt, Einheiten zusammenzulegen und gemeinsame Missionen zu unternehmen."
Trotz der freundlichen Worte ist das Risiko für US-Truppen in der Übergangsphase gestiegen. Viele Unteroffiziere finden sich an politisch hochbrisanten Orten wieder, müssen sich äußerst diplomatisch in verschiedenen Kulturkreisen bewegen und sorgfältig abwägen, ob sie ihre eigenen Truppen einem Risiko aussetzen oder die heikle Partnerschaft zwischen afghanischem und amerikanischem Heer gefährden.
Fragt man ihn nach den Risiken, denen seine Truppen in der Übergangsphase ausgesetzt sind, antwortet der Bataillonschef des 3-509. Regimentes, Oberstleutnant Shawn Daniel, so: "Wir kommen aus dem Land der Macher, aber Afghanistan besitzt keine solche Macherkultur. Unsere Soldaten können den afghanischen Soldaten nicht vorschreiben, was sie tun sollen. Wir müssen einen Schritt zurück machen, wir können ihnen nicht unsere Werte aufzwingen. Gut ist das, was für Afghanistan gut ist. Wir haben Fortschritte gemacht, aber wir müssen zulassen, dass sie ihre eigenen Fehler machen."
Mit dem bevorstehenden Abzug der Nato-Truppen bis Ende 2014 läuft die Zeit dafür allerdings langsam ab. (Franz-Stefan Gady, DER STANDARD, 7.9.2012)
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...zuerst die B-Klasse (= Afghanensoldaten) in den Feind laufen lassen und ihn schwächen, dann die eigenen Soldaten (A-Klasse) den Rest erledigen.
Haben früher die Briten in Ihrem Empire gemacht, noch früher die Römer. Damit verkleinert sich das Problem wie von alleine im Laufe der Zeit...weniger Afghanen=weniger Probleme
die afghanische bevoelkerung war:
1950 8.1mio
1980 15mio
1990 13.3mio (viele fluechtlinge, sie haben recht)
2000 22mio
2010 29mio
daran sieht man recht schoen den unterschied zwischen sowjetischer und nato besatzung.
btw, gute statistik seite:
http://pwt.econ.upenn.edu/php_site/... 1_form.php
…
http://derstandard.at/plink/134... 5/27623856
…wo ein 2 Mrd.teures Verteidigungssystem mit bodenpenetrierendem Radar, 24-Stunden Drohnenüberwachung und Verteidigungszeppelinen mit IR-Echtzeiterfassung und Raketenabwehr der 5.Generation plötzlich zufällig vor diesem "Überfall" ABGESCHALTET wird?
…
Der ehemalige Möbelverkäufer aus Philadelphia mag es offenbar nicht, wenn man ihm widerspricht. Isreal hätte viel lieber einen Gen.Myers statt Dempsey als willfährige Bauchsprechpuppe, wie auch ein Romney -nachdem er mit gesetzeswidrigen, ausländischen Spenden überhäuft wurde- oder ein Sheldon Adelson leichter zu manipulierende Narzisten u.die üblichen Psychopathen i.d.obersten Rängen der US-Militärs sehen würden.
die dienstgrade sind nicht genauso wie bei uns.
allerdings gibts wirklich keinen "unterleutnant"
das ist eine oft vorkommende falsche übersetzung von 2nd lieutenant. das entspricht nämlich einem leutnant bei uns.
der 1st lieutenant entspricht bei uns dem oberleutnant.
Wenn 11 Jahre nach der Besetzung Afghanistans kein einziger Afghane einen Militärhubschrauber fliegen darf, braucht man über die Übergabe von Verantwortung kein Wort mehr verlieren. Die USA wollen sich als unentbehrlich im Land festsetzen und natürlich nicht, dass die Afghanen vernünftig bewaffnet werden. Weil sie als Besatzer um ihr Leben fürcten und daher den Afghanen nur eine bessere Polizei erlauben.
In den USA werden sogar Afghaninnen zu Militärpilotinnen ausgebildet.
Sourya Saleh and three fellow Afghan women, the first of their gender to qualify as pilots in the Afghan Army, may help change attitudes about women in their conservative Muslim homeland.
"We are going to open the door for other ladies in Afghanistan," the Afghan Army Second Lieutenant told reporters at Lackland Air Force Base in San Antonio. "It is a big deal for us, to open this door for others. Other ladies who feel that they can't do it, we want to show them."
http://www.telegraph.co.uk/news/worl... ning.html#
http://www.kvnonews.com/2010/12/u... ghanistan/
Noch mehr Kampfhubschrauber geht nicht: Hochmoderne Mi-35 über Südafghanistan.
Der Artikel ist nicht uninteressant, es wäre jedoch schön, wenn ab und zu im Standard hinsichtlich Afghanistan ein größerer Fokus auf Analysen und Entwicklungen abseits des Militärs gelegt werden würde. Die Berichte von Journalisten, die außer Militärbasen vom Land nichts zu sehen zu bekommen, mögen zwar gewisse Ereignisse und Tendenzen einfangen können, greifen jedoch viel zu kurz...
Naja wenn die Afghanen in der staatlichen Armee ein Ziel haben, dann kriegen die schon was auf die Reihe.
Immerhin haben die Truppen der kommunistischen Regierung nach dem Abzug der Sowjetischen Truppen damals noch ganze drei Jahre gegen die von allen Seiten attackierenden Islamisten ausgehalten. Das ist schon eine Leistung, völlig isoliert gegen eine von Pakistan und Saudi-Arabien finanzierte Macht..
Hätten die armen Afghanen nur eine Regierung für die sie kämpfen wollen würden... schade, ein schönes Land war das mal. Damals, als es noch Baktrien hieß.. ^^
quellen:
http://news.antiwar.com/2011/09/0... ing-rates/
http://www.washingtonpost.com/world/asi... story.html
google:
desertion afghan soldiers 2011
findet viele berichte darueber.
eigentlich sollte man immer zuerst in die wikipedia schaun:
http://en.wikipedia.org/wiki/Afgh... ional_Army
da stehts naemlich auch drin.
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